Brasilien Trotz Haft - Lula bleibt Spitzenkandidat seiner Partei

Die brasilianische Arbeiterpartei hält an Lula als Spitzenkandidat fest - obwohl der Ex-Staatschef im Gefängnis sitzt. Ob er wirklich für das Präsidentenamt kandidieren kann, ist noch fraglich.

Protest für Luiz Inácio Lula da Silva
AP

Protest für Luiz Inácio Lula da Silva


Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bleibt trotz seiner Inhaftierung Spitzenkandidat der Arbeiterpartei für die Wahl im Oktober. "Er ist unser Kandidat - unter allen Umständen", sagte Parteichefin Gleisi Hoffmann. Lula sitzt seit Samstag in dem brasilianischen Ort Curitiba in Haft. Er war wegen Korruption zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

In Umfragen zur Präsidentschaftswahl liegt Lula derzeit in Führung. Der Ex-Präsident geht weiter juristisch gegen seine Verurteilung vor und hofft auf einen positiven Ausgang des Berufungsverfahrens. Lula schaltete auch den Uno-Menschenrechtsausschuss ein. Er hatte angekündigt, seine Unschuld zu beweisen und "größer, stärker" aus der Haft zurückzukehren. Ob er als Häftling überhaupt für das Präsidentenamt kandidieren kann, ist fraglich.

Der Politiker der Arbeiterpartei war im vergangenen Jahr wegen der Verwicklung in einen weitverzweigten Korruptionsskandal und Geldwäsche verurteilt worden. Dem Urteil zufolge ließ er sich während seiner Präsidentschaft von der Baufirma OAS eine Luxuswohnung in der Küstenstadt Guarujá sowie eine große Geldsumme in bar schenken. Der Baukonzern soll im Gegenzug bei Verträgen mit dem staatlich kontrollierten Ölkonzern Petrobras begünstigt worden sein.

Lula bestreitet die Vorwürfe. Der linke Politiker war bereits von 2003 bis 2010 Präsident von Brasilien.

aev/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.