Bombenanschläge Erneut Dutzende Tote bei Anschlagsserie im Irak

Die Sprengsätze detonierten kurz vor dem Fastenbrechen: Bei einer erneuten Anschlagsserie im Irak sind Dutzende Menschen getötet worden. Inzwischen kommt es dort fast täglich zu Bombenanschlägen.


Bagdad - Die Serie der Gewalt im Irak reißt nicht ab. Bei einer erneuten Anschlagsserie sind am Samstag 31 Menschen ums Leben gekommen, meldet die Nachrichtenagentur AFP, die sich auf Angaben von Sicherheitskräften und Ärzten beruft. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von insgesamt mindestens 24 Toten.

Der folgenschwerste Anschlag wurde nach AFP-Angaben im zentralirakischen Kut verübt, wo durch die Explosion einer Autobombe neun Menschen getötet und 42 verletzt wurden. In der südirakischen Hafenstadt Basra gab es gleich mehrere Explosionen, bei denen acht Menschen starben und 35 verletzt wurden. Die Sprengsätze detonierten kurz vor Sonnenuntergang, sagten Vertreter der Sicherheitsbehörden. Zu der Zeit kommen die Muslime im Ramadan zum Fastenbrechen zusammen.

Seit Beginn dieses Jahres werden im Irak fast täglich Anschläge verübt. Allein im Juni starben 761 Menschen, im Juli sind es bislang über 300. Erst am Freitagabend waren bei einem Anschlag auf ein Teehaus in Kirkuk nach Angaben der Polizei mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Auch in anderen Teilen des Landes kam es zu Explosionen, bei denen insgesamt mindestens 23 Menschen getötet wurden.

Grund für die Gewalttaten sind die wachsenden Spannungen zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden. Viele Anschläge werden sunnitischen Aufständischen angelastet. Sie fühlen sich von der schiitischen Mehrheit unterdrückt.

Angesichts der wachsenden Zahl von Anschlägen hatte der Leiter der UN-Menschenrechtsmission im Irak, Franceso Motta, Mitte der Woche vor einem Bürgerkrieg gewarnt. Der Irak stehe am "Scheideweg", sagte Motta, der politische Stillstand in Bagdad, die Rivalität zwischen Sunniten und Schiiten und äußere Einflüsse wie etwa der Bürgerkrieg in Syrien gefährdeten die Stabilität des Landes.

vks/Reuters/AP/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.