Tod des Kreml-Kritikers Beresowski wurde mit Strang um Hals gefunden

Britische Ermittler haben neue Details über den Tod des russischen Kreml-Kritikers Boris Beresowski bekanntgegeben. Um den Hals der Leiche habe eine Schlinge gelegen - dies würde die Theorie unterstützen, dass er sich erhängt hat. Einen Mord will die Polizei aber nicht endgültig ausschließen.

Straßensperre vor Beresowskis Haus: "Sie haben ihn 13 Jahre lang getötet"
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Straßensperre vor Beresowskis Haus: "Sie haben ihn 13 Jahre lang getötet"


London - Die Leiche des russischen Oligarchen Boris Beresowski, 67, wurde vergangenen Samstag in seiner Villa im feinen Londoner Vorort Ascot gefunden. Nun hat die britische Polizei weitere Einzelheiten zu seinem Tod bekanntgegeben: Demnach wurde der bekannte Kreml-Kritiker in seinem Badezimmer mit einem Strang um den Hals gefunden. Ein Stück aus demselben Material habe an der Dusche über ihm gehangen.

Bereits am späten Montagabend waren die Ergebnisse erster Untersuchungen öffentlich gemacht worden. Die Obduktion der Leiche "deutet auf Erhängen hin", hatte die Polizei mitgeteilt. Der Pathologe habe "keine Hinweise auf einen gewaltsamen Kampf" gefunden.

Die Ermittler gehen daher von Selbstmord aus - einen Mord schließen sie aber nicht endgültig aus. Die Beteiligung Dritter "kann nicht vollkommen ausgeschlossen werden, bis weitere Testergebnisse feststehen", sagte ein Sprecher am Donnerstag vor einer Untersuchungskommission.

In Beresowskis Villa hatten die Männer der Thames Valley Police bereits nach chemischen, biologischen und radioaktiven Stoffen gesucht. Aber sie fanden nichts, was auf eine Vergiftung des Oligarchen Boris Beresowski hindeuten könnte. Vor sechs Jahren war der übergelaufene russische Geheimagent Alexander Litwinenko, ein Freund Beresowskis, in London mit radioaktivem Polonium vergiftet worden.

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Boris Beresowki: Die Suche nach der Todesursache
Seit Anfang der neunziger Jahre war Beresowski fast ununterbrochen von Leibwächtern umgeben, er fürchtete Anschläge. Zunächst seitens seiner Konkurrenten, die 1994 eine Bombe neben seinem Mercedes in Moskau detonieren ließen. Dann hatte er Angst, dass ihm Russlands Geheimdienst FSB nach dem Leben trachtete.

Viel spricht dafür, dass der Magnat nicht Killern zum Opfer fiel, sondern Depressionen, die ihn in den Selbstmord trieben. Das kolportieren vor allem dem Kreml freundlich gesinnte Medien. Es gibt andere Oligarchen, die mehr Vermögen angehäuft haben als Beresowski. Aber keiner vermochte wie der gelernte Mathematiker, Geld in Macht zu verwandeln und Macht in noch mehr Geld - und sich damit mächtige Feinde zu machen.

Der russische Schriftsteller Juri Dubow schloss einen Selbstmord vor einigen Tagen zwar nicht aus, gab aber den russischen Sicherheitsdiensten die Schuld. "Sie haben ihn verfolgt, um die Welt getrieben, Tonnen von Müll nach ihm geworfen", sagte Dubow dem Internetportal lenta.ru. "Sie haben ihn 13 Jahre lang getötet - wie das tatsächlich geschehen ist: das Herz, ein Infarkt, irgendetwas - ist die zweite Frage."

Beresowski war nach der Machtübernahme von Wladimir Putin in Moskau nach Großbritannien geflohen, dort erhielt er 2003 politisches Asyl - und schmiedete seither Rachepläne, während sein Vermögen schwand.

