Botschaft an australische Regierung: Assange bittet seine Heimat um Schutz

Es ist ein Hilferuf per Videobotschaft: Julian Assange bittet die australische Premierministerin, ihn in sein Heimatland zu holen. Der WikiLeaks-Gründer steht in Großbritannien unter Hausarrest, er klagt über Todesdrohungen - am Montag soll über seine Auslieferung nach Schweden entschieden werden.

Julian Assange: Morddrohungen in Großbritannien Zur Großansicht
REUTERS

Julian Assange: Morddrohungen in Großbritannien

Sydney - WikiLeaks-Gründer Julian Assange fühlt sich nicht sicher: Wenige Tage vor einer weiteren Anhörung zu einer möglichen Auslieferung von Großbritannien an Schweden hat Assange die australische Premierministerin Julia Gillard aufgefordert, ihn in sein Heimatland zurückzuholen.

Er und seine Mitstreiter seien in Großbritannien Todesdrohungen ausgesetzt, sagte er in einer Videobotschaft, die die australische Tageszeitung "Sydney Morning Herald" auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Gillards Regierung solle ihr "diplomatisches Schweigen" beenden, ihn selbst "nach Hause bringen und unsere Landsleute schützen", forderte Assange.

Assange warf Gillard zugleich indirekt Heuchelei vor. Sie und die Labour-Partei sprächen nur über Menschenrechte, statt aktiv zu werden. Die Partei spiele "Angriffe auf Journalisten herunter", wie schon 1975 im Falle von Osttimor, das damals um seine Unabhängigkeit kämpfte. Assange bezeichnete sich selbst als Journalist und Herausgeber, es könne keinen Zweifel geben, "dass es sich bei WikiLeaks um eine Medienorganisation handelt."

Assange schwelgte in dem kurzen Videoclip in Erinnerungen an seine Heimat. So könne er es "gar nicht abwarten, wieder zurück nach Melbourne zu kommen", sagte Assange, besonders freue er sich auf seinen Lieblingskaffee.

Der in Australien geborene Assange steht derzeit in Großbritannien unter Hausarrest. Ein Gericht soll am Montag über eine Auslieferung des 39-Jährigen nach Schweden entscheiden. Dort ermitteln die Behörden wegen des Verdachts der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung gegen ihn.

Assange sieht die Vorwürfe als Teil eines Komplotts und befürchtet eine Ausweisung in die USA, die ebenfalls rechtliche Schritte gegen ihn prüfen. WikiLeaks hatte im vergangenen Jahr geheime US-Unterlagen zu den Einsätzen in Afghanistan und im Irak sowie Depeschen der US-Diplomatie im Internet veröffentlicht.

lgr/AFP

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1. Hatz
Frau Dr. Tzatziki 04.02.2011
Zitat von sysopHilferuf per Videobotschaft: Julian Assange bittet die australische Premierministerin, ihn wegen Todesdrohungen in sein Heimatland zu holen. Der WikiLeaks-Gründer steht in Großbritannien unter Hausarrest - am Montag soll über seine Auslieferung nach Schweden entschieden werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,743692,00.html
Hier wird ein Mensch vor unser aller Augen vom CIA und angeheuerten schwedischen Feministinnen zu Tode gehetzt. Und wir schauen in aller Seelenruhe zu.
2. **************
Cassandra105 04.02.2011
Zitat von Frau Dr. TzatzikiHier wird ein Mensch vor unser aller Augen vom CIA und angeheuerten schwedischen Feministinnen zu Tode gehetzt. Und wir schauen in aller Seelenruhe zu.
Wenn die CIA ihn tot sehen möchte, wäre er das mit Sicherheit längst. Das Ganze ist nur ein weiteres "Event", wie wikileaks an sich eben schon. Ich habe von wikileaks bisher nichts wirklich Neues erfahren, nur wird die Masse plötzlich mal darauf aufmerksam, doch das verfliegt auch schnell wieder, wie bei jedem Event.
3. 3123123
kein Ideologe 04.02.2011
Zitat von Frau Dr. TzatzikiHier wird ein Mensch vor unser aller Augen vom CIA und angeheuerten schwedischen Feministinnen zu Tode gehetzt. Und wir schauen in aller Seelenruhe zu.
so schlimm wid´s schon nicht kommen, wollen wir wetten?
4. .
biobanane 04.02.2011
Zitat von Frau Dr. TzatzikiHier wird ein Mensch vor unser aller Augen vom CIA und angeheuerten schwedischen Feministinnen zu Tode gehetzt. Und wir schauen in aller Seelenruhe zu.
Geht es nicht noch ein Nummer größer? Der Mann hat Feinde, das ist aber auch von ihm so gewollt. Oder warum muss er das Projekt Wikileaks so personifizieren? Eigentlich unnötig, aber es ist halt sein Projekt und Ego hat er wohl genug. Was mich aber wütend macht ist, dass hier einfach zwei Frauen beschuldigt werden. Die heutige Meldung könnte man auch so sehen. Es ist in der Welt einiges los, und da muss sich eben Herr A. mal wieder ins Gespräch bringen. Einen Gefallen macht er seinem Projekt damit nicht.
5. ...
clline 04.02.2011
Das Land der Freiheit hat endlich wieder einen Kopf, den man rollen sehen will. Irgendein Vorwurf wird sich noch finden. Wichtig ist nur, der Schuld an den eigenen Unzulänglichkeiten ein Gesicht zu geben, das nicht aus den eigenen Reihen stammt.
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  • Freitag, 04.02.2011 – 21:07 Uhr
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Fotostrecke
Assange-Freilassung: "Es ist toll, wieder die frische Luft von London zu riechen"
Der Fall Julian Assange
Mitte August 2011 - Die Vorfälle
dpa
Ein Aufenthalt von Julian Assange in Schweden hat gravierende Folgen. Der WikiLeaks-Gründer nimmt an mehreren Veranstaltungen teil. Dabei trifft er auf zwei Frauen: Pressesprecherin Anna A. und Künstlerin Sofia W. Mit beiden hat er nacheinander Sex.

