Regierungskrise in London Merkel unterstützt May im Brexit-Streit

In London muss sich die britische Premierministerin Theresa May mit einer Regierungskrise herumschlagen. Nun bekommt sie Hilfe von der deutschen Kanzlerin.

Angela Merkel und Theresa May
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Angela Merkel und Theresa May


Es ist noch gar nicht lange her, da hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre eigene Regierungskrise in Berlin. Die scheint nun erstmal überstanden. Dafür hat jetzt ihre Amtskollegin, die britische Premierministerin Theresa May, Ärger in London: Wegen ihres Brexit-Plans sind bereits mehrere Minister, unter anderem Boris Johnson, und Vizechefs ihrer konservativen Tories zurückgetreten.

May bekommt nun Unterstützung aus Deutschland und Polen. Auf einer Pressekonferenz in London begrüßte Merkel die neuen Vorschläge von May zum Brexit. May will keinen harten Bruch mit der Europäischen Union, sondern setzt sich dafür ein, weiter gute Beziehungen zur EU zu unterhalten.

"Wir bleiben Europäer"

"Es ist gut, dass Vorschläge auf dem Tisch sind, soviel kann ich heute schon sagen, ohne in die Details zu gehen", sagte Merkel. Die bleibenden 27 Länder würden sich nun gemeinsam mit dem EU-Unterhändler Michel Barnier und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine Meinung bilden.

Die Bundesregierung wolle auch nach dem britischen EU-Austritt eine enge Beziehung zu London, und das gelte wohl auch für allen anderen EU-Mitgliedstaaten. "Wir bleiben Europäer, auch wenn wir nicht in der gleichen Europäischen Union sind", sagte Merkel.

Man werde weiter über den Brexit spannende Diskussionen haben, aber immer im Geiste der Freundschaft und guter künftiger Zusammenarbeit. Auch der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki unterstrich auf der Pressekonferenz sein Interesse an einer engen Sicherheitspartnerschaft zwischen der EU und Großbritannien.

höh/dpa/Reuters



insgesamt 14 Beiträge
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KingTut 10.07.2018
1. Zuzutrauen
ist es dieser Kanzlerin, dass sie einer Einigung mit Großbritannien zustimmt, bei der das Land alle Vorzüge der EU weiterhin nutzen kann und dabei gleichzeitig von den Pflichten einer Mitgliedschaft befreit ist. Ich hoffe ich irre mich, aber die Politik dieser Kanzlerin vollzieht sich nach einem immer wiederkehrenden Schema. Siehe Erdogan, der 6 Mrd. gefordert und auch bekommen hat.
rubraton 10.07.2018
2. wäre wünschenswert ...
.... wenn sich unsere Bundeskanzlerin mehr und verstärkt um die innerpolitischen Probleme und die Handelsbeziehungen mir den starken Wirtschaftsstaaten kümmern würde und nicht das ewige Hick-Hack "wie-kommen-wir-günstig-aus-der-brexit-affäre" mitgestalten würde.
ogoehni 10.07.2018
3. Merkels Unterstützung voll daneben
Merkel, deren Flüchtlingspolitik einer der Faktoren des Brexit war, ist wahrlich keine Unterstützung für T. May. Hoffe trotzdem auf ein gutes Abkommen mit den Briten, sie hören, wie Norwegen und die Schweiz zum europäischen Binnenmarkt, obwohl sie auch nicht zur EU gehören. Die Klammer der EU Bürokratie und des Euros sollte das friedliche und vorteilhafte Zusammenleben nicht im Weg stehen.
artep 10.07.2018
4. Kanzlerin Merkel
war schon immer eher Außenpolitikerin als Innenpolitikerin. Eigentlich hätte sie nie einen Außenminister gebraucht. Dass sie nun Theresa May unterstützt, zeigt nur, dass sie unaufgeregte Realpolitik macht. Die deutsche Wut auf den Brexit und den Ruf nach Strafe unterstützt sie nicht. Sie bedenkt nur, wie Schaden zu begrenzen ist und wie eine Zusammenarbeit mit der EU und GB weiterhin möglich ist. Es ist eben diese Coolness, die Merkel auszeichnet.
artep 10.07.2018
5. Kanzlerin Merkel
war immer eher Außen- als Innenpolitikerin. Eigentlich hätte sie nie einen Außenminister gebraucht, dafür aber zwei Innenminister. Was nun die Brexit- Geschichte und ihre Unterstützung Theresa Mays betrifft: Merkel hält nichts von Strafe und totalen Brüchen. Sie ist immer an Schadensbegrenzung und Kompromissen interessiert. In diesem Sinne unterstützt sie auch May und versucht zu retten, was zu retten ist.
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