Korruptionsskandal Razzia bei Brasiliens Ex-Präsident Lula

Die Polizei hat offenbar das Haus des früheren brasilianischen Präsidenten Lula durchsucht. Bei der Razzia wurden laut Medienberichten mehrere Personen festgenommen.

Ex-Präsident Lula da Silva
AFP

Ex-Präsident Lula da Silva


Im Korruptionsskandal um den Ölkonzern Petrobas holt die brasilianische Polizei offenbar zum nächsten Schlag aus. Medienberichten zufolge haben die Ermittler eine Razzia im Haus des früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva durchgeführt. Dabei sollen mehrere Personen festgenommen worden sein. Der Politiker sei von der Polizei mitgenommen worden, um eine Aussage zu machen.

Seit 2014 wird die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas von dem schweren Schmiergeldskandal um den halbstaatlichen Petrobras-Konzern erschüttert. Mehrere hohe Funktionäre wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Der ehemalige Schatzmeister der regierenden Arbeiterpartei (PT), João Vaccari Neto, wurde wegen Korruption und Geldwäsche zu 15 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Der frühere Dienstleistungschef von Petrobras, Renado Duque, musste für 20 Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Die Affäre soll bereits unter Lulas Präsidentschaft begonnen haben.

Es geht um Geldwäsche, Untreue, Kartellbildung und Korruption in Milliardenhöhe. Unter anderem soll von 2004 bis 2012 durch überhöhte Vertragsabschlüsse bei Petrobras-Projekten Geld an politische Parteien geflossen sein - vor allem an die regierende Arbeiterpartei PT von Präsidentin Dilma Rousseff.

Über die konkreten Hintergründe der Razzia in Lulas Haus ist bislang nichts bekannt. An der Operation sollen insgesamt 200 Polizisten beteiligt gewesen sein. Lula habe "ruhig reagiert", als die Ermittler am Morgen bei seinem Haus im Bundesstaat São Paulo erschienen, berichtete die Zeitung "Folha S. Paulo".

kev/AP/Reuters

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