Terror in Afrika Nigeria will Boko Haram bis Ende März schlagen

Die Terrororganisation Boko Haram startet seit Tagen schwere Angriffe, auch im Niger und in Kamerun. Zusammen mit Partnerländern will Nigerias Präsident Goodluck Jonathan die Dschihadisten endgültigen besiegen - innerhalb von sechs Wochen.

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan: Er will Boko Haram endgültig besiegen
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Nigerias Präsident Goodluck Jonathan: Er will Boko Haram endgültig besiegen


Abuja - Zuletzt wurde die Wahl verschoben, doch diesmal soll es klappen: Am 28. März will Nigeria wählen - und bis dahin die seit Jahren wütende Terrorgruppe Boko Haram endgültig besiegt haben. Diesen Zeitraum nannte der Sicherheitsberater von Präsident Goodluck Jonathan, Sambo Dasuki, am Montag. Erst am Sonntag hatte die Wahlkommission die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Nigeria wegen der anhaltenden Kämpfe um sechs Wochen auf den 28. März verschoben.

Alle bekannten Boko-Haram-Stützpunkte im Nordosten des Landes würden in den kommenden sechs Wochen beseitigt, sagte Dasuki. "Sie werden nicht mehr da sein." Die nigerianische Regierung hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach Fristen für einen Sieg über Boko Haram ausgerufen. Aber selbst wenn das Ziel eines Sieges nicht erreicht werden sollte, werde die "Lage sicher für Wahlen zuträglich genug" sein. Eine weitere Verschiebung des Wahltermins schloss Dasuki aus. Ursprünglich sollte der Urnengang am kommenden Samstag stattfinden.

Nigeria und seine Nachbarländer Benin, Niger, Kamerun und Tschad hatten am Samstag die Schaffung einer Eingreiftruppe aus 8700 Soldaten, Polizisten und Zivilisten im Kampf gegen Boko Haram beschlossen. Dschihadisten-Anführer Shekau reagierte darauf in einem 28-minütigen Video, das am Montag zusammen mit zwei weiteren Videos auf dem Internetportal YouTube veröffentlicht wurde: "Euer Bündnis wird nichts erreichen. Greift zu allen Euren Waffen und bietet uns die Stirn. Ihr seid willkommen."

Auch der Niger und Kamerun vermehrt attackiert

Bislang war es der nigerianischen Armee nicht gelungen, den Vormarsch von Boko Haram zu stoppen. Im Gegenteil: Kämpfer der Islamistengruppe haben im Norden Kameruns 20 Passagiere eines Busses entführt und zwölf von ihnen getötet. Wie mehrere Zeugen am Montag übereinstimmend berichteten, ließen die Islamisten acht Frauen kurz nach dem Überfall wieder frei. Zwölf Männer seien dagegen getötet worden, sagte ein Einwohner aus der Region, dessen Frau unter den Freigelassenen war. Ein Vertreter einer örtlichen Nichtregierungsorganisation bestätigte die Angaben.

Zuletzt hatten die Islamisten vermehrt Kamerun und den Niger angegriffen. Erst in der Nacht zum Montag versuchten Milizionäre das Gefängnis in der Stadt Diffa im Niger zu stürmen. Am Freitag waren erstmals zwei Städte im Niger angegriffen worden: Diffa und Bosso an der Grenze zu Nigeria. Am Sonntag wurde Diffa erneut attackiert.

Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 13.000 Menschen.

mia/AFP/Reuters



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