Brasiliens künftiger Präsident Bolsonaro will Umwelt- und Agrarministerium zusammenlegen

Brasiliens künftiger Präsident Bolsonaro bildet das Kabinett um. Er plant, Umwelt- und Agrarministerium zusammenzulegen. Umweltschützer fürchten um die Zukunft der Amazonasgebiete.

Jair Bolsonaro
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Der neu gewählte brasilianische Präsident Jair Bolsonaro stellt seine Regierungsmannschaft zusammen. So soll Paulo Guedes, ein neoliberaler Wirtschaftsprofessor, als Wirtschaftsminister das Rentensystem reformieren. Ein Vorhaben sorgt für Alarm bei Umweltschützern: Bolsonaro plant, das Agrar- und Umweltministerium zusammenzulegen. Umweltverbände fürchten um die Zukunft der Amazonaswälder.

Am wichtigsten sei der neuen Regierung die Rentenreform. "Die Reform des Pensionswesens ist das wichtigste und dringendste Thema", sagte der künftige Wirtschaftsminister Guedes am Dienstag. Bereits der amtierende Präsident Michel Temer wollte das Rentensystem reformieren. Allerdings kam er in den vergangenen zwei Jahren mit dem ausgesprochen unpopulären Thema nicht weiter.

Bereits jetzt fließen 40 Prozent des brasilianischen Bundeshaushalts in Pensionszahlungen. Das Problem wird sich angesichts der alternden Gesellschaft noch weiter verschärfen. Im Schnitt gehen Männer mit 56 Jahren in Rente.

Umweltschützer schlagen Alarm

Außerdem will Bolsonaro das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium zusammenlegen. Der Bolsonaro-Vertraute und Abgeordnete Onyx Lorenzoni bestätigte, dass die Bereiche Landwirtschaft und Umwelt in einem Ministerium gebündelt werden sollen - "wie von Anfang an geplant". Vor der Stichwahl um das Präsidentenamt hatte der Rechtspopulist Bolsonaro noch Gesprächsbereitschaft bei dem Punkt seines Wahlprogramms signalisiert.

Kritiker befürchten, dass mit einer Zusammenlegung der Ministerien der Umweltschutz den Interessen der mächtigen Agrarlobbys geopfert wird. Die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien könnte schneller voranschreiten, um neue Anbau- und Weideflächen für die Landwirtschaft zu schaffen.

Greenpeace verurteilte die geplante Fusion als "großen Fehler". Brasilien habe die weltweit größte Biodiversität und mit dem Amazonas-Regenwald den größten Wald der Welt.

Die prominente brasilianische Umweltaktivistin und Ex-Umweltministerin Marina Silva sprach auf Twitter von einer "Katastrophe". Der Umweltschutz werde künftig in Brasilien keine Rolle mehr spielen.

Der von den Agrarlobbys unterstützte Bolsonaro hatte die Präsidentschaftswahl am Sonntag klar gewonnen. (Lesen Sie hier die Analyse). Am Dienstag traf sich der Rechtspopulist mit engen Mitarbeitern, um über die Verteilung von Ministerposten zu beraten. Bolsonaro übernimmt im Januar offiziell als neuer Staatschef des größten südamerikanischen Landes die Amtsgeschäfte.

mst/dpa/AFP

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