Boko Haram Kamerun nimmt Dutzende Islamisten fest

Die Armee von Kamerun hat Dutzende Mitglieder der Terrorgruppe Boko Haram gefasst. Die Extremisten greifen von Nigeria aus immer wieder Dörfer in dem Nachbarstaat an.


Jaunde - Wochenlang verfolgten die Streitkräfte Kameruns die Extremisten, dann schlugen sie zu: Dutzende Mitglieder der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram wurden am Wochenende gefangen genommen, berichtete die Zeitung "Le Messager" am Montag.

Insgesamt 58 Islamisten aus dem benachbarten Nigeria seien nahe den Ortschaften Kousséri und Petté im Norden des zentralafrikanischen Landes aufgespürt worden. Damit sei eine sorgfältig geplante Militäroperation zu Ende gegangen, deren Ziel es war, die Terroristen zu vertreiben, hieß es. Zahlreiche Waffen seien sichergestellt worden, berichtete ein Militärsprecher, der anonym bleiben wollte.

Kämpfer von Boko Haram, was sinngemäß "westliche Bildung ist Sünde" heißt, überqueren immer wieder die Grenze nach Kamerun und greifen dort Dörfer an. Die Gruppe will im Norden des Nachbarlandes Nigeria einen Gottesstaat aufbauen. Bei Anschlägen der Extremisten sind in den vergangenen Jahren bereits Tausende Menschen ums Leben gekommen.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Markt im Norden Nigerias wurden derweil mindestens 13 Menschen getötet. 65 weitere seien zum Teil schwer verletzt worden, zitierte die Zeitung "Premium Times" am Montag Polizeisprecher Haruna Mohammed.

Viele Tote bei Bombenanschlag in Nigeria

Eine Frau sprengte sich offenbar in die Luft, als zahlreiche Händler und Kunden am Sonntagabend kurz vor der Schließung des Marktes letzte Geschäfte erledigten. Eine aufgebrachte Menge habe daraufhin einen Mann gelyncht, der verdächtigt worden sei, für das Attentat mitverantwortlich zu sein, hieß es weiter. Erst vor knapp zehn Tagen waren bei einem Anschlag auf eine Bank im gleichen Ort ebenfalls 13 Menschen ums Leben gekommen.

Zu den Attentaten bekannte sich zunächst niemand. Es wird jedoch vermutet, dass Boko Haram verantwortlich ist.

als/dpa

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