Nächste Brexit-Verhandlungsrunde London fordert mehr Flexibilität von der EU

Am Montag steht die nächste Runde der Brexit-Gespräche an: Die Briten wollen dabei lieber die künftigen Beziehungen verhandeln - und nicht so sehr die Scheidung. Brüssel sieht das anders.

Blick auf London mit Elizabeth Tower
AFP

Blick auf London mit Elizabeth Tower


Die britische Regierung fordert von der EU mit Blick auf die anstehenden Gespräche über den EU-Austritt mehr "Flexibilität": Das geht aus einer Mitteilung des Brexit-Ministeriums hervor. Großbritannien drängt damit auf gleichzeitige Verhandlungen über den EU-Austritt des Landes und ein künftiges Abkommen mit der Europäischen Union.

Die britische Delegation unter Leitung von Brexit-Minister David Davis wird am Montag zur Fortsetzung der Austrittsverhandlungen in Brüssel erwartet. Aus britischen Regierungskreisen hieß es: Diese sollten sich mehr auf die künftigen Beziehungen konzentrieren und nicht auf die Scheidungsvereinbarungen.

Demnach werde das Land bei dem Treffen von Brexit-Minister David Davis und dem EU-Chefunterhändler Michel Barnier auf verschiedene Strategiepapiere verweisen. Das soll zeigen, dass die Regierung ihre Hausaufgaben erledigt habe. Beide Seiten müssten sich nun flexibel zeigen und zu Kompromissen bei strittigen Punkten bereit sein.

Die EU-Kommission sieht das anders. Sie besteht auf einem stufenweisen Prozess. Vor Gesprächen über ein künftiges Abkommen mit London will sie "ausreichenden Fortschritt" bei wichtigen Austrittsfragen erreichen.

Dazu gehören unter anderem finanzielle Forderungen an Großbritannien und die Rechte der etwa 3,2 Millionen EU-Bürger in Großbritannien sowie 1,2 Millionen Briten in der Europäischen Union. Dass es dabei bald zu einem Durchbruch kommt, halten EU-Beamte für unwahrscheinlich.

mho/dpa/Reuters

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insgesamt 96 Beiträge
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Atheist_Crusader 27.08.2017
1.
Die EU hat gleich von Anfang an gesagt wie sie verhandeln wird. Dass den Briten das nicht passt, ist nicht überraschend. Entweder wollen sie nicht dass das Ergebnis der Austrittsforderungen die zukünftigen Beziehungen belastet oder sie haben selbst eingesehen wie planlos sie sind und wissen dass sie nicht so viel Zeit haben. Naja, die EU hat bisher nicht nachgegeben und ich hoffe, dass sie genau so fortfahren werden. Die Briten haben schon zu lange und zu viele Extrawürste genossen. Außerdem reden sie ja immer davon wie toll und großartig ihr Empire war - jetzt merken sie mal selbst wie es ist mit Jemandem zu verhandeln der mächtiger ist als man selbst. Ich würde ja sagen "Ich hoffe sie lernen was draus.", aber das ist nicht wirklich zu erwarten.
GSYBE 27.08.2017
2. Brexit
Arme Briten, lesen sollte man schon können: das Thema heisst Brexit. Oder wie von britischer Seite immer so gerne reklamiert wird: Brexit means Brexit.
w.diverso 27.08.2017
3. Die Briten
haben ihr vergangenes Weltreich ganz sicher nicht mit Verhandlungsgeschick so groß gemacht, das ist einmal fix, und effizientere Politiker müssen sie frühe auch mal gehabt haben. Wie man sieht, hat es schon seine Gründe warum sich ihr Weltreich schön langsam aufgelöst hat. Nur ist das leider noch nicht bei ihrem Selbstverständnis angekommen. Aber lieb sind sie trotzdem!
ClausB 27.08.2017
4. Ich hoffe,
die EU bleibt bei diesem procedere und dieser Einstellung , die ich für die einzig richtige halte: " Die EU-Kommission (...) besteht auf einem stufenweisen Prozess. Vor Gesprächen über ein künftiges Abkommen mit London will sie "ausreichenden Fortschritt" bei wichtigen Austrittsfragen erreichen."
aurichter 27.08.2017
5. Wie
verteilen sich die hier genannten 3,2 Mio EU-Bürger in der Wirtschaft des noch UK? Da werden sich sicher auch wieder etliche Sonderregelungen in Abstufung zur Wertigkeit der beruflichen Position wiederfinden! Für mich eine spannende Entwicklung, die im Detail auch wieder der Öffentlichkeit nicht erhellend dargelegt wird. Was mit den polnischen Arbeitern geschehen soll, die ja angeblich den Einheimischen die Arbeit stehlen, das ist ja hinlänglich auch im Vorfeld des Referendum gezeigt worden, deshalb stellt sich die Frage zum Umgang mit Spitzenverdienern umso mehr. Daß die Lücken in der Wirtschaft dann durch Einheimische tatsächlich gefüllt werden, das glauben sicher die wenigsten, die diese Scheidungsverhandlungen beobachten.
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