Nach Scheitern der Brexit-Gespräche May spricht von Fortschritten

Trotz intensiver Verhandlungen sind die Brexit-Unterhändler ohne Einigung auseinandergegangen. Großbritanniens Regierungschefin hält einen Deal dennoch für möglich.

Theresa May
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Theresa May


Die britische Premierministerin Theresa May hat sich optimistisch zum Verlauf der Brexit-Gespräche geäußert. Die Konturen eines Austrittsabkommens seien nun klar, sagte May.

Auch in der Frage, wie Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindert werden könnten, habe es Fortschritte gegeben. Den Vorschlag der EU, Nordirland notfalls allein in der Zollunion und in Teilen des Binnenmarkts zu belassen, lehnte May aber erneut ab. Stattdessen warb sie dafür, dass ganz Großbritannien im Notfall Teil der Zollunion bleiben solle. Es könne sich dabei aber nur um eine vorübergehende Lösung handeln.

May wird am Mittwoch zum EU-Gipfel in Brüssel erwartet. Eigentlich wollten die Unterhändler bereits am Wochenende die wichtigsten Fragen lösen, damit die Staats- und Regierungschefs Mitte der Woche grünes Licht für einen Sondergipfel im November geben können.

Verhandlungen der Unterhändler vorerst gescheitert

Doch trotz intensiver Verhandlungen waren der britische Brexit-Minister Dominic Raab und der EU-Unterhändler Michel Barnier ohne eine Einigung auseinandergegangen. Ob es nun am Mittwoch dennoch zu einer solