Brexit Großbritannien will EU offenbar 20 Milliarden Euro zahlen

Laut EU-Schätzungen wird Großbritannien beim Brexit bis zu 100 Milliarden Euro zahlen müssen. Einem Medienbericht zufolge will Premierministerin May nun mindestens 20 Milliarden Euro anbieten.

Theresa May
AFP

Theresa May


Die britische Regierung ist einem Zeitungsbericht zufolge bereit, im Zuge des Brexits mindestens 20 Milliarden Euro als Ausgleich für Haushaltlöcher bei der EU zu zahlen. Darüber habe der EU-Berater von Premierministerin Theresa May, Oliver Robbins, Regierungsvertreter in mehreren EU-Mitgliedstaaten informiert, darunter auch Angela Merkel. Das berichtete die "Financial Times" in der Nacht zum Mittwoch und berief sich dabei auf Insider.

May werde die Summe demnach am Freitag in ihrer Grundsatzrede zum Brexit öffentlich bekannt geben. Bislang hatte London sich nicht dazu geäußert, welche Summe es zur Begleichung seiner Schulden bei der EU zu zahlen bereit ist. Die Höhe ist einer der größten Streitpunkte zwischen EU und britischer Regierung.

Nach Angaben aus EU-Kreisen könnte die Austrittsrechnung bei 60 bis 100 Milliarden Euro liegen. Die britische Seite weist dies als viel zu hoch zurück. Anfang August hatte der "Sunday Telegraph" berichtet, Großbritannien sei unter bestimmten Bedingungen zur Zahlung von 40 Milliarden Euro bereit.

Die Bürger des Vereinigten Königreichs hatten bei einem Referendum im Juni 2016 für den Austritt aus der EU gestimmt. Er ist für Ende März 2019 geplant. Die Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU brachten bislang allerdings keine konkreten Fortschritte. Zu den wichtigsten Streitpunkten gehören neben den finanziellen Forderungen an London auch die Rechte der 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien und der Status der britischen Provinz Nordirland.

aar/AFP/Reuters

insgesamt 103 Beiträge
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Rubyconacer 20.09.2017
1. Typisch Kolonialmacht
Andere auspressen und falls man selbst etwas in Ordnung bringen muss, erstmal mit nur 20% in die Verhandlung gehen. Das ist unanständig, wie immer!
indianrose 20.09.2017
2. Rechnung
Die Rechnung sollte korrekt gestellt werden, denn das ist ja nachvollziehbar. Und da kann die ältere Dame noch vielmals 20 Mrd anbieten. Ich kann auch nicht in einem Hotel übernachten, welches 100 Euro kostet und beim check-out dann sagen, dass ich nur 20 Euro zahlen möchte. Bitte keine Kompromisse mit dieser britischen Regierung.
eunegin 20.09.2017
3. UK: egozentrisches Schachern bis zum Ende
Selbst als großer Freund der EU und mit Bedauern des Ausscheidens Großbritanniens ist das Verhalten der Verantwortliches dieses Staates so unsäglich, dass ich froh bin, wenn sie die EU endlich vollständig verlassen haben. Keine Erpressungen, kein egozentrisches Gequängle, keine Extrawürste mehr. Entgegenkommen sollten die restlichen EU-Partner nur, wenn es ihnen selbst einen Vorteil bringt - und damit UK mit der eigenen Methode behandeln.
raoul2 20.09.2017
4. 20, 40, 60 Milliarden
oder halt alles, was die Verhandlungen zu den Berechnungen ergeben sollten - das hätten sie sich doch weitaus früher (vor dem Referendum) überlegen sollen oder müssen. Das jetzige Geschacher ist furchtbar und zeigt nur einmal mehr auf, wie wenig sich die Regierungen um das kümmern, was ihrer Meinung nach "in weiter Zukunft" liegen würde und daher angeblich nicht zu berücksichtigen wäre. Weg mit Schaden.
ForistGump2 20.09.2017
5. Auch 100 Milliarden...
wären gut angelegtes Geld, wenn man sich dadurch aus diesem Verein zur Geldvernichtung lösen kann.
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