Oberstes Gericht Brasiliens Ex-Präsident Lula soll inhaftiert werden

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat nach einer elfstündigen Marathonsitzung grünes Licht für eine Inhaftierung Lulas gegeben. Die Entscheidung war knapp - sechs Richter waren dafür, fünf dagegen.

Luiz Inacio Lula da Silva
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Luiz Inacio Lula da Silva


Der brasilianische Ex-Präsident Lula da Silva, 72, kann demnächst ins Gefängnis kommen, das hat der Oberste Gerichtshof des Landes in einer elfstündigen Marathonsitzung beschlossen.

Wenn die Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen wie erwartet die Inhaftierung Lulas beantragt, kann der Ex-Präsident jedoch noch einmal dagegen Einspruch einlegen.

Der ehemalige Staatschef war Ende Januar in zweiter Instanz zu zwölf Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Lula wurde für schuldig befunden, in dem Skandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras von dem Bauunternehmen Odebrecht die Renovierung eines Luxusapartements angenommen zu haben.

Er hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt und beim Obersten Bundesgerichtshof einen Antrag gestellt, um einer vorzeitigen Einlieferung ins Gefängnis zu entgehen. Dieser Antrag wurde nun von den Richtern abgewiesen - mit sechs zu fünf Stimmen.

Der 72-jährige Politiker der linken Arbeiterpartei (PT) will bei der Präsidentenwahl im Oktober erneut antreten und liegt mit bis zu 36 Prozent in den Umfragen derzeit deutlich vorne. Bei einem festen Urteil gegen Lula könnte jedoch die Justiz seine Kandidatur verbieten.

vet/Reuters/AP

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