Brexit Tusk und Juncker bieten Großbritannien EU-Verbleib an

Gibt es noch einen Exit vom Brexit? EU-Ratspräsident Tusk und Kommissionspräsident Juncker befeuern die Debatte um ein erneutes Referendum. Die Antwort aus London ist eindeutig.

Jean-Claude Juncker
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Jean-Claude Juncker


EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker haben Großbritannien einen Verbleib in der Europäischen Union angeboten. Falls die Briten ihre Meinung änderten, seien "unsere Herzen weiter offen für sie", sagte Tusk. Juncker sagte, er hätte es nicht gerne, dass in London überhört werde, "dass unsere Tür nach wie vor offen steht".

Tusk warnte allerdings auch: Sollte die britische Regierung bei ihrer Entscheidung, die EU zu verlassen, bleiben, "dann wird der Brexit im März nächsten Jahres Wirklichkeit werden, mit all seinen negativen Konsequenzen". In Bezug auf ein mögliches zweites Referendum zitierte Tusk den britischen Brexitminister David Davis: "Wenn eine Demokratie ihre Meinung nicht ändern kann, dann hört sie auf, eine Demokratie zu sein."

Die Antwort der britischen Premierministerin kam allerdings schnell und war eindeutig. Großbritannien werde die Europäische Union verlassen, stellte ein Sprecher von Theresa May klar. "Ich glaube, wir haben es absolut deutlich gemacht, das britische Volk hat dafür gestimmt, die Europäische Union zu verlassen, und das werden wir auch tun", sagte der Sprecher weiter.

Die Briten hatten im Juni 2016 in einem Referendum mit knapp 52 Prozent für den Brexit gestimmt. Im Dezember hatte die EU die zweite Phase der Brexit-Verhandlungen gestartet. Die britische Regierung muss sich damit bald entscheiden, wie das zukünftige Verhältnis zur EU aussehen soll. May bieten sich mehrere Optionen - ein zweites Referendum spielte bei den Überlegungen bisher allerdings keine ernsthafte Rolle.

Inzwischen ist aber die Skepsis zu dem Schritt in Großbritannien gewachsen. Die Liberalen und andere proeuropäische Oppositionspolitiker fordern bereits ein zweites Referendum. Sie argumentieren, dass den Briten bei der Abstimmung von 2016 die volle Tragweite der Entscheidung nicht klar gewesen sei. Zuletzt hatte mit Nigel Farage sogar einer der führenden Brexiteers mit einer erneuten Abstimmung geliebäugelt.

aev/AFP/dpa



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wolfsauge 16.01.2018
1. Wie bitte ?
Das englische Volk hat gewählt! Mit welchem Recht wollen Juncker und Tusk diese Entscheidung außer Kraft setzen? Das ist wäre ein Euro-kratisch-diktatorisches Verhalten, unter Missachtung des englischen Volkswillens.
santoku03 16.01.2018
2.
Vielleicht gibt es ja in letzter Minute doch noch den Exit vom Brexit. Ich will es hoffen.
forumgehts? 16.01.2018
3. Tja,
Britannia rules the waves - sonst aber nichts. Und das Commonwealth ist auch nicht mehr so common und wealthy wie es mal war! Aber warum sollte GB auf dem Weg in den Abgrund der EU nicht vorangehen?!
averroes 16.01.2018
4. Funktionärsgehabe
Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie Funktionäre mit Volksabstimmungen/Demokratie umgehen, wenn denen das Ergebnis nicht passt. Statt das eigene "Agieren" kritisch zu beleuchten, soll solange abgestimmt werden, bis denen das Ergebnis gefällt. - Ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie!
albertwilhelm-s 16.01.2018
5.
.....sehr vernünftig,Herr Junkers.Ggf. sollten die Briten nochmals eine Volksabstimmung machen.Vermtl. Ergebnis. wir wollen bleiben.
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