Brasilien Hunderttausende gehen gegen Regierung auf die Straße

Es läuft nicht gut für Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. In den großen Städten des Landes forderten Hunderttausende ihren Rücktritt. Ein Anlass ist der Korruptionsskandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras.

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Wirtschaftskrise, Schmiergeldskandal - viele Menschen in Brasilien sind unzufrieden mit ihrer Regierung. Am Sonntag gingen Hunderttausende auf die Straße, um Präsidentin Dilma Rousseff ihren Unmut zu zeigen. Alleine in Sao Paulo sprach die Polizei auf ihrem offiziellen Twitter-Account zunächst von 580.000 Teilnehmern, wenig später sogar von einer Million Teilnehmern.

In der Hauptstadt Brasília versammelten sich nach Polizeiangaben 45.000 Menschen vor dem Kongress, in Belo Horizonte, Goiás und anderen Städten waren es jeweils Zehntausende und in Rio 15.000.

Viele Demonstranten kamen in Nationaltrikots und hatten Nationalflaggen, Trillerpfeifen und Plakate dabei. Auf Schildern war zu lesen "Dilma, raus!", "Korruption - wie lange noch?" und "Amtsenthebung für Rousseff!".

Die brasilianische Staatschefin Rousseff kämpft seit geraumer Zeit mit einer Wirtschaftskrise. Zuletzt brachte ihr auch der Skandal um den staatlichen Ölkonzern Petrobras Negativschlagzeilen. Nach Angaben eines Ex-Managers des Unternehmens erhielt Rousseffs Arbeiterpartei, die PT, umgerechnet etwa 185 Millionen Euro an Schmiergeldern von Petrobras.

Protest in Belo Horizonte: Kritik an der Regierung
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Protest in Belo Horizonte: Kritik an der Regierung

Ermittlungen gegen Dutzende Abgeordnete

Die Staatschefin saß dem Konzern von 2003 bis 2010 vor. Sie betont aber, keine Kenntnis von den Vorgängen gehabt zu haben. Auf obersten Gerichtsbeschluss wird gegen Dutzende Abgeordnete und Senatoren sowie Ex-Minister aus der PT-Regierungszeit ermittelt.

Die Oppositionspartei PSDB unterstützt die jetzigen Proteste, aber nicht die Forderung nach einem "Impeachment", einem Amtsenthebungsverfahren.

An Rios Copacabana kam es am Rande einer Demonstration zu kleinen Rangeleien. Regierungsgegner vertrieben Anhänger der Präsidentin aus dem Demonstrationszug. Erst am Freitag waren Tausende Gewerkschafter und Unterstützer der Regierung in mehreren Bundesstaaten auf die Straße gegangen, um Rousseff und dem Petrobras-Konzern den Rücken zu stärken.

Die Regierung hatte die Gegenproteste vom Sonntag als legitim bezeichnet, aber vor Ausschreitungen gewarnt. Bei den Protesten 2013 war es zu nächtelangen Straßenschlachten zwischen Randalierern und der Polizei gekommen. Damals waren zwischenzeitlich landesweit eine Million Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Korruption zu protestieren. Ebenso wurden damals die hohen Kosten für die Fußball-WM 2014 sowie Missstände im Bildungs-, Gesundheits- und Transportwesen angeprangert.

mbö/dpa/AFP

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
larica 15.03.2015
1. 1 Million
São Paulo 16:20 h Ortszeit. Allein hier bei mir in São Paulo sind mehr als 1 Million Menschen auf der Strasse, ohne Organisation, ohne andere Parteien, komplett via Internet und dazu total friedlich. Dilma kann ihren Hut nehmen und nach Kuba emigrieren.....
carahyba 15.03.2015
2. Korruption ...
Ohne zu übertreiben kann gesagt werden, dass die meisten Politiker Brasiliens korrupt sind. Es gibt da wenige Ausnahmen. Abertausende von Politikern auf Unions, -Landes und Kommunalebene machen nichts anderes als Gelder beiseite zu schaffen. Das was ich hier schreibe ist keine trollsche Übertreibung. Genau so schlimm ist, dass niemand dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Der Senatspräsident und der Präsident des Abgeordnetenhauses stehen auf der Liste der Angeklagten. So einem Mann wie Renan Calheiros werden zum x-ten Male Korruption nachgewiesen, trotzdem hat er eins der höchsten Ämter in Brasiliens inne. Natürlich hat Dilma Rousseff korrumpiert, anders kann sie gar nicht regieren, jedes Gesetz muss durch Stimmenkauf durch den Kongress gebracht werden. Der Kongress wird im Volksmund als das grösste Bordell Brasiliens bezeichnet.
carahyba 15.03.2015
3.
Zitat von laricaSão Paulo 16:20 h Ortszeit. Allein hier bei mir in São Paulo sind mehr als 1 Million Menschen auf der Strasse, ohne Organisation, ohne andere Parteien, komplett via Internet und dazu total friedlich. Dilma kann ihren Hut nehmen und nach Kuba emigrieren.....
Warum beschweren Sie sich nicht über die aber Tausende von korrupten Politikern, die dieses Land kaputt gemacht haben. Dilma wird nicht ihren Hut nehmen, dazu gibt es keine Handhabe. Eher sollte man den gesamten "congresso national" ins Gefängnis stecken.
Veterano48 15.03.2015
4.
es sind wohl nicht nur zehntausende, sonder mehrere hunderttausende, die momentan in Brasilien auf der Straße sind. Zu sehen im Sender "RedeRecord" über Sat 19E. Bisher alles friedlich.
gerhard38 15.03.2015
5.
Kann mir jemand ein Land nennen wo die Politiker nicht korrupt sind und/oder die Wählerschaft ständig belügen?
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