Nigeria Studentin sprengt sich in die Luft

Es war der vierte Selbstmordanschlag in dieser Woche: In einer Fachhochschule in Nigeria hat sich eine Studentin in die Luft gesprengt. Außerdem wurde ein zehnjähriges Mädchen festgenommen - es trug einen Sprengstoffgürtel.

Die Fachhochschule in Kano: geschlossen nach einem weiteren Selbstmordattentat
AFP

Die Fachhochschule in Kano: geschlossen nach einem weiteren Selbstmordattentat


Kano - Eine Selbstmordattentäterin hat auf dem Gelände einer Fachhochschule im Norden Nigerias sechs Menschen mit in den Tod gerissen. Mindestens weitere sechs Menschen wurden verletzt, sagte ein Regierungssprecher. Laut Zeugenaussagen aus der Stadt Kano sprengte sich die Täterin im Verwaltungsgebäude inmitten einer Gruppe von Studenten in die Luft.

Zum Zeitpunkt des Anschlags befanden sich offenbar viele Studenten in der Nähe des Gebäudes, um sich über Prüfungsergebnisse zu informieren. Das gesamte Gebiet wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt.

Es handelte sich um den vierten Anschlag einer weiblichen Attentäterin in Kano seit dem Wochenende. Hinter den Anschlägen steckt mutmaßlich die Gruppierung Boko Haram, die im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat kämpft.

Bürger stoppen verdächtige Zehnjährige

Am Dienstag wurde nach Angaben der Behörden drei mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer im nördlichen Bundesstaat Katsina festgenommen, unter ihnen ein zehnjähriges Mädchen, das einen Sprengstoffgürtel trug. Die drei hatten vor der Polizeikontrolle fliehen wollen, Nigerianer blockierten die Straße, berichtet ein Polizeisprecher.

Bei Anschlägen und Angriffen der Extremisten auf Polizei, Armee und Behörden sowie Kirchen, Schulen und Wohngebiete wurden in den vergangenen Jahren tausende Menschen getötet. International Schlagzeilen machte Boko Haram auch mit der Entführung von 276 Mädchen Mitte April aus einer Schule im Ort Chibok. Noch immer befinden sich mehr als 200 Schülerinnen in der Gewalt der Islamisten.

isa/AFP/dpa

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