Kurz darauf erfahren die Frauen von den parallelen Affären, tauschen ihre Erfahrungen aus und beschließen, gemeinsam zur Polizei zu gehen. Sie habe die jüngere Sofia eigentlich nur als Zeugin begleiten wollen, gibt Anna A. später zu Protokoll. Assange sei zwar nicht gewalttätig, habe aber eine verquere Einstellung gegenüber Frauen und könne kein Nein akzeptieren. Sie werfen ihm Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vor.

20. August 2011 - Haftbefehl in Schweden
Gegen Assange ergeht nach den Aussagen der zwei Schwedinnen ein Haftbefehl. Der Australier weist gleich nach Bekanntwerden der Anschuldigungen alles zurück. Im offiziellen WikiLeaks-Blog stellen sich die Mitarbeiter hinter ihn. In einer Twitter-Mitteilung von WikiLeaks heißt es: "Wir sind vor schmutzigen Tricks gewarnt worden. Jetzt erleben wir den ersten."
21. August 2011 - Haftbefehl aufgehoben
AFP
Der Haftbefehl gegen Assange wird aufgehoben . Die Stockholmer Staatsanwältin Eva Finné sagt: "Es gibt für mich keinen Grund mehr für den Verdacht, dass er eine Vergewaltigung begangen hat." Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedoch weiter gegen Assange - wegen des Verdachts auf sexuelle Belästigung.
1. September 2011 - Neue Ermittlungen
Die schwedischen Behörden machen eine Kehrtwende: Die Staatsanwaltschaft nimmt das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Vergewaltigung wieder auf . Die neuen Ermittlungen seien das Ergebnis einer weiteren Überprüfung des Falls, sagt Generalstaatsanwältin Marianne Ny. Es geht nun um den Verdacht auf Vergewaltigung in einem Fall sowie auf sexuelle Belästigung und Nötigung in einem zweiten Fall.
5. November 2011 - Assange will in die Schweiz
REUTERS
Julian Assange erwägt, sich in der Schweiz niederzulassen. Er sehe es als "reale Möglichkeit", samt seiner Web-Seite in die Schweiz umzuziehen, sagt er einem Schweizer TV-Sender. Neben Island sei die Schweiz das einzige westliche Land, in dem sich WikiLeaks sicher fühle. Mitarbeiter und Menschen aus dem Umfeld der Plattform fühlten sich vom Pentagon bedroht, sagt Assange.
18. November 2011 - Neuer Haftbefehl
Die schwedische Staatsanwaltschaft beantragt einen neuen Haftbefehl gegen Assange und die internationale Fahndung durch Interpol . Die Ermittler wollen ihn zu den Vergewaltigungsvorwürfen befragen. Interpol veröffentlicht später eine Red Notice: Diese "roten Mitteilungen" bedeuten, dass alle Mitgliedstaaten Interpols Schweden bei der Suche nach Assange "mit Blick auf seine Festnahme und Auslieferung" unterstützen sollen.
24. November 2011 - Haftbefehl bestätigt
DPA
Ein schwedisches Gericht bestätigt den Haftbefehl und die internationale Fahndung. Die Richter mildern die Vorwürfe aber etwas ab: Zwar werde Assange immer noch Vergewaltigung vorgeworfen, allerdings in einem minder schwerem Fall, teilt das Gericht mit. Zudem sei einer der drei Vorwürfe der sexuellen Belästigung fallengelassen worden.
30. November 2011 - Beschwerde von Assange
Julian Assange will in Schweden die Aufhebung des Haftbefehls gegen ihn wegen Vergewaltigungsverdachts durchsetzen. Dies soll vor dem Obersten Gericht in Stockholm erfolgen.
1. Dezember 2011 - Europäischer Haftbefehl
AFP
Der europäische Haftbefehl wird den britischen Behörden übermittelt, damit Assange an Schweden ausgeliefert werden kann. Der WikiLeaks-Chef hält sich mittlerweile in London auf.
2. Dezember 2011 - Schwedischer Formfehler
Der oberste Gerichtshof Schwedens bestätigt den Haftbefehl und die internationale Fahndung letztinstanzlich. Laut britischen Zeitungen verhindern formale Fehler im europäischen Haftbefehl den Zugriff auf Assange. Der Australier hält sich den Berichten zufolge seit Oktober im Südosten Großbritanniens auf und habe bei seiner Ankunft im Land Scotland Yard seine Kontaktdaten mitgeteilt. Die britische Polizei habe Assanges Verhaftung nicht in die Wege leiten können, weil bei der Übermittlung des Haftbefehls etwas falsch ausgefüllt worden sei. Scotland Yard kommentiert das offiziell nicht.
3. Dezember 2011 - Neuer Haftbefehl an London
dapd
Die schwedische Justiz lässt nicht locker. Sie hat einen neuen europäischen Haftbefehl für den WikiLeaks-Chef an die Behörden in Großbritannien geschickt. Dieses Mal ohne Formfehler.

