+++Minutenprotokoll+++ Das war der historische Tag - noch einmal zum Nachlesen

Für Jean Claude Juncker war der Brexit eine "vollumfängliche Katastrophe", für David Cameron das Ende seiner Karriere, für Mitarbeiter des Auswärtigen Amts Anlass genug, sich zu betrinken. Hier alle Ereignisse im Minutenprotokoll.

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Der Brexit sei "nicht der Anfang vom Ende der Europäischen Union", betonte Bundespräsident Joachim Gauck laut dpa in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Später am Tag wohnte er den Feiern zum 25. Jahrestag der Unabhängigkeit Sloweniens bei. Nach der britischen Brexit-Entscheidung sei er gerne zusammen "mit Freunden, die treu zu Europa stehen, Europa weiterbauen, verteidigen und schöner machen wollen", sagte Gauck bei der Ankunft in der Hauptstadt Ljubljana.
US-Präsident Barack Obama hat nach eigenen Angaben mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Cameron telefoniert, meldet Reuters. Die besondere Beziehung zwischen Großbritannien und den USA werde weiterbestehen, sagt Obama.
Auch Irland sieht gute Chancen, britische Firmen auf die Nachbarinsel zu locken. Entsprechende Gespräche liefen bereits seit Monaten, sagte der Chef der staatlichen Investitionsagentur IDA, Martin Shannahan, der Nachrichtenagentur Reuters. Dublin konkurriert hier unter anderem mit Frankfurt und Paris. Auf der grünen Insel sind bereits internationale Konzerne wie Apple und Citigroup vertreten.
Die Schotten haben schon angekündigt, ein neues Referendum über ihre Unabhängigkeit anzustreben, nun wird die Forderung auch in Nordirland laut. Der nordirische Vize-Premier Martin McGuinness von der Sinn-Fein-Partei fordert, die Nordiren müssten "über ihre Zukunft mitbestimmen" dürfen. Die Nordiren haben zu fast 60 Prozent für den EU-Verbleib gestimmt. Die Sinn-Fein-Partei strebt schon seit Jahren eine Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland an.
"Großbritannien bleibt eine Weltmacht." Das behauptet zumindest der britische Uno-Botschafter Matthew Rycroft.
Jetzt ist klar, wie der Brexit kommen konnte: Nordirlands Fußballnationalspieler durften nicht wählen! Es ärgere ihn im Nachhinein, "dass ich den Spielern nicht die Chance zur Briefwahl gegeben habe", sagte Nordirlands Trainer Michael O'Neill in Paris. Dort treffen die Nordiren im Achtelfinale der Fußball-EM am Samstag (18 Uhr/ARD) auf Wales.
Die Katalanen in Spanien sehen sich durch das Brexit-Votum in ihrem Streben nach Unabhängigkeit bestärkt. Nach Worten des Chefs der Regionalregierung, Carles Puigdemont, zeigt der Austritt der Briten aus der Europäischen Union, dass auch Katalonien seine Unabhängigkeit ohne Zustimmung der Zentralregierung in Madrid beanspruchen könnte, meldete Reuters.
Polens Ministerpräsidentin Szydlo fordert eine Reform der EU: Sie müsse zu einer "starken Union unabhängiger Staaten" werden.
US-Vizepräsident Joe Biden bedauert die Entscheidung der Briten. "Wir hätten uns ein anderes Ergebnis gewünscht."
Die EU bricht jetzt wahrscheinlich auseinander. Von wem stammt diese freundliche Einschätzung? Von US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Er weiß auch, warum die Briten für den Austritt gestimmt haben: Weil Barack Obama sie gebeten hatte, zu bleiben.
Der Brexit als "Beginn eines neuen Zukunftsweges". So viel Optimismus kann nur von einem kommen: Bundespräsident Joachim Gauck, der gerade auf Staatsbesuch in Bulgarien ist. Der bevorstehende Austritt der Briten sei "nicht der Anfang vom Ende der Europäischen Union", sondern vielmehr "der Anfang von neuen Bemühungen um die Verteidigung der Union und ihrer Werte."
Zwischenruf aus Schottland: Dort ist Donald Trump, wahrscheinlicher US-Präsidentschaftskandidat, gerade zu Besuch - und tönt, der Brexit werde das Verhältnis zwischen Großbritannien und den USA "null" beeinträchtigen. (Foto: Reuters)
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat eine E-Mail an alle britischen EU-Mitarbeiter in Brüssel geschickt: Ihre Jobs seien sicher.
Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen im Juli zu einem Sondergipfel zusammenkommen. Das kündigt Lettlands Außenminister Edgars Rinkevics an.
Der russische Premier Medwedew zeigt sich über den Brexit besorgt. Der Austritt Großbritanniens aus der EU werde die globale Wirtschaft beeinträchtigen, Russland werde Konsequenzen ziehen müssen.
Einer der stärksten Befürworter eines Brexit, Boris Johnson, wurde ausgebuht und ausgepfiffen. Polizisten begleiteten den ehemaligen Londoner Bürgermeister beim Verlassen seines Hauses in der britischen Hauptstadt, während Demonstranten ihn etwa als "Drecksack" beschimpften.
Europas größter Autobauer Volkswagen sieht in den möglichen Konsequenzen des britischen EU-Austritts größere Unsicherheiten, hält die Folgen aber für wahrscheinlich beherrschbar. "Es ist zu früh, alle Auswirkungen auf die Aktivitäten des Unternehmens zu bewerten", heißt es aus der Konzernzentrale in Wolfsburg. Man sei jedoch gut aufgestellt, um VW "an sich verändernde wirtschaftliche und politische Umstände anzupassen".

