Brexit Mehr als eine Million Menschen drängen auf zweites Referendum

Britische Abgeordnete haben der Regierung eine lange Unterschriftenliste übergeben. Ihr Ziel: Nun, da die Brexit-Details ausgehandelt sind, soll die Bevölkerung erneut über den EU-Austritt abstimmen.

Petition "Final Say"
REUTERS

Petition "Final Say"


Die EU hat dem Brexit-Deal zugestimmt, nun kämpft Premierministerin Theresa May um die Zustimmung des Parlaments: Am 11. Dezember stimmt das britische Unterhaus über das Abkommen ab. Schon zuvor aber drängen Befürworter eines zweiten Brexit-Referendums nochmals auf eine Abstimmung: Sie haben bei der Regierung eine überparteiliche Petition mit mehr als einer Million Unterschriften für ein neues Referendum eingereicht.

Die Idee: Jetzt, wo die Details des Brexits ausgehandelt sind, soll die britische Bevölkerung noch einmal darüber abstimmen dürfen, ob sie unter diesen Umständen aus der EU austreten möchte. "Wir wollen sicherstellen, dass die Bürger bei den vorliegenden Optionen ein Wort mitsprechen können", sagte die konservative Abgeordnete Justine Greening bei der Übergabe der Unterschriften an Downing Street, die der Forderung Nachdruck verleihen sollen.

Premierministerin May lehnt ein zweites Brexit-Referendum ab. Die Kampagne für eine zweite Abstimmung hat in den vergangenen Monaten parteiübergreifend Zuspruch gefunden. "Egal ob Sie für den Austritt oder den Verbleib gestimmt haben, für dieses Chaos hat niemand gestimmt", schrieb der Labour-Abgeordnete Chuka Umunna auf Twitter.

In der Nähe des Amtssitzes der Regierung in der Downing Street demonstrierten mehrere Hundert Brexit-Gegner. Gleichzeitig fand unweit davon eine Gegendemonstration von Brexit-Befürwortern statt.

Ob May bis Dienstag tatsächlich die Mehrheit für ihr Abkommen gewinnt, ist ungewiss. Das große Problem der Regierungschefin: Sie muss versuchen, verschiedene Gruppen zufriedenzustellen. Die Opposition kündigte bereits Widerstand an. Aber selbst in Mays eigenen Reihen sind etliche Abgeordnete gegen die Vereinbarung. Zu den Gegnern des Deals zählen konservative Proeuropäer und Brexit-Hardliner, die weiter auf einen radikalen EU-Ausstieg setzen.

aev/AFP



insgesamt 49 Beiträge
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frenchie3 03.12.2018
1. Ja, und wenn die Volksseele
dann was anderes will? Sagt die EU dann einfach: OK, alles bleibt wie es war? DER Zug ist ja wohl abgefahren. Und es darf auch niemals so kommen sonst kann sich die EU gleich auflösen
gatoville 03.12.2018
2. Erneut abstimmen bis das Ergebnis stimmt?
Es wurde abgestimmt und jetzt soll der Brexit auch vollzogen werden. Die Mehrheit hat gesprochen und der Rest von Europa ist bald einen konstanten EU-Noergler und dessen nachtraeglich ausgehandelten Sonderbestimmungen los.
frank.huebner 03.12.2018
3. Pech gehabt
Es wurde gewählt und die Mehrheit hat sich für den Brexit entschieden. Egal, ob die Brexiteers mit reichlich Lügen und Übertreibungen argumentiert haben. Das ist die Gefahr bei Volksabstimmungen. Wenn jetzt neu abgestimmt wird wäre es so, als wenn man einfach solange wählt, bis das Ergebnis irgendwann passt. Was, wenn nöchstes jahr wieder die Brexiteers wählen wollen`? Es gäbe ein unendliches hin und her. Pech gehabt. De Briten hatten die Wahl. Sie haben sich entschieden. Pech gehabt. Aus genau diesem Grund bin ich gegen Volksabstimmungen in jedem Bereich, weil man viele Probleme nicht mit Ja und Nein beantworten kann.
mima84_84 03.12.2018
4.
Sehe ich nur als fair an. Die erste Abstimmung fand unter dem Eindruck von Lügen und falschen Versprechungen statt. Jetzt hat sich bewahrheitet, dass nichts, was die Brexiteers versprochen hatten, gehalten wird. Nicht mal 24h nach der Wahl wurden die Versprechungen woeder kassiert und man hat sich feige aus der Verantwortung gestohlen. Jetzt haben die Wähler wenigstens ausreichend Ingormationen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Artognou 03.12.2018
5. Referendum No.2?
Wenn nach einem zweiten Referendum UK in der EU bleiben möchte, sollte von der EU den Briten allerdings klargemacht werden, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann als sei nichts gewesen. Auf z.B. ihre Sonderregelungen müssten dann die Briten verzichten. Zumindest wäre ein klares Bekenntnis zur EU wünschenswert und auch einzufordern!
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