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21. März 2003, 13:09 Uhr

Bombe auf Kanadier

US-Militär will Piloten nicht vors Kriegsgericht stellen

Die beiden US-Kampfpiloten, die im vergangenen Jahr durch einen irrtümlichen Bombenabwurf vier kanadische Soldaten töteten, sollen nicht vor ein Kriegsgericht. Das empfahl die militärische Ermittlungskommission.

New Orleans - Oberst Patrick Rosenow, Leiter der Ermittlungskommission, sagte in New Orleans, es gebe zwar hinreichend Beweise gegen die Piloten Harry Schmidt und William Umbach, die Luftwaffe könne aber den Fall auch mit internen Strafen lösen. Bei dem Angriff am 17. April 2002 waren vier Kanadier getötet worden.

Rosenow sagte, die letzte Entscheidung liege bei Generalleutnant Bruce Carlson, dem Befehlshaber ihrer Einheit. Im Falle eines Kriegsgerichts müssten die Piloten mit Haftstrafen bis zu 64 Jahren rechnen. Eine interne Bestrafung könnte eine schriftliche Abmahnung, die Entlassung oder Streichung von zwei Monatsgehältern bedeuten.

Angehörige der getöteten kanadischen Soldaten nannten Rosenows Empfehlung eine Farce."Sie kommen mit Mord davon", sagte Agatha Dyer, deren Sohn bei dem fehlgeleiteten Angriff getötet wurde. "Sie müssen dafür bezahlen, was sie getan haben."

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