7. Dezember 2011 - Assange festgenommen
Assange wird um 9.30 Uhr in Großbritannien festgenommen. Er hatte sich zuvor selbst gestellt . Assanges Anwälte wollen erreichen, dass ihr Mandant vorerst nicht nach Schweden ausgeliefert wird.
16. Dezember 2011 - Freilassung auf Kaution
Gegen Kaution wird Assange in Großbritannien auf freien Fuß gesetzt. Er muss jedoch einige Auflagen erfüllen, sich zum Beispiel täglich bei der britischen Polizei melden.
11. Januar 2012 - Auslieferungsverfahren beginnt
Bis Anfang Februar soll ein Londoner Gericht über Assanges Auslieferung nach Schweden entscheiden, wo ihm ein Verfahren wegen Vergewaltigung und bis zu vier Jahren Haft drohen.
3. Februar 2012 - Ermittlungsakten tauchen im Web auf
Die Ermittlungsakten zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Julian Assange tauchen laut dem US-Magazin "Wired" im Internet auf. Das Magazin beschreibt auf seiner Web-Seite Details aus der mehrere hundert Seiten umfassenden Akte.
7./8. Februar 2012 - Anhörung vor Gericht
Assange und seine Anwälte stemmen sich gegen die Auslieferung nach Schweden. Seine Verteidiger stellen zum Auftakt der Anhörung ein 35-seitiges Dokument mit ihrer Verteidigungsstrategie ins Internet gestellt, in dem die Eckpunkte ihrer Argumentation aufgeführt sind. Das Gericht hat bis zu zehn Tage Zeit, seine Entscheidung zu verkünden.
24. Februar 2012 - Erste Instanz: Auslieferung an Schweden rechtens
Ein britischer Richter entscheidet: Die Auslieferung Julian Assanges nach Schweden ist rechtens. Richter Howard Riddle gibt einem entsprechenden Antrag der schwedischen Justiz statt.
3. März 2012 - Assange legt Berufung ein
Die Anwälte von Julian Assange legen Berufung gegen seine Auslieferung an Schweden ein. Ein Gericht muss in zweiter Instanz in 40 Tagen entscheiden, ob es die Berufung annimmt.
30. Mai 2012 - Auslieferung rechtmäßg
Der Oberste Gerichtshof erkennt das Auslieferungsgesuch als rechtmäßig an. Mit einer Fünf-zu-Zwei-Entscheidung weisen die Richter Assanges Einspruch ab.
14. Juni 2012 - Oberster Gerichtshof will kein weiteres Verfahren
Eine Wiederaufahme des Auslieferungsverfahren lehnen die obersten Richter ab. Assange und seine Anwälte können nun nicht weiter gegen das Auslieferungsverfahren vorgehen.
14. Juni 2012 - Flucht in die Botschaft
Assange flieht in die Botschaft von Ecuador in London und beantragt politisches Asyl in dem südamerikanischen Land.
16. August 2012 - Assange wird politisches Asyl gewährt
Ecuador gewährt Assange politisches Asyl. Die britischen Behörden kündigen an, ihn dennoch zu verhaften, sobald er die Botschaft verlässt. Assange hat zu diesem Zeitpunkt die ecuadorianische Botschaft für fast zwei Monate nicht verlassen.

Julian Assange in Haft

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