Der Kreml versucht nun, Kapital aus dem Tod zu schlagen, und inszeniert das Ende des Rivalen als Kapitulationserklärung.

kgp/dpa/Reuters

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seneca55 28.03.2013
1. Freitod eines kriminellen Oligarchen in LDN?
London ist die Bühne der Superreichen aus Russland, die neben Geldanlagen aus dem ausgepressten Russland noch politische Ambitionen in Moskau haben. Beresowski galt als ein Hauptvertreter dieser Spezies. Einen Tag vor dem Fund seines Leichnams im eigenem Bad mit Kravatte um den Hals, hatte er sich öffentlich von der Welt durch ein Interview in der "Die Welt" verabschiedet: "Ich habe den Lebenssinn verloren" so die Headline von Sonntag. Man kann beim Putin-Bashing bleiben und Gerüchte eines rachsüchtigen Kremlchef weiter spinnen, aber die Oligarchenökonomie geht in Russland langsam zuende und der Staat/Kreml richtet die Wirtschaft nach übergeordneten Zielen aus, insbesondere wenn es um die Energiewirtschaft geht. Das mag man schlecht oder gut finden, aber so ist in Russland seit 2001 wieder ein Sozialstaat aufgebaut worden, der in den 1990er Jahren von dem System der jelz. Oligarchenökonomie abgeschafft worden war.
fussball11 28.03.2013
2.
So so, er konnte also Geld in Macht umwandeln und Macht in noch mehr Geld. Da frage ich mich doch warum er Pleite war? Kann es sein das er einfach nur ein Dieb war der in dem Rechtsstaat England keine weiteren Diebstähle begehen konnte und deshalb verarmte?
Na Sigoreng 28.03.2013
3. Jaja ....
Er hatte einen "Strang um den Hals" und seine Hände waren auf dem Rücken gefesselt und hat so Selbstmord begangen.
Onkel_Karl 28.03.2013
4.
Zitat von sysopREUTERSBritische Ermittler haben neue Details über den Tod des russischen Kreml-Kritikers Boris Beresowski bekannt gegeben. Um den Hals der Leiche habe eine Schlinge gelegen - dies würde die Theorie unterstützen, dass er sich erhängt hat. Einen Mord will die Polizei aber nicht endgültig ausschließen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/boris-beresowski-polizei-schliesst-mord-nicht-aus-a-891476.html
Diese Meldung ist sehr interessant,weil Beresowski nicht der Typ für ein Selbstmord war. Er war immer sehr aktiv und voll mit neuen Ideen,er hatte eigentlich keinen Grund sich umzubringen. Es gibt aber gewisse Institutionen die ihn am liebsten da sehen wollen wo er sich jetzt befindet. Russische Geheimdienste haben ihn seit seiner Flucht aus Moskau immer beschattet und er hat mit MI 6 zusammen gearbeitet,er wurde praktisch von MI 6 beschützt aber Beresowski hatte andere Pläne,er hat vor etwa 3 Wochen Interview gegeben und hat über seine Sehnsucht nach Russland gesprochen,er hat ein Brief an Putin geschrieben und wollte nach Russland zurückkehren. Er hat sich entschuldigt und gesagt,dass er mehrere Fehler begangen hat die er heute bereut,er wollte zurück nach Moskau (Medien in England und Russland berichten darüber)und das war vielleicht sein grösster Fehler,weil so ein "Schatz" entlässt MI6 nicht gerne,er war ein Insider der alles über die Politik und Pläne in Moskauund London wusste. Es ist nicht im Interesse des MI6 gewesen,dass Beresowski nach Moskau zurückkehrt und der Tod von ihm wirft viele fragen auf..es ist ein merkwürdiger Tod und wie gesagt passt überhaupt nicht zu ihm und nicht auf diese Art und Weise. Wenn er wirklich nach Russland wollte,dann war das sein Todesurteil...
Anthrophilus 28.03.2013
5. Warum werden die Einzelheiten zu ...
Zitat von sysopREUTERSBritische Ermittler haben neue Details über den Tod des russischen Kreml-Kritikers Boris Beresowski bekannt gegeben. Um den Hals der Leiche habe eine Schlinge gelegen - dies würde die Theorie unterstützen, dass er sich erhängt hat. Einen Mord will die Polizei aber nicht endgültig ausschließen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/boris-beresowski-polizei-schliesst-mord-nicht-aus-a-891476.html
... Beresowskis Tod so auffällig häppchenweise bekanntgegeben? Man könnte meinen, daß die Ermittler die Angelegenheit recht lange im Bewußtsein der Öffentlichkeit halten wollen. Erst hieß es nur "wahrscheinlich kein Fremdverschulden", dann erhängt bzw. stranguliert, dann die Schlinge, die bei der Auffindung der Leiche wohl als erste Gewißheit vorlag, aber bisher als letztes gemeldet wurde ... Welche Häppchen wird man aus London wohl noch nachgeliefert bekommen?
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