Umfrage zu Brexit-Entscheidung: "Reisende soll man nicht aufhalten" - SPIEGEL ONLINE - Video

SPIEGEL ONLINEDer Brexit kommt. Beim Referendum haben die Briten für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Eine Videoumfrage im Berliner Regierungsviertel.
Der Snookerprofi Ronnie O’Sullivan ist so etwas wie ein lebendes Nationaldenkmal in Großbritannien. Offenbar plant der Brite nach der Brexit-Entscheidung eine Auswanderung nach Deutschland:
Die Kursschwankungen nach dem Brexit-Referendum sollten Anleger nicht zu überstürztem Handeln veranlassen. Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rät zu Gelassenheit: Er rechne zwar auch in den kommenden Tagen mit "mittleren Börsenbeben". Langfristig sollten die Auswirkungen des Brexits für Anleger aber gering ausfallen, so Kurz.
Starke Worte: Unions-Fraktionschef Volker Kauder macht die britische Regierung für den Ausgang des Brexit-Votums verantwortlich. "In Deutschland wäre eine solche Entscheidung nicht möglich", sagt er. (Foto: Reuters)
Italiens Außenminister Paolo Gentiloni bezeichnet die Entscheidung der Briten als Weckruf für Europa. Ähnlich klingt der Tenor einer Mitteilung des polnischen Außenministeriums: Die EU müsse aufgerüttelt werden, um Veränderungen in Angriff zu nehmen, damit sie für die Zukunft gestärkt werde. Statt das Votum der Briten zu kritisieren, sollte die Volksabstimmung zum Handeln mobilisieren: "In mehreren Mitgliedsländern kann Desillusionierung mit der europäischen Integration und sinkendes Vertrauen in die EU beobachtet werden."

