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Britische EU-Mitgliedschaft: Aufregung um angebliche Brexit-Äußerung der Queen

Queen Elizabeth II. Zur Großansicht
Getty Images

Queen Elizabeth II.

Queen unterstützt Brexit - mit dieser Schlagzeile überraschte die "Sun" die Briten. Der Buckingham-Palast dementierte eilig. Hat die Monarchin tatsächlich politisch Stellung bezogen?

Das Königshaus muss neutral bleiben in politischen Fragen, so wird es von dem Staatsoberhaupt Großbritanniens erwartet. Entsprechend groß war die Aufregung, als die britische Boulevardzeitung "The Sun" am Mittwoch titelte: "Queen unterstützt Brexit", also den Austritt Großbritanniens aus der EU.

Bei einem Mittagessen soll die Königin gesagt haben, die EU bewege sich "in die falsche Richtung". Das Gespräch mit dem damaligen Vizepremier Nick Clegg habe "überhaupt keinen Zweifel an der Haltung der Queen zur europäischen Integration" gelassen, zitiert die Zeitung einen anonymen Informanten.

Nun ist der Brexit das heißeste politische Thema des Jahres, und ausgerechnet dazu soll sich die sonst so schweigsame Königin positioniert haben? Der Buckingham-Palast dementierte umgehend. Die Monarchin bleibe politisch neutral, "so wie in den vergangenen 63 Jahren", erklärte der Palast wenige Stunden nach Erscheinen des Blattes. Man werde keine "falschen Behauptungen" kommentieren, "die aus anonymen Quellen" stammen.

Auch Clegg dementierte den Bericht. "Das ist Unsinn", schrieb er auf Twitter. "Ich erinnere mich nicht, dass so etwas passiert ist, und ein Ereignis dieser Art würde ich nicht vergessen." Der Liberaldemokrat ist einer der größten Anhänger der EU und wirbt dafür, dass die Briten in der Union bleiben.

"The Sun" beharrt auf der Darstellung der Ereignisse und berichtete zudem, die Monarchin habe Politikern bei einem anderen Treffen anvertraut, "sie verstehe Europa nicht".

Die Zeitung gehört Medienmogul Rupert Murdoch und zählt zu den erfolgreichsten Boulevardblättern Europas - sie ist zugleich für ihre Berichterstattung berüchtigt. Die "Sun" hat die britische EU-Mitgliedschaft wiederholt kritisiert - es ist allerdings noch nicht klar, ob sie ihren Lesern den Brexit empfehlen wird.

Die Briten sollen am 23. Juni in einem Referendum über die Zukunft ihres Landes in der Europäischen Union abstimmen. Um einen Austritt zu verhindern, haben die EU-Partner Premier David Cameron zahlreiche Sonderregeln zugesagt. So wurde Großbritannien unter anderem die Möglichkeit zugestanden, neu ins Land kommenden EU-Ausländern vier Jahre lang die Sozialleistungen zu verwehren.

kgp/Reuters/AFP

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