Islamistische Terrorgruppe Nigeria meldet Waffenruhe mit Boko Haram

Boko Haram terrorisiert Nigeria, seit Jahren schon. Nun haben die Islamisten offenbar einer Waffenruhe zugestimmt: Ein Abkommen mit der Regierung in Abuja sieht auch vor, dass mehr als 200 verschleppte Mädchen freikommen.

Boko-Haram-Rebellen: Einigung mit der Regierung
AFP/ Boko Haram

Boko-Haram-Rebellen: Einigung mit der Regierung


Abuja - Die Islamistengruppe Boko Haram hat nach Angaben der nigerianischen Führung einer Waffenruhe zugestimmt. Zwischen der Regierung in der Hauptstadt Abuja und der Terrorgruppe sei ein entsprechendes Abkommen vereinbart worden, sagte der nigerianische Generalstabschef Alex Badeh.

Ein enger Mitarbeiter von Präsident Goodluck Jonathan sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Vereinbarung sehe zudem die Freilassung von 219 entführten Mädchen vor - sie waren vor einem halben Jahr von der Terrorgruppe verschleppt worden. Der Regierungssprecher Mike Omeri sagte der britischen BBC, es habe dazu Gespräche im Tschad gegeben. Nigeria hatte ähnliche Verlautbarungen auch schon früher gemacht - sie waren dann jedoch von Boko Haram stets dementiert worden.

Boko Haram hatte am 14. April eine Schule im nigerianischen Chibok überfallen und 276 Mädchen entführt. Einige konnten fliehen, von den anderen fehlte bislang jede Spur. Die Massenentführung hatte weltweit Bestürzung erregt. Die Eltern der Entführungsopfer warfen der Regierung vor, sich nicht ernsthaft für die Freilassung ihrer Kinder einzusetzen. Demonstranten und Prominente hatten sich unter dem Slogan "Bring back our Girls" für die Freilassung der Schülerinnen engagiert.

Boko Haram kämpft seit Jahren gewaltsam für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 tötete die Gruppe bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 10.000 Menschen. Der Name der Organisation Boko Haram bedeutet "Westliche Bildung ist Sünde".

mxw/AFP/AP/Reuters/dpa



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