John Cryan, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, hat sich geäußert:

 
"Die Konsequenzen lassen sich noch nicht vollständig absehen. Sie werden aber für alle Seiten negativ sein. Es schmerzt mich, dass Europa für viele meiner Landsleute offenbar an Attraktivität verloren hat."
Don't panic! Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat sich vom Ergebnis des britischen EU-Referendums enttäuscht gezeigt, aber zugleich vor Panik gewarnt. Nun müsse "in aller Ruhe" nach einer stabilen Lösung gesucht werden, sagte der Politiker. Ähnliche äußerte sich auch die CSU: Die Bundestagsfraktion der Partei warnte vor "Schnellschüssen und Aktionismus" als Reaktion auf die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der EU. "Oberstes Gebot ist jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren", sagte die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Gerda Hasselfeldt.
Ein schwerer Gang: David Cameron mit seiner Frau Samantha auf dem Weg zur Pressekonferenz, bei der der britische Premier seinen Rücktritt bekannt gibt.
Der Bundestag wird am Dienstag nach Angaben seines Präsidenten Norbert Lammert voraussichtlich zu einer Sondersitzung zusammenkommen. In Vorbereitung des geplanten EU-Gipfels werde es dann eine Regierungserklärung geben. Man müsse sich jetzt "ebenso ruhig wie zügig" mit den Konsequenzen der britischen Entscheidung auseinandersetzen, sagte Lammert.
Cameron kommt mit seinem Rücktritt einer Forderung von Ukip-Chef Nigel Farage nach. "Wir brauchen nun eine Brexit-Regierung", sagte der Chef der rechtspopulistischen UK Independence Party vor dem Parlament. "Wir haben eine scheiternde politische Union zurückgelassen."
Er werde noch drei Monate im Amt bleiben, sagt Cameron. Austrittsverhandlungen mit der EU sollten anschließend mit einem neuen Premierminister beginnen. "Das Land braucht ein neue Führung", so Cameron. "Ich werde alles tun in der Zukunft, um diesem Land zu helfen, Erfolg zu haben." Nun komme es zunächst ganz auf die Austrittsverhandlungen an.

Brexit-Votum: So gespalten ist Großbritannien - SPIEGEL ONLINE

Sie wollen wissen, wer in Großbritannien wo wie abgestimmt hat? Hier ist unsere Datenanalyse.
David Cameron kündigt seinen Rücktritt an.
In London spricht nun Premierminister David Cameron vor seinem Amtssitz in der Downing Street 10. Er zeigt sich zuversichtlich, dass es wegen des Referendums keine Nachteile etwa für die britische Wirtschaft geben werde. Der Wille der Wähler müsse respektiert werden - auch wenn er der Überzeugung sei, dass Großbritannien in der EU besser aufgehoben sei.
Das knappste Rennen gab es in Moray in Schottland: Hier stimmten 49,9 Prozent für "Leave", 50,1 Prozent für "Remain".
Die Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) im Europaparlament stehen nach Einschätzung meines Kollegen Markus Becker vor stürmischen Zeiten – denn ihre Zusammensetzung sei geradezu explosiv: Zur EKR-Fraktion – der drittgrößten im Parlament gehören nicht nur die britischen Tories von Premierminister David Cameron, sondern auch die in Polen allein regierende Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS). Polen bilden die größte Gruppe unter den rund drei Millionen in Großbritannien lebenden EU-Bürgern – und sie waren eine der Hauptziele der britischen EU-Gegner. Jetzt, da der Brexit beschlossene Sache ist, stehen die Polen in Großbritannien vor einer ungewissen Zukunft.
 
Die Brexit-Frage hatte schon zuvor für Ärger bei der EKR gesorgt: Fraktionschef Syed Kamall, ein britischer Tory-Abgeordneter, galt als Camerons Gefolgsmann – bis er im März seine Unterstützung für einen Brexit öffentlich machte, was zu Forderungen nach seinem Rücktritt als Fraktionschef führte. Denn die Mehrheit der EKR war gegen den Austritt der Briten. Auf die Frage, ob er und andere Brexit-Befürworter nun ihre Mandate niederlegen würden, sagte Kamall: „Wir sind immer noch Europaabgeordnete, und wir vertreten das britische Volk, nicht die EU.“ Er machte auch klar, was das nun bedeutet: Bei den Austrittsverhandlungen „müssen wir stark und entschlossen vorgehen“.
 
