Angriff Schüsse auf Kolonne von Brasiliens Ex-Präsident Lula

Unbekannte haben im brasilianischen Wahlkampf den Fahrzeugkonvoi von Lula da Silva beschossen. Mindestens zwei Fahrzeuge wurden getroffen - doch der Ex-Präsident zeigt sich unbeeindruckt.

Polizisten am Tatort
AP

Polizisten am Tatort


Auf die Kolonne des Wahlkampfteams von Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sind nach Angaben seiner Partei mehrere Schüsse abgefeuert worden. Dabei wurden mindestens zwei Fahrzeuge von insgesamt drei Kugeln getroffen, hieß es auf Lulas Twitter-Account. Es sei aber niemand verletzt worden.

Der Angriff habe sich am Dienstag im Süden des Landes zwischen Quedas do Iguaçu und Laranjeiras do Sul ereignet, teilte die Chefin von Lulas Arbeiterpartei (PT), Gleisi Hoffmann, mit. Der Konvoi war zu diesem Zeitpunkt ohne Polizeischutz unterwegs.

Parteichefin Hoffmann sagte, der Bus, in dem sie und Lula gewesen seien, sei nicht getroffen worden. Sie sprach dennoch von einem "Mordversuch". Der oder die Schützen hätten die Absicht gehabt, "Menschen zu treffen", die sich im Inneren der Reisebusse des Wahlkampfteams befunden hätten. Es sei noch zu klären, ob Lula persönlich habe getroffen werden sollen.

Lula: "Von faschistischen Gruppen angegriffen"

Lula zeigte sich von dem Angriff unbeeindruckt. "Wenn sie glauben, sie können mir Angst machen, liegen sie falsch", teilte er mit. Er ergänzte aber erbost: "Unser Konvoi wurde von faschistischen Gruppen angegriffen. Sie haben schon mit Eiern und Steinen geworfen. Und heute haben sie auf einen Bus geschossen."

Der frühere Staatschef kämpft ungeachtet einer drohenden Haftstrafe um eine neue Kandidatur für die Präsidentschaft Brasiliens. Er war Ende Januar in zweiter Instanz wegen Korruption zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof wird in der kommenden Woche über seinen Einspruch gegen das Urteil entscheiden.

Lula weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und will alle juristischen Mittel ausschöpfen, um dem Gefängnis zu entgehen. In den Umfragen für die Präsidentschaftswahl im Oktober liegt der 72-Jährige derzeit vorn. Er hatte Brasilien bereits von 2003 bis 2010 regiert.

Luiz Inácio Lula da Silva
AP

Luiz Inácio Lula da Silva

In Lulas Amtszeit erlebte das Land einen Wirtschaftsboom, die Regierung legte Programme gegen Armut und für Landreformen auf. Gleichzeitig erreichte aber der Petrobras-Skandal seinen Höhepunkt. Das Unternehmen soll zu überteuerten Bedingungen Aufträge an Baukonzerne und andere Firmen vergeben haben. Diese zahlten wiederum Bestechungsgelder an Politiker und Parteien.

apr/AFP/dpa



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