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Libanon: Rätselraten über Bombenanschlag in Beirut

Bei einer Bombenexplosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist der Chef des Polizeigeheimdiensts getötet worden, viele Menschen wurden verletzt. Steckt das Assad-Regime in Syrien hinter dem Anschlag? Der Uno-Sicherheitsrat verurteilt den Terrorakt.

Beirut - Nach dem verheerenden Bombenanschlag in Beirut rätseln Beobachter über die Hintergründe. Bei dem Attentat ist der Chef des libanesischen Polizeigeheimdiensts, Wissam al-Hassan, ums Leben gekommen. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Oppositionelle vermuten das Asad-Regime hinter dem Anschlag. Der frühere libanesische Ministerpräsident Saad al-Hariri sagte, das Regime des syrischen Diktators Badschar al-Assad habe die Tat zu verantworten. Hariris Vater, Rafik al-Hariri, war vor sieben Jahren ebenfalls durch einen Bombenanschlag ums Leben gekommen, für den Syrien und die Hisbollah verantwortlich gemacht werden.

Die Oppositionsgruppe "14. März" gab auch dem libanesischen Ministerpräsidenten Najib Mikati die Schuld und forderte seinen Rücktritt. Mikati gilt als pro-syrisch. Im ganzen Land gingen Menschen auf die Straße und protestierten. "Wir alle sind Wissam al-Hassan", sagte ein junger Mann in Erinnerung an den getöteten Polizeigeheimdienstchef. Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte die Tat als "terroristischen Akt".

Wissam al-Hassan ist im Libanon außerordentlich prominent. Er war ein Vertrauter Hariris, der der Führung im Nachbarland Syrien feindlich gegenübersteht. Auch Hassan galt als Gegner des Assad-Regimes: Er soll die Festnahme des pro-syrischen Ex-Ministers Michel Samaha organisiert haben. Samaha wird derzeit der Prozess gemacht, weil er 20 große Sprengsätze ins Land geschmuggelt haben soll.

Das Auto wurde Dutzende Meter weit geschleudert

Der Libanon war bereits von 2004 bis 2008 von einer Serie von Sprengstoffanschlägen erschüttert worden. Schon damals kam der Verdacht auf, das Regime des syrischen Präsidenten Assad könnte an der Planung der Attentate beteiligt gewesen sein.

Die syrische Regierung wies jede Verantwortung für den Anschlag auf Hassan von sich. Schon wenige Minuten nach dem Anschlag veröffentlichten die staatlichen syrischen Medien eine Stellungnahme von Informationsminister Umran al-Suabi. Dieser verurteilte den Anschlag als "feigen Akt des Terrorismus". Im Libanon wurde für Samstag ein Tag nationaler Trauer ausgerufen.

Insgesamt sind bei dem Anschlag in Beirut acht Menschen ums Leben gekommen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, 78 Menschen seien durch die Explosion auf dem Sassine-Platz im Christenbezirk Aschrafija verletzt worden. Die Fassaden mehrerer Häuser wurden durch die Wucht der Detonation zerstört. Mehrere Fahrzeuge brannten aus.

Die Explosion ereignete sich dem Bericht zufolge in der Hauptverkehrszeit gegen 14 Uhr in einer engen Straße in der Nähe des Sassine-Platzes. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts Hatem Madi wurde das mit Sprengstoff beladene Auto Dutzende Meter weit geschleudert. Ermittler sagten, die Sprengladung sei 30 Kilogramm schwer gewesen.

wal

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1.
widder58 19.10.2012
Zitat von sysopREUTERSBei einer Bombenexplosion in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist der Chef des Polizeigeheimdiensts getötet worden, viele Menschen wurden verletzt. Steckt das Assad-Regime in Syrien hinter dem Anschlag? Der Uno-Sicherheitsrat verurteilt den Terrorakt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/bombenanschlag-in-beirut-auf-geheimdienstler-steckt-syrien-dahinter-a-862405.html
Bei allem steckt bei Ihnen Assad dahinter, nur beantworten sie die Fragen nach der Motivation nie.
2. Blubber.... der Komiker Bibi macht 'ne Vorbereitung ...
sltgroove 20.10.2012
... Kraft durch Freude mit Hassan Nassralah... Pentagon hat keine Böcke auf seine dumme Fresse, etnische Säuberung im West_jordanland voll im Gange und SPON macht den major Spin. Ma gavte la natta ...
3. Da stimmt doch was nicht.
Grafsteiner 20.10.2012
"Wissam al-Hassan ist im Libanon außerordentlich prominent." Was ist eigentlich ein Polizeigeheimdienstchef? Eine Polizei hat einen Chef, den Polizeipräsidenten und ein Geheimdienst hat einen Chef, den Geheimdienstchef. Wenn es um Geheimdienste geht, ist der Chef nie prominent, weil geheim. Der Polizeipräsident hingegen ist ein Mann der Öffentlichkeit, aber nicht prominent. Denn er ist in solchen Ländern ein Handlanger der Politik. Es sei denn im Libanon heisst der Innenminister Polizeigeheimdienstchef. Das kann aber auch nicht sein, denn der libanesische Innenminister Marwan Shabel besichtigte heute den Anschlagsort, lebt also noch. Also wieder einmal ein Bericht, in dem es in erster Linie darum geht, Syrien schlecht zu machen. Dabei werden solche Bomben ähnlich in Damaskus gezündet. Nur nicht vom syrischen Regime selbst, sondern von Terroristen, die sich auf dis Art der Anschläge verstehen. Geheimdienste, auch der syrische, arbeiten eher mit unauffälligen Mitteln und nicht mit solchen grossen Knall. Denn es sind Profis.
4. Es kann nicht sein dass Assad für alles verantwortlich gemacht werden kann
mercadante 20.10.2012
Ich glaube irgendwann muss diese Einbahnstrasse der Information ein wenig zu Ruhe kommen . Es kann ja nicht sein dass mit alle Schwierigkeiten die , die Regierung Assad hat die Situation in Syrien unter Konntrolle zu halten , nimmt sich die Muhe Attentaten in Fremden Länder zu machen , ist er vielleicht Omnipotent ? Spon hatte vorgestern gemeldet dass der Vatikan eine Delegation nach Damaskus senden wollte , könnte es nicht sein dass der Attentat eine Warnung sein sollte ,die Kirche sich nicht einzumischen ?
5. Oh ja doch, sicher!
laolu 20.10.2012
Natürlich ist anzunehmen, daß das Assad-Regime dahintersteckt!
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