Bomben in Bangkok Angst vor weiteren Anschlägen in Thailand

Nach der Bombenserie patrouillieren erstmals seit dem Militärputsch wieder Soldaten durch Bangkok. Drei Menschen kamen durch die Attentate bislang ums Leben. Ausländische Regierungen warnten ihre Bürger vor weiteren Anschlägen in Thailand.


Bangkok - Der vom Militär eingesetzte Ministerpräsident Surayud Chulanont verdächtigt Gegner seiner Übergangsregierung, hinter den Bombenanschlägen zu stecken. Es sei eher unwahrscheinlich, dass die Täter aus Kreisen militanter Islamisten aus dem Süden des Landes kämen, sagte er. Zu der Anschlagsserie bekannte sich zunächst niemand.

Gestern waren in Bangkok sieben Bomben und in der benachbarten Provinz Nonthaburi ein Sprengsatz detoniert. Dabei waren insgesamt drei Menschen getötet und 36 weitere verletzt worden. Unter den Verletzten sind nach Angaben der Behörden auch sechs Ausländer - zwei Briten, zwei Serben, ein Ire und ein Ungar.

Als Reaktion auf die Attentate wurden mehrere öffentliche Neujahrsfeiern in Bangkok abgesagt. Auch die Partys in der bei Rucksacktouristen beliebten Khao-San-Straße wurden aufgelöst. In den Straßen von Bangkok patrouillierten erstmals seit dem Militärputsch vom 19. September wieder Soldaten. Am Flughafen und am Verkehrsnetz der Bahn in Bangkok wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die Polizei und Soldaten errichteten 6000 Kontrollpunkte in der Neun-Millionen-Einwohner-Stadt.

Die USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland riefen ihre Landsleute in Bangkok auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Die Außenministerien Neuseelands und Australiens warnten vor weiteren Anschlägen in den kommenden Tagen.

Thailand befindet sich nach dem Militärputsch auf dem Weg zurück zu einer demokratischen Regierung. Das Militär setzte nach dem Putsch eine zivile Übergangsregierung ein. Wahlen sollen Ende 2007 stattfinden. Erst vor einem Monat war das seit dem Putsch gegen Ministerpräsident Thaksin Shinawatra geltende Kriegsrecht wieder aufgehoben worden.

als/dpa/Reuters/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.