Bomben auf Georgien Niederländischer TV-Journalist durch russischen Luftangriff getötet

Der Befehl des russischen Präsidenten, die Luftschläge einzustellen, kam für einen niederländischen Kameramann zu spät: Der TV-Journalist starb, als Kampfjets Bomben auf die georgische Stadt Gori warfen.


Tiflis - Bei einem russischen Angriff auf die georgische Stadt Gori ist ein Korrespondent des niederländischen Fernsehens getötet worden. Der Sender RTL bestätigte auf seiner Web-Seite den Tod seines Kameramanns Stan Storimans. Ein weiterer Korrespondent sei bei dem Bombardement verletzt worden.

Getöteter Kameramann Stan Storimans: "Der beste Kollege, den ich hatte"
REUTERS

Getöteter Kameramann Stan Storimans: "Der beste Kollege, den ich hatte"

Der Korrespondent Joren Akkermans wurde nach eigener Aussage von einem Splitter ins Bein getroffen. "Die Explosion war nicht groß", so Akkermans gegenüber seinem Sender. "Als ich wieder aufblickte lagen drei ältere tote Männer in meiner Nähe (...) erst dann sah ich Stan da liegen." Akkermans wurde in eine Privatklinik in die georgische Hauptstadt Tiflis gebracht. Die Explosion kam für die Gruppe von Journalisten vollkommen unerwartet.

Als Reaktion auf den Angriff bestellte die niederländische Regierung den russischen Botschafter ein.

Der Reporter Bart Hettem schrieb auf der Internetseite des Senders über seinen Freund Stan Storimans: "Er war der beste Kollege, den ich hatte." Hettem arbeitete in Afghanistan mit dem preisgekrönten Kameramann zusammen. Storimans berichtete bereits aus anderen Kriegs- und Krisengebieten wie Äthiopien und brachte es auf 16 Jahre Kameraerfahrung.

Stan Storimans war Vater zweier Kinder.

Gori liegt 60 Kilometer westlich von Tiflis. Georgische Stellen berichteten, das Postgebäude und die Universität stünden in Flammen. Die Stadt war praktisch menschenleer. Bei dem Angriff sollen dennoch insgesamt fünf Menschen getötet worden sein, mehrere Menschen wurden verletzt. Russlands Armee bestritt inzwischen, dass russische Bomber Gori angegriffen hätten.

Andreas Artmann/phw/Reuters/AP



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