WikiLeaks-Informant: Manning gesteht Weitergabe geheimer Daten

Bradley Manning bekennt sich schuldig - zumindest ein bisschen. Vor einem Militärgericht gestand der US-Soldat die Weitergabe geheimer Daten an die Enthüllungsplattform WikiLeaks. Er habe die unsichtbare Realität der US-Kriege zeigen wollen. Zu den schwereren Hauptanklagepunkten bekannte er sich nicht.

Angeklagter Manning (Archivbild vom Dezember 2011): Teilgeständnis vor Militärgericht Zur Großansicht
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Angeklagter Manning (Archivbild vom Dezember 2011): Teilgeständnis vor Militärgericht

Fort Meade - Der wegen Geheimnisverrats angeklagte US-Obergefreite Bradley Manning hat die Weitergabe Hunderttausender Dokumente an die Enthüllungsplattform WikiLeaks zugegeben. Er habe damit eine "öffentliche Debatte" über die amerikanische Diplomatie und Verteidigungspolitik lostreten wollen, sagte der 25-Jährige am Donnerstag bei einer Anhörung vor dem Militärgericht in Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland. "Ich hatte geglaubt, die Depeschen würden uns nicht schaden, aber sie würden peinlich sein", sagte Manning in einer langen Erklärung, um seine Beweggründe zu verdeutlichen.

Zuvor hatte er sich in zehn der 22 Anklagepunkte gegen ihn für schuldig bekannt, die zuständige Richterin Denise Lind akzeptierte Mannings Schuldbekenntnis. Dabei handelte es sich um die weniger schweren Vorwürfe. Auf die schwerste Anschuldigung etwa, "den Feind unterstützt" zu haben, ging er nicht ein. Die Geheimdokumente stünden für "die nicht sichtbare Realität der Konflikte im Irak und in Afghanistan". Er habe geglaubt, mit der Veröffentlichung eine Debatte über "Außenpolitik und den Krieg allgemein" auslösen zu können.

Mit dem Teilgeständnis erhoffe er, einen Vergleich mit einer geringeren Haftstrafe erzielen zu können, meinten Beobachter im Gericht. Bisher droht Manning eine lebenslange Haftstrafe. Die Richterin kann das Schuldeingeständnis jedoch zurückweisen.

Manning beschreibt Herunterladen der Dokumente

Manning beschrieb, wie er die geheimen Daten während seiner Stationierung im Irak vor drei Jahren von Militärrechnern herunterlud. Dabei brachte er zwei Datenbanken in seinen Besitz, in der die täglichen Zwischenfälle der US-Einsätze im Irak und in Afghanistan aufgeführt wurden. "Damals habe ich geglaubt, und ich glaube es immer noch, dass dies zwei der wichtigsten Dokumente unserer Zeit sind", sagte Manning. Außerdem kopierte der Obergefreite vertrauliche Depeschen der US-Diplomatie und ein Video, das den tödlichen Beschuss von Zivilisten durch einen US-Kampfhubschrauber zeigt.

WikiLeaks hatte die Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie unzählige vertrauliche Diplomatendepeschen im Internet öffentlich gemacht. US-Medien sprechen vom schwersten Fall von Geheimnisverrat in der amerikanischen Geschichte.

Im Januar hatte der Soldat einen symbolischen Sieg vor Gericht errungen: Die Militärrichterin hatte bestätigt, dass seine ursprünglichen Haftbedingungen nicht korrekt waren. Sie erließ ihm 112 Tage einer zukünftigen Haftstrafe. Seine Verteidiger hatten allerdings gefordert, wegen der schlechten Behandlung die Anklage fallenzulassen. Manning hatte nach seiner Verhaftung acht Monate bis April 2011 im Militärgefängnis von Quantico (Virginia) gesessen. Dort musste er nach eigenen Angaben bis zu 23 Stunden am Tag in Einzelhaft verbringen und nackt in seiner Zelle schlafen.

Sollte es zu keinem Vergleich kommen, soll der eigentliche Prozess frühestens am 3. Juni beginnen. Dem ehemaligen Geheimdienst-Analysten der US-Armee wird vorgeworfen, während seiner Stationierung im Irak WikiLeaks mit insgesamt 700.000 größtenteils geheimen Dokumenten versorgt zu haben. Die Anklage macht geltend, es gebe erdrückende Beweise, dass Manning "konstant, bewusst und methodisch" interne Dokumente aus regierungseigenen Computern gezogen und dann weitergegeben habe.

fab/AFP/dpa

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insgesamt 112 Beiträge
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    Seite 1    
1. Wie bei uns.......
spiegelator 28.02.2013
Zitat von sysopBradley Manning bekennt sich schuldig - zumindest ein bisschen. Vor einem Militärgericht gestand der US-Soldat die Weitergabe geheimer Daten an die Enthüllungsplattform WikiLeaks. Er habe die unsichtbare Realität der US-Kriege zeigen wollen. Zu den schwereren Hauptanklagepunkten bekannte er sich nicht. Bradley Manning gesteht Weitergabe geheimer Daten an WikiLeaks - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/bradley-manning-gesteht-weitergabe-geheimer-daten-an-wikileaks-a-886205.html)
Tat und Täter sind straffrei, bis hin zu Mord und Totschlag. Aber wehe dem, der darüber schreibt........
2. Dieser...
hundotto 28.02.2013
..Mann ist ein Held!!!!!!!!!!!Hoffentlich lassen die ihn nicht im Kerker verrecken.
3. Was er bekennt ist völlig Irrelevant vor einem deutschen Gericht
winfired 28.02.2013
Er wurde gefoltert, was das Zeug hält - Einzelhaft, Nackt, Wasserfolter, Schlafentzug und so weiter und so fort - Warum gesteht er nicht das er eine Hexe ist und nach Deutschland zum Brocken geflogen ist, dort hat der Teufel ... ?
4.
staatsräson 28.02.2013
So sehen Diktaturen aus. Dort sollten Merkel und Co. mal Menschenrechte einklagen, aber das dürfen sie ja nicht, das ist Staatsräson.
5.
okokberlin 28.02.2013
über die albernen pussy riots wurde sich aufgeregt und es zigfach dicke schlagzeile. und manning läuft medial irgndwo ganz weit unten. dabie hat er nichts anderes getan als unrecht aufzudecken (stichwort -das video mit der hubschrauberbesatzung die zivilisten abknallt- die besatzung ist im übrigen bis heute nicht bleangt wurden) für mich ein großes unrecht diesen mann anzuklagen und noch größeres unrecht seine haftbedingungen in der anfangszeit.
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