Hunderte Tote in Kamerun Boko Haram nimmt Rache für Angriff der tschadischen Armee

Die Armee des Tschad hatte 200 Kämpfer von Boko Haram getötet - einen Tag später folgt die blutige Antwort. Bei einem Angriff der Terrorgruppe auf ein kamerunisches Dorf sterben Hunderte Menschen.

Verlassene Motorräder in Gamboru (Archiv): Boko Haram flüchtet nach Angriff
AFP

Verlassene Motorräder in Gamboru (Archiv): Boko Haram flüchtet nach Angriff


Jaunde - Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat bei einem mutmaßlichen Racheakt Hunderte Menschen in einem Dorf in Kamerun getötet. Der Angriff erfolgte offenbar als Reaktion auf eine Offensive der tschadischen Armee, bei der einen Tag zuvor etwa 200 Islamisten getöten worden waren.

Ein Sprecher der kamerunischen Streitkräfte sagte, dass Dutzende "in den Moscheen, auf den Straßen und in ihren Häusern abgeschlachtet worden" seien. Auch neun tschadische und drei kamerunische Soldaten gehörten zu den Opfern der nigerianischen Fundamentalisten. Der Angriff erfolgte in dem Dorf Fotokol im Norden Kameruns.

Einen Tag vorher hatte die Armee des zentralafrikanischen Tschad nach eigenen Angaben etwa 200 Kämpfer von Boko Haram getötet. Die Truppen hätten versucht, den Ort Gamboru aus den Händen der Boko Haram zu befreien, die diesen schon seit Wochen unter Kontrolle hatten. Es war das erste Vordringen der tschadischen Armee auf nigerianisches Gebiet. Bei den Kämpfen seien viele der Terroristen nach Angaben von kamerunischen Sicherheitskreisen über die Grenze nach Kamerun geflüchtet. Das Dorf Fotokol ist von Gamboru nur durch eine Brücke getrennt.

Boko Haram kämpft für die Gründung eines islamischen Gottesstaates im Norden Nigerias und den angrenzenden Gebieten. Seit 2009 tötete die Terrororganisation etwa 13.000 Menschen. In den vergangenen Monaten griffen die Islamisten verstärkt Ziele im benachbarten Kamerun an. Der Tschad hat deshalb bisher mehrere Tausend Soldaten nach Kamerun verlegt.

kry/dpa

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