Bolivien Morales eröffnet umstrittenen Protzturm der Regierung

Ein Hochhaus mitten in der Altstadt, Sauna und Whirlpool im Präsidentenbereich: Der neue bolivianische Regierungssitz in La Paz ist hochumstritten. Staatschef Evo Morales hat den luxuriösen Bau nun eröffnet.

REUTERS

Der Name ist Programm: "Großes Haus des Volkes" heißt der neue Sitz der bolivianischen Regierung in La Paz. Tatsächlich umfasst das Gebäude 29 Stockwerke - ein modernes Hochhaus, mitten in der Altstadt.

Allein das ist für viele Bolivianer ein Ärgernis. Der Turm passe nicht ins historische Stadtbild, heißt es immer wieder. Dazu kommt: 34,4 Millionen US-Dollar hat der Bau verschlungen - umgerechnet 29,8 Millionen Euro. Auch das ist in dem bitterarmen Land nur schwer vermittelbar.

Präsident Evo Morales hat sich von der Kritik nicht beirren lassen - und das Gebäude nun feierlich eröffnet. Mit einem indigenen Ritual wurde der Turm eingeweiht. Das "Große Haus des Volkes" steht genau hinter dem alten Regierungssitz Palacio Quemado.

Morales - der erste indigene Präsident von Bolivien - vermisste in dem Kolonialbau einen Bezug zu den Ureinwohnern des Landes: "Alles war europäisch. Deshalb machen wir daraus jetzt ein Museum." In dem neuen Regierungssitz hingegen wird die Lobby von drei Wandbildern des indigenen Künstlers Mamani Mamani geschmückt.

Kritik hatte es aber vor allem auch an einem anderen Teil des Gebäudes gegeben: Am Präsidentenbereich. Dessen Ausstattung fällt besonders luxuriös aus: So gibt es eine Sauna, einen Jacuzzi und ein Fitnesscenter.

kev/dpa



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