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Rückschlag für Cameron: Londons Bürgermeister Johnson kämpft für Brexit

Londons Bürgermeister Johnson - umringt von Reportern:  Für den Brexit  Zur Großansicht
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Londons Bürgermeister Johnson - umringt von Reportern: Für den Brexit

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson will beim anstehenden Referendum für den Austritt Großbritanniens aus der EU kämpfen. Er geht damit auf Konfrontationskurs zu Premier Cameron.

Für David Cameron ist es der denkbar schlechteste Auftakt für seine Kampagne zum Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union: Der populäre Londoner Bürgermeister Boris Johnson hat sich in der Frage "Brexit oder nicht" klar gegen den britischen Premier gestellt. Er werde sich an der Kampagne für einen Austritt Großbritanniens aus der EU beteiligen. Johnson dürfte die Schlüsselfigur im Lager der Brexit-Befürworter sein.

Cameron hat das Referendum, in dem die Briten über den Verbleib ihres Landes in der EU abstimmen dürfen, für den 23. Juni angesetzt. Der Premier hat nach seinem Erfolg beim Gipfel in Brüssel umgehend dafür geworben, dass Großbritannien Teil der EU bleibt. In der Union sei das Land "sicherer, stärker und wohlhabender", zudem habe er beim EU-Gipfel einen "Sonderstatus" für Großbritannien ausgehandelt.

Seine eigene Partei hat Cameron nicht geschlossen hinter sich, sogar fünf Minister aus seinem Kabinett, darunter Justizminister Michael Gove und Arbeitsminister Iain Duncan Smith unterstützen die Kampagne für einen Brexit. Die Ankündigung von Boris Johnson, die Europa-Kritiker zu unterstützen, dürfte Cameron besonders hart treffen. Der 51-jährige Johnson ist bei den Briten sehr beliebt und er gilt als Gegenspieler des Premiers - mit Ambitionen auf dessen Amt.

Der konservative Bürgermeister machte am Abend aber deutlich, dass er nicht an Fernsehrunden teilnehmen werde, in denen er sich gegen seinen eigenen Premierminister stellen müsste. Er räumte auch ein, dass ihm die Entscheidung schwer gefallen sei, da er Europa liebe. Dies dürfe aber nicht mit einem politischen EU-Projekt verwechselt werden, das es seit Jahrzehnten gebe und "das nun droht, der demokratischen Kontrolle zu entgleiten".

Johnson warf Cameron vor, keine grundlegende Reform der EU durchgesetzt zu haben. "Ich werde für einen Austritt werben, weil ich einen besseren Deal für die Menschen dieses Landes will. Ich will ihnen Ausgaben ersparen und will, dass sie die Kontrolle zurückbekommen." Die Entscheidung, sich gegen den Premierminister zu stellen, sei ihm extrem schwergefallen und habe ihm "eine gehörige Menge Kopfschmerzen" bereitet.

Johnson lobte Camerons Verhandlungen, die vereinbarten Reformen seien jedoch nicht weitreichend genug, vor allem in Fragen der nationalen Souveränität. Ähnlich wie Cameron sprach auch Johnson von einer Entscheidung, die man nur einmal im Leben fällen kann - nur kommen beide zu gegensätzlichen Entschlüssen.

nck/Reuters/AP

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insgesamt 161 Beiträge
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1. das Volk muss entscheiden!
Spiegelleserin57 21.02.2016
die Forderungen von Herrn Cameron waren schon reichlich überzogen! Auch darf man nicht vergessen dass es auch deutsche Bürger betreffen wird die in England Arbeit suchen. Seine Forderungen waren schlicht fast eine Erpressung an die Eu....und man hätte ihn einfach ziehen lassen sollen. Es gibt keinen Grund jemanden der gehen will zu halten. Das nächste Mal wird er noch mehr fordern. Eigentlich schon sehr traurig dass die EU so mit sich umgehen läßt!
2. Johnson denkt nur für London...
heavenstown 21.02.2016
... und seinen gewünschten Sonderstatus für die Banken dort...
3. Ein harter Rückschlag für Cameron!
Gockli 21.02.2016
Das kommt etwas unerwartet,Boris Johnson,der Londoner Bürgermeister und zukünftiger Hoffnungsträger der Torys spricht sich für einen Brexit aus!Das macht es nicht grad leichter für David Cameron,sein "Yes"-Votum bei der Volksabstimmung über den Verbleib Englands in der EU durchzusetzen!Die Brexit-Anhänger in England jubilieren,es könnte gut sein,dass jetzt das Brexit noch wahrscheinlicher geworden ist,da auch der Deal zw.Cameron und der EU in England nicht nur positiv aufgenommen wurde!Es bleibt auf alle Fälle spannend bis zum 23.6.2016!Zur Zeit würde ich sagen steht es um in der Fussballersprache es auszudrücken.1:0 für die Brexit-Fans!
4.
wolleb 21.02.2016
Ach, würde das Volk doch nur auf ihn hören, und uns von einer großen Last befreien.
5. Kommunalpolitiker
erzrotti 21.02.2016
haben offenbar in Großbritannien genügend Bodenhaftung! Ein Austritt ist eine logische Folge verfehlter EU Politik. Wann wird dazu in Deutschland abgestimmt? Weiß das hier einer im Forum?
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