Separate Gespräche mit der EU Schottland will erneut über Unabhängigkeit abstimmen

Sie haben es eilig: Die schottische Regionalregierung trifft schon Vorbereitungen für eine neue Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands. Man werde "umgehend Gespräche mit der EU" aufnehmen.

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon beim Kabinettstreffen
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Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon beim Kabinettstreffen


Die schottische Regionalregierung bereitet ein zweites Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien vor und will eigene Gespräche mit der EU aufnehmen. Die notwendigen rechtlichen Schritte würden jetzt vorbereitet, sagte Regierungschefin Nicola Sturgeon am Samstag in Edinburgh nach einem Treffen des Kabinetts: "Das Kabinett hat zugestimmt, dass wir umgehend Gespräche mit EU-Institutionen und anderen EU-Mitgliedstaaten aufnehmen, um alle Möglichkeiten auszuloten, Schottlands Platz in der EU zu schützen."

Die schottischen Grünen haben schon Zustimmung zu den Plänen signalisiert. Ein Referendum sei klar eine Option, derzeit sei es jedoch noch zu früh, über ein Ob oder Wann zu entscheiden, sagte ein Parteisprecher.

Das schottische Parlament müsste einer neuen Abstimmung über die Unabhängigkeit zustimmen. Die regierende Unabhängigkeitspartei SNP ist deshalb auf die Unterstützung der Grünen-Abgeordneten angewiesen.

Die SNP hatte schon im März angekündigt, nach dem Referendum über die britische EU-Mitgliedschaft erneut für die Abspaltung Schottlands von Großbritannien werben zu wollen. Nun haben sie neuen Aufwind bekommen: Denn die Schotten haben sich mehrheitlich für den Verbleib in der EU ausgesprochen.

Im September 2014 hatten sich die Schotten in einem Referendum gegen eine Loslösung von Großbritannien entschieden.

vet/dpa/Reuters

insgesamt 147 Beiträge
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adacio 25.06.2016
1.
der Prophet verkündet. Großbritannien wird nicht austreten. das ist es Gottes wille. es gibt immer ein Hintertürchen. amen
mik.a 25.06.2016
2.
Interessant ist jetzt, was die Queen über die Situation denkt
Bueckstueck 25.06.2016
3. Vernünftig
Denn England (und Wales) haben GB für absehbare Zeit auf die Verliererschiene gesetzt. Es wäre fahrlässig diesen Zug nicht rechtzeitig zu verlassen. Am Ende steht dann England vielleicht doch recht einsam im britischen Regen, wenn Schottland aussteigt und die Nordiren auch noch Anschluss an Irland suchen um in der EU zu bleiben.
carlmørck 25.06.2016
4. Fun,Fun,Fun
Ich freue mich auf einen lustigen Wahlkampf in Scotland. Ohne weinenden Cameron wird einen Loslösung wohl sehr viel schwerer zu verhindern sein. Auf seinen gewinnenden Charme kann sich The Boris sicher nicht verlassen.
jogola 25.06.2016
5. Da sollte man den Schotten
den Teppich ausrollen. Erst (im UK) die neuen Regeln adaptieren um dann alles auf Null zu stellen um wieder in die EU eintreten zu können wäre aberwitzig.
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