Proteste in Brasilien Zehntausende fordern Lulas Freilassung

Zu zwölf Jahren Haft ist Brasiliens Ex-Präsident Lula verurteilt worden. Jetzt haben seine Anhänger in Rio für dessen Freilassung demonstriert. Die Veranstalter sprechen von 80.000 Teilnehmern.

Demonstration in Rio de Janeiro
DPA

Demonstration in Rio de Janeiro


Wegen Korruption sitzt Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva seit Anfang April in Haft. Seine Strafe: Zwölf Jahre Gefängnis. Dabei blieb es auch, als ein Bundesrichter vor einigen Wochen überraschend Lulas Freilassung anordnete. Der frühere Staatschef könne sein Berufungsverfahren auch zu Hause abwarten - so die Begründung. Doch der zuständige Gerichtspräsident erklärte die Entscheidung umgehend wieder für ungültig.

Lulas Unterstützer wollen sich damit nicht zufrieden geben. Tausende Menschen demonstrierten am Wochenende bei einem Festival in Rio de Janeiro für dessen Freilassung. Bis zu 80.000 Teilnehmer kamen zu "Lula libre" im Stadtteil Lapa, wie der Veranstalter am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) mitteilte.

Lula da Silva
AP

Lula da Silva

Bei der Feier traten brasilianische Künstler auf, darunter auch der Musiker und Ex-Kulturminister des südamerikanischen Landes, Gilberto Gil. Das Festival begann am Samstagnachmittag und dauerte bis in die Morgenstunden.

Lula soll von einem Bauunternehmen die Renovierung eines Luxus-Apartments angenommen haben. Der Ex-Präsident weist die Vorwürfe zurück. Er sieht sich als Opfer einer Verschwörung rechter Politiker, der Justiz und der Medien und bezeichnet sich selbst als politischen Gefangenen.

kev/dpa



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