Reaktion auf Brexit Cameron soll nach Rücktrittsankündigung geweint haben

Eine Mehrheit der Briten entschied sich für den Brexit - der Anfang vom Ende für Premier Cameron. Nach der Ankündigung seines Rücktritts soll es in seinem Amtssitz mit Vertrauten angeblich zu emotionalen Szenen gekommen sein.

David Cameron
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David Cameron


Eigentlich wollte er doch bloß ein paar innerparteiliche Nörgler ruhigstellen. Um die EU-Skeptiker bei den Tories zu befrieden, stimmte David Cameron einem Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU zu. Diese Entscheidung kostete ihn letztlich sein Amt als britischer Premierminister.

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Heft 26/2016
Es lebe Europa?

Als am Freitagmorgen klar war, dass sich eine Mehrheit der Briten für den Brexit ausgesprochen hatte, trat ein sichtlich geknickter Cameron vor seinem Amtssitz, Downing Street 10, vor die Presse - und kündigte seinen Rücktritt an. Schon bei diesem Auftritt machte der Politiker den Eindruck, als müsse er sich sehr zusammennehmen.

Die "Daily Mail" berichtet nun, was sich zugetragen haben soll, als Cameron und seine Frau Samantha die Tür des Amtssitzes wieder hinter sich geschlossen hatten. Ian Birrell, ehemaliger Redenschreiber des Premiers, schreibt für das Blatt, Camerons Vertraute hätten nach der Rücktrittsankündigung geweint - genauso wie der Premier.

Birrell beruft sich auf einer Person, die bei der Situation anwesend gewesen sein soll. Eine weitere Quelle gibt es nicht. Die "Daily Mail" gehörte zu den entschiedensten Befürwortern eines Brexits. "Wenn Sie an Großbritannien glauben, stimmen Sie für 'Leave'", titelte das Blatt vor dem Referendum. Und danach: "Wir sind raus!"

Und Cameron? Zeigte sich am Samstag äußerlich ungerührt im Städtchen Cleethorpes bei einer Veranstaltung zum "Armed Forces Day", bei dem die Bevölkerung ihre Unterstützung für die Angehörigen der Streitkräfte zeigen soll.

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insgesamt 44 Beiträge
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yonosoymarinero 26.06.2016
1. Nicht die Mehrheit...
...der Briten hat für den Brexit gestimmt...sondern die Mehrheit der Wähler ! Soviel Genauigkeit muss sein. Nichtsdestotrotz ist das Ergebnis eindeutig . Und ja, es ist eine Chance...für GB...und für die EU.
durchfluss 26.06.2016
2. Selbstmitleid
Die Tränchen dürfte er vor Selbstmitleid vergossen haben. Sein unbedachter Schritt hat ihn ums Amt gebracht und sein Platz in den Geschichtsbüchern wird kein schöner sein, wenn Schottland oder Nordirland aus dem UK austritt - vermutlich wird er als schlechtester Premier aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Sein Spottname "Camoron" drückt ja ganz gut aus was seine Landsleute von ihm halten.
Meskiagkasher 26.06.2016
3.
Natürlich ist es zum Weinen. Wie schon beim Schottland-Referendum hat er erst etwa zwei Wochen vorher wirklich verstanden, wie groß die Welle ist, die da rollt. Er hat weder Nigel Farage noch Boris Johnson ernst genommen, weil er nicht glauben konnte, dass auch in England Leute mit Gepoltere nach dem Vorbild Trump Referenden für sich entscheiden könnten. Er hat gemerkt, dass er ewig als der Premier gelten wird, der erst fast Schottland verloren hat, dass England aus der EU verloren hat, und der immer noch Schottland verlieren könnte. Könnte durchaus sein, dass in der nächsten Wochenaudienz die Queen ihm eine mit der Handtasche drüber zieht.
mimak 26.06.2016
4. Wenn Dummheit weh tun würde
hätte Hr. Cameron seitdem er das Referendum angekündigt hat weinen und schreien müssen. Jetzt jetzt muss endlich die Suppe auslöffeln, das er uns eingebrockt hat. Und er soll auch endlich SOFORT zurücktreten.
chjuma 26.06.2016
5. Ich weiß überhaupt nicht warum hier so
eine Aufregung wegen einem Volksreferendum ist. Der Brexit findet sowieso nicht statt. Oder glaubt hier jemand im ernst dass die EU ihren zweitgrößten Nettozahler einfach so ziehen lässt? Als ob in der EU der Volkswille irgendetwas zählen würde. Draghi, Merkel und Juncker entscheiden was passiert. Nicht irgendein dämliches Volk. Ich bin nur gespannt wie das dann alles heißen soll. Der Afghanistankrieg hieß robuster Hilfseinsatz. Msl sehen wie sie den Ausfall des Brexit phantasievoll ummanteln. Diese Bande treibt Europa in den Bürgerkrieg. Mit anderen Worten, sie tun immer das Gegenteil von dem, was sie angeblich nicht wollen.
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