Aus der EKR-Fraktion ist zu hören, dass sie von der Entscheidung für den Brexit vollkommen überrascht wurde. Einen Masterplan gebe es nicht, die meisten Tory-Abgeordneten in den Reihen der EKR seien zum Treffen mit ihren Parteifreunden nach London gereist.
Die geringste Wahlbeteiligung gab es mit
56,2 Prozent in Glasgow City.

Das SPIEGEL-ONLINE-Datenteam sitzt gerade an der Auswertung der Wahlen und bereitet einen Text vor. Daraus bereits einige spannende Fakten:

Gibraltar ist besonders interessant - hier lag die Wahlbeteiligung bei 83,5 Prozent - das ist der Spitzenwert. Auch der Anteil für "Remain"-Stimmen war mit 95,9 Prozent nirgendwo so hoch.

Foto: AFP
 
Die berühmte schwarze Tür mit der Nummer 10 in Londons Downing Street schien heute morgen wie vernagelt: Keiner der Politgrößen um Premierminister David Cameron wollte zunächst an die Öffentlichkeit treten. Mehr Mut bewies Camerons "Dienstkater", Larry the Cat. Larry ist seit 2011 in der Downing Street in Amt und Würden und jagt um den Dienst- und Wohnsitz des Premierministers nach Mäusen. Zwischenzeitlich wegen zu wenig Fängen in der Kritik, wurde Larry zu einem Medienstar mit eigenem Wikipedia-Eintrag und eigenem Twitteraccount. Er trägt offiziell den Titel "Chief Mouser to the Cabinet" und betrachtet die Vorgänge in seinem Revier aus der ihm eigenen Perspektive . . .
Nigel Farage, der große Sieger bei der Abstimmung in Großbritannien, sieht mit dem Ergebnis das Ende der Europäischen Union gekommen. "Die EU stirbt gerade", sagte der Ukip-Boss (Foto: dpa).
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, sieht Deutschland jetzt in einer besonderen Pflicht. "Das überragende Ziel muss nun sein, den Zusammenhalt und die Geschlossenheit in Europa zu sichern. Dazu kann Deutschland beitragen wie kein anderes Land", sagte Röttgen
Wer Lucke nach diesen Äußerungen als als Europa-Befürworter ansieht, sollte noch lesen, was dieser unserem SPIEGEL-Kollegen Christoph Pauly gesagt hat:
 
Die EU sollte auf ihre Kernkompetenzen im Wettbewerb beschränkt werden wie den Wettbewerb, Handel und bei der Sicherung der Bodenschätze, sagte Lucke. Die Verantwortung im Sozialen, bei Verkehrsfragen, Verbraucher Themen, Recht und Freiheit sollte wieder von den Nationalstaaten wahrgenommen werden. „Wir brauchen keinen Zwang aus Brüssel mehr, sondern die Nationalstaaten sollten sich freiwillig zusammenschließen, um bestimmte Themen von gemeinsamem Interesse zu lösen.“
Mein Kollege Markus Becker hat in Brüssel die ersten Krisensitzungen besucht. Hier die ersten Ergebnisse seiner Recherche:
 
Bemerkenswerte Aussagen von Bernd Lucke, dem Mitbegründer der AfD, inzwischen Europaabgeordneter für die  Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa). Nicht nur das Brexit-Referendum sei eine „schlechte Idee“ des britischen Premiers David Cameron gewesen. „Für komplexe Angelegenheiten sind Volksabstimmungen immer problematisch“, sagte Lucke in Brüssel. In Großbritannien hätten sich Fragen wie die Flüchtlingskrise und die Euro-Problematik miteinander vermischt – „und der Kenntnisstand in der Bevölkerung in diesen Dingen ist überschaubar“, meint der Wirtschaftsprofessor. „Da kann man nicht sicher sein, dass die richtige Entscheidung getroffen wird.“ Auf die Frage, ob nun weitere EU-Referenden in anderen EU-Ländern zu befürchten seien, antwortete Lucke: „Befürchten ist das richtige Wort.
Der Ehemann der getöteten Brexit-Gegnerin Jo Cox glaubt, dass sich seine Frau auch nach dem Votum gegen die EU-Mitgliedschaft für den Zusammenhalt in Großbritannien eingesetzt hätte. "Jo wäre heute optimistisch geblieben und fokussiert darauf, was sie tun könnte, um unser Land wieder um unsere besten Werte herum zusammenzubringen", schrieb Brendan Cox am Freitagmorgen auf Twitter.
Der Dax stürzt ab: Wegen des Brexits steht der Deutsche Aktienindex vor seinem größten Kurssturz seit 2008. Er fiel um fast elf Prozent.
Die Rating-Agentur Standard and Poor's stellt nach dem Brexit-Votum die Kreditwürdigkeit Großbritanniens in Frage. "Das AAA-Rating ist nicht länger haltbar", erklärte Rating-Chef Moriz Krämer gegenüber der "Finacial Times". Die S&P-Rivalen Moody's und Fitch hatten das Land bereits aus ihrer AAA-Liste gestrichen. S&P habe daran festgehalten, weil man eine positive Entscheidung für die EU erwartet habe, sagte Krämer.

Folgen des EU-Austritts: Jetzt kommt der Brexit - keep calm - SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINEDie Briten haben sich für den Brexit entschieden. Die Verhandlungen über das künftige Verhältnis zwischen EU und Großbritannien dürften sich jahrelang hinziehen. Ein Blick auf den Zeitplan.
Der Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, Clemens Fuest, hat das Votum der Briten für einen EU-Austritt als "Niederlage der Vernunft" kritisiert. "Die Politik muss jetzt alles tun, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen", sagte Fuest. Dazu gehöre es, dass Großbritannien so weit wie möglich Teil des EU-Binnenmarktes bleibe. "Es ist wichtig, die Verhandlungen darüber möglichst schnell zum Abschluss zu bringen, damit die Phase der Unsicherheit über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen möglichst kurz bleibt."

Brexit: Der große Knall - SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINEDas Unfassbare ist geschehen: Die Briten haben entschieden, die EU zu verlassen. Das Ergebnis des Referendums ist knapp, die Aussage dennoch eindeutig. Warum haben die Brexit-Anhänger gewonnen und was passiert nun? Die wichtigsten Antworten.
#Steinmeier: Die Nachrichten aus Großbritannien sind wahrlich ernüchternd. Es sieht nach einem traurigen Tag für #Europa+#Großbritannien aus
Premierminister David Cameron wird in Kürze vor die Presse treten. Ein sofortiger Rücktritt wird nicht erwartet. Stattdessen dürfte der Regierungschef für Stabilität und Einheit werben, um die Märkte zu beruhigen.
Nun ist es passiert: Das Brexit-Lager liegt uneinholbar vorn. Mehr als 50 Prozent der Wähler haben für den EU-Ausstieg gestimmt.

Sieg für Brexit-Lager: Nigel Farage - "Ein Sieg für anständige Menschen" - SPIEGEL ONLINE - Video

SPIEGEL ONLINEBeim Referendum haben die Briten für den Austritt aus der EU gestimmt. Ukip-Chef Farage feiert den 23. Juni als "Unabhänigkeitstag".
Der Chef der rechtspopulistischen niederländischen Partei für die Freiheit, Geert Wilders, fordert nun ein Referendum in den Niederlanden. Schon am Donnerstag hatte Wilders im Fernsehsender Phoenix gesagt: "Man kann den Geist nicht mehr in die Flasche bekommen. Das Ende der EU hat schon begonnen, unabhängig davon, wie sich die Briten entscheiden."
Hurrah for the British! Now it is our turn. Time for a Dutch referendum! #ByeByeEU

geertwilders.nl/index.php/94-e…

Der britischen Regierung stehen nun knallharte Austrittsverhandlungen bevor. EU-Vertreter haben bereits angekündigt, dass sie an den Briten ein Exempel statuieren werden um andere Staaten abzuschrecken.
Im "Guardian" warnte Wirtschaftschef Dan Milmo, dieser Freitag könnte an der Börse ähnliche Auswirkungen haben, wie der "schwarze Mittwoch" am 16. September 1992, als die britische Notenbank gezwungen war, das Europäische Währungssystem EWS zu verlassen, um den Kursverfall des britischen Pfunds zu stoppen. Die Währungskrise wurde von nicht wenigen als nationale Demütigung empfunden und hat das Vertrauen in die Regierung stark erschüttert.
Immer mehr deutet auf den Brexit hin: Das Pfund verliert weiter und kostet jetzt weniger als 1.37 US-Dollar.
Der Wettanbieter Betfair beziffert die Wahrscheinlichkeit für den Brexit auf Grundlage der Zwischenergebnisse jetzt auf 79 Prozent.
This referendum is tight. If it's 50/50 does it go to penalties? If so can we bring over a few Germans?


insgesamt 142 Beiträge
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hansaeuropa 23.06.2016
1. Schicksal?
selbst wenn sich die Briten für den Brexit entscheiden, wird kaum etwas passieren. Bilaterale Verträge treten an die Stelle der EU VERTRÄGE. So what.
cicero_muc 23.06.2016
2. so oder so
Es wird weiter gehen. Ich würde mich zwar freuen wenn GB dabei bliebe aber wir können im Prinzip mit beiden Varianten leben. In's Unglück wird sich keiner stürzen wenn GB sich verabschieden sollte. Mit einer "stiff upper lip" und "keep calm and carry on" kriegen die Briten auch einen Brexit geregelt. Auch wenn das dann mal 10 - 20 Jahre dauert. Wie auch immer das Referendum ausgeht, wir werden aus jedem Ergebnis etwas machen können. .
thunderstorm305 23.06.2016
3. Ein kräftiger Warnschuss!
Wie es auch immer ausgehen wird, fest steht schon jetzt, dass die EU erheblich geschwächt ist. Man kann nicht einfach darüber hinweg sehen, dass die Hälfte der Briten gegen die heutige EU ist. Und diese Tendenzen findet man auch in anderen Ländern, wie Frankreich. Und was ich von Politik und auch den Medien so höre beruhigt mich da nicht. Man hat den Ernst der Lage nicht erkannt und möchte sich wenn möglich nicht mit den Argumenten der Gegenseite auseinandersetzen.
urknallmarinchen@yahoo.de 23.06.2016
4. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Ergebnis liebe Briten
Nur gemeinsam sind wir stark und können den globalen Herausforderungen so effizient und wirkungsvoll begegnen. Sicher wird es nach dem Referendum zu vielen Veränderungen im Brüssel kommen. Auch die EU wächst mit ihren Aufgaben und an ihren Problemen. Danke GB
Reziprozität 23.06.2016
5. Die Schlüsselrolle spielt nicht ...
... der Osten Englands oder London, die Schlüsselrolle spielt, ob eine Nation selbstbestimmt über ihren Weg entscheiden kann, oder ob sie ihre Souveränität an eine supranationale Bürokratie und deren Spitzenbeamte abgibt, auf deren Zusammensetzung, Herkunft und politische Ausrichtung der jeweilige Souverän dieser Nation - das Volk - keinen oder nur einen marginalen Einfluss hat. Sollten die Umfragen zutreffen, dann blieb für dieses Mal noch der Deckel auf dem Topf. Es wird - zunehmend - Situationen anderswo geben, wo er dem Juncker & Konsorten um die Ohren fliegen wird, die Saat ist draussen und irgendwann wird auch geerntet.
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