Britischer EU-Austritt Frankreichs Regierung bereitet sich auf harten Brexit vor

Erreichen Brüssel und London vor dem Brexit noch eine Einigung? Für den Fall, dass es nicht so kommt, bereitet sich Paris nun vor. In Frankreich lebende Briten stehen dabei im Fokus.

EU- und Frankreich-Flaggen
AFP

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Sieben Monate dauert es noch bis zum geplanten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, die Verhandlungen gehen allerdings weiter stockend voran. Deswegen wappnet sich Frankreich nun. Die Regierung in Paris bereitet sich auf einen ungeregelten Brexit vor. Zuletzt hatte London selbst bereits Pläne für ein solches Szenario verkündet.

Frankreichs Ministerpräsident Édouard Philippe forderte seine Minister am Montag auf, Maßnahmen für einen solchen "harten" Brexit vorzubereiten. Sie sollten die Auswirkungen abmildern, die ein Abschied Großbritanniens ohne Vereinbarungen über die künftigen Beziehungen zu der verbleibenden Staatengemeinschaft haben könnte.

Édouard Philippe
REUTERS

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Dabei gehe es vor allem darum, derzeit in Frankreich lebenden Briten den Verbleib im Land zu erleichtern. Auch reibungslose Grenzkontrollen stünden im Fokus. Die Regierung in Paris hoffe zwar auf eine Einigung der Briten mit der EU, müsse aber auch auf den anderen Fall vorbereitet sein.

Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor erklärt, die Geschlossenheit der EU zu bewahren, sei wichtiger als der Aufbau einer engen Partnerschaft mit Großbritannien nach dem Brexit. Das Vereinigte Königreich verlässt die EU nach derzeitigem Stand am 29. März 2019. Ob es überhaupt zu einer Einigung mit der EU kommt oder es tatsächlich einen ungeregelten Brexit gibt, ist derzeit offen.

EU-Kommissar Pierre Moscovici hatte zuletzt sogar gesagt, es sei "theoretisch" möglich, das Brexit-Votum noch rückgängig zu machen. Ein Austritt ohne Deal wiederum hätte wohl heftige Folgen für die britische Wirtschaft.



insgesamt 83 Beiträge
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fountainebleau 28.08.2018
1. Die Briten,
und zwar die Mehrheit, sollten ihre Lethargie endlich überwinden und ihrer Regierung endlich und mit aller Deutlichkeit vermitteln, möglichst direkt vor Downing Street No. 10, dass ein Zweites Referendum erforderlich ist, da die erste Abstimmung unter falschen Begründungen und mit Lügen von Farage und Cameron inszeniert wurde. Es wird sich nichts tun, solange das britische Volk nicht den Mund aufmacht. Und wenn es dann zu einem harten Brexit kommt, haben die Briten selber schuld. Jedenfalls bereiten sich die angrenzenden europäischen Länder jetzt auf einen harten Brexit vor.
Southwest69 28.08.2018
2. Die Osterweiterung ist das eigentliche Problem
Damit begann in den alten EU-Ländern das Lohndumping, organisierte Kriminalität erledigte das Übrige (1994 Einführung der Wegfahrsperre). Heute kommt noch sehr extremer Rassismus aus der ehemaligen Ostzone. Wird Zeit für eine neue EU. Vielleicht ist der Brexit daher als Chance für einen Neuanfang zu sehen. Die Briten machen das schon.
markus_wienken 28.08.2018
3.
Zitat von fountainebleauund zwar die Mehrheit, sollten ihre Lethargie endlich überwinden und ihrer Regierung endlich und mit aller Deutlichkeit vermitteln, möglichst direkt vor Downing Street No. 10, dass ein Zweites Referendum erforderlich ist, da die erste Abstimmung unter falschen Begründungen und mit Lügen von Farage und Cameron inszeniert wurde. Es wird sich nichts tun, solange das britische Volk nicht den Mund aufmacht. Und wenn es dann zu einem harten Brexit kommt, haben die Briten selber schuld. Jedenfalls bereiten sich die angrenzenden europäischen Länder jetzt auf einen harten Brexit vor.
Neben den Lügen von Farage & Co. gab es auch damals schon Stimmen der Vernunft in allen Medien, die auf die Risiken eines Brexits hingewiesen haben. Zum mündigen Bürger in einer Demokratie gehört es auch sich nicht allzu einseitig zu informieren...und wenn doch: Es dürfen auch falsche Entscheidungen getroffen werden. Das gehört zu einer Demokratie und zum Leben eines erwachsenen Menschen einfach dazu. Dann muss man halt mit den Konsequenzen seiner (dummen) Entscheidung leben. Weiterhin: Im Vorgängerforum zum Thema Brexit wurde auf jüngste Umfragen in GB verlinkt, das Verhältnis: Befürworter/Gegner des Brexits scheint immer noch ziemlich knapp zu sein. Eine große Mehrheit für einen Rückzug vom Brexit ließ sich nicht erkennen. Insofern: Eine erneute Abstimmung ist nicht notwendig.
seneca55 28.08.2018
4. In einem 1/2-Jahr ist Mattéi-Letzter und UK sagt Good Bye
Was in den letzten 2 Jahren nach dem Referendum zwischen UK:EU ausgehandelt wurde, ist so gut wie nichts. Es gibt jetzt nur noch mas 1/4-Jahr um zu einem umfassenden Austrittsvertrag zu kommen, der dann noch durch alle 28 Parlamente muss, damit kein "harter Brexit" stattfinden muss. Das ist nach den bisher gemachten Erfahrungen sehr unwahrscheinlich. Alle und nicht nur Frankreich sollten sich jetzt auf den "Harten Brexit" zum 29.März2019 vorbereiten, alles andere wäre eine pos. Überraschung. ByeBye Britannia - die Zeiten mit Dir waren schön!
dr.frustus 28.08.2018
5. Wir sollten …
… den Engländern auf keinen Fall die Gelegenheit nehmen, den ggfs. harten Brexit in vollen Zügen zu genießen. Dann lernen sie mal, wie das ist, wenn man auf Lügner hereinfällt.
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