Nigeria: Boko Haram bietet Regierung Waffenruhe an
Seit Jahren kämpfen die Mitglieder von Boko Haram für einen islamischen Gottesstaat im Norden Nigerias. Jetzt könnten die blutigen Auseinandersetzungen unterbrochen werden. Die radikale Gruppe hat der Regierung ein Friedensangebot gemacht.
Abuja - Nach eineinhalb Jahren blutiger Gewalt hat die radikalislamische Gruppe Boko Haram der Regierung eine Unterbrechung der Kämpfe in Aussicht gestellt. Ein Sprecher der Sekte, Sheikh Muhammed Abdulaziz, nach eigenen Angaben Nummer zwei der islamischen Gruppierung, sagte am Montag, es werde in Kürze eine Waffenruhe geben.
Boko Haram reagiere damit auf die Ankündigung der örtlichen Regierung, einige Mitglieder freizulassen. "Wir haben beschlossen, diese Krise zu einem Ende zu bringen", sagte Abdulaziz. "Wir rufen daher alle auf, die sich mit uns und unserer Sache identifizieren, von heute an die Waffen niederzulegen."
Erst am Sonntag waren im nahegelegenen Dorf Gajiganna nach Angaben eines Bewohners acht Menschen tot aufgefunden worden, einige von ihnen enthauptet.
Außerdem erschossen Boko-Haram-Mitglieder vor einer Woche 18 Menschen. Die Attacke richtete sich gegen Jäger und Fleischhändler. Das Fleisch von Buschtieren gilt Muslimen als unrein. Auch im Dezember vergangenen Jahres war es in vielen Gebieten zu Anschlägen, vor allem gegen Christen, gekommen.
Mitglieder von Boko Haram, die westliche Bildung als Gotteslästerung betrachten, haben immer wieder Regierungsgebäude und Sicherheitskräfte im Nordosten von Nigeria angegriffen. Dabei wurden im vergangenen Jahr nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP mindestens 792 Menschen getötet.
kha/AP/Reuters
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Montag, 28.01.2013 – 20:55 Uhr
- Drucken Versenden
- Nutzungsrechte Feedback
- Kommentieren | 3 Kommentare
Bevölkerung: 158,423 Mio. Einwohner
Fläche: 923.768 km²
Hauptstadt: Abuja
Staats- und Regierungschef: Goodluck Jonathan
Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Afrika-Reiseseite
- Nigeria: Islamisten erschießen 18 Jäger auf Marktplatz (22.01.2013)
- Kampf gegen Islamisten in Mali: "Deutschland muss Truppen schicken" (21.01.2013)
- Morde in Nigeria: Sechs Christen sterben bei Anschlag auf Messe (25.12.2012)
- Afrikanische Christen: Weihnachten, Fest der Angst (22.12.2012)
- Selbstmordattentat: Tote und Verletzte bei Anschlag auf Katholiken in Nigeria (28.10.2012)
MEHR AUS DEM RESSORT POLITIK
-
Abgeordnete
Bundestagsradar: Alle Fakten, alle Abstimmungen, alles Wissenswerte -
Regierung
Schwarz-gelbe Koalition: Das ist Merkels Kabinett -
Umfragen
"Sonntagsfrage": Der aktuelle Trend anhand von Umfragen -
Nachgefragt
Abgeordnetenwatch auf SPIEGEL ONLINE: Ihr direkter Draht in die Politik -
Rundgang
Kanzleramt, Bundestag, Ministerien: Das ist das politische Berlin

Möchten Sie ein anderes Land erkunden?