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Entführte Schülerinnen: Vier Mädchen gelingt Flucht vor Boko Haram

Chef der Luftwaffe, Marschall Alex Badeh: Gewaltsame Befreiung zu gefährlich Zur Großansicht
DPA

Chef der Luftwaffe, Marschall Alex Badeh: Gewaltsame Befreiung zu gefährlich

Seit sechs Wochen sind mehr als 200 nigerianische Mädchen in der Gewalt von Boko Haram. Jetzt haben sich vier Schülerinnen aus den Händen der Terrorsekte befreit.

Abuja - Die wenigen Mädchen, die sich bislang aus den Fängen von Boko Haram befreien konnten, erheben schwere Vorwürfe. Sie fühlten sich ausgeliefert, im Stich gelassen. Einige der Entflohenen sagten, sie seien misshandelt und vergewaltigt worden. Noch immer sind mehr als 200 Schülerinnen, die im April im nigerianischen Chibok verschleppt worden waren, in der Gewalt der Terrorsekte. Vier von ihnen sind nun ihren Entführern entkommen, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

219 Mädchen sollen sich noch bei der Islamistengruppe befinden. In den vergangenen Wochen war es verstärkt zu Angriffen von Boko Haram gekommen. Auch am Mittwoch gab es einen Überfall, bei dem 40 Menschen im Nordosten des Landes starben. Ein Bewohner des Dorfes Gurmushi im Bundesstaat Borno berichtete am Mittwoch, die Angreifer hätten die meisten Häuser in Brand gesteckt. Nur wenige Einwohner seien unverletzt entkommen und über die Grenze in den Tschad geflohen.

Erst am Dienstag waren bei Angriffen der Terrorgruppe auf Polizeistationen und Militärposten im Norden Dutzende Menschen getötet worden. Nach Darstellung der "Nigerian Tribune" waren Angehörige der Boko Haram auf Lastwagen und Motorrädern in den Ort Buna Yadi im Bundesstaat Yobe eingedrungen.

Erst am Dienstag war auch bekannt geworden, dass die nigerianische Armee Informationen über den Aufenthaltsort der Mädchen hat. Allerdings wollte die Armee nichts über den Ort verraten, der Sucheinsatz sei ein "Militärgeheimnis". Die Mädchen sollen zudem auch nicht gewaltsam befreit werden. Das Risiko, dass sie dabei sterben, ist der Armee zu hoch.

Mitte Mai bekannte sich der Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau in einem Video zu der Entführung. Er sagte, einige der Geiseln seien inzwischen zum Islam konvertiert. Eine Woche zuvor hatte er gedroht, die Mädchen sollten zwangsverheiratet oder versklavt werden. Nach der Veröffentlichung eines Videos mit den entführten Schülerinnen wurden 77 Mädchen identifiziert.

Nigeria erhält bei der Suche nach den Mädchen internationale Unterstützung. Die USA haben Soldaten, Aufklärungsflugzeuge und Drohnen entsendet. Die nigerianische Regierung war wegen ihrer zögerlichen Reaktion auf die Entführung in die Kritik geraten, bekräftigte aber zuletzt ihre Entschlossenheit, die Schülerinnen zu finden.

kha/Reuters

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1. Der Ort dürfte bekannt sein
britneyspierss 28.05.2014
Spätestens jetzt wo die 4 Mädchen frei sind ist es nur eine Frage der zeit bis die nächtlichen Drohneneinsätze verlässliche Fotos liefern wieviele von den frommen geistlichen Männern Kinder versklaven und zwangsbekehren wollen. Die USA können jetzt mal mit ihren Drohnen für das Gute in der Welt kämpfen.
2. auch ich bin der meinung
schnulli602 28.05.2014
...dass man nun.mit Drohnen sehr gute Arbeit machen kann. Wenn auch schlussendlich für die Befreiung der Mädchen eine Kommando-Aktion notwendig sein dürfte
3. Der Einsatz
udar_md 28.05.2014
der USA ist lobenswert.
4. 345678
Das Pferd 28.05.2014
Zitat von schnulli602...dass man nun.mit Drohnen sehr gute Arbeit machen kann. Wenn auch schlussendlich für die Befreiung der Mädchen eine Kommando-Aktion notwendig sein dürfte
Gar nichts kann man, gegen Kidnapper die Geiseln töten. Das sind keine drei übernächtigten Hanseln in der Landshut, das sind kriegserfahrene Kämpfer, die zudem auch noch jede Abkürzung ins Paradies freudig begrüßen. Ich will nicht in der Haut der nigerianischen Kommandeure stecken. Die können nicht ewig warten, sie können aber eben auch nicht angreifen. Ich wünsche den nigerianischen, amerikanischen und allen anderen Verantwortlichen Weisheit, Geduld und Glück.
5. Hoffen
testi 28.05.2014
Zitat von britneyspierssSpätestens jetzt wo die 4 Mädchen frei sind ist es nur eine Frage der zeit bis die nächtlichen Drohneneinsätze verlässliche Fotos liefern wieviele von den frommen geistlichen Männern Kinder versklaven und zwangsbekehren wollen. Die USA können jetzt mal mit ihren Drohnen für das Gute in der Welt kämpfen.
Tja, ich hoffe Sie haben Recht. Zu befürchten ist allerdings, dass die Mädchen an verschiedenen Orten gefangen gehalten werden. Da helfen Bilder eines Ortes wenig, um alle Gefangenen zu befreien. Hier könnten die Amis wirklich mal ihr Image aufpolieren. Ich hoffe die Sache geht ohne Blutvergießen aus und die Mädels kommen fei.
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Hauptstadt: Abuja

Staats- und Regierungschef: Muhammadu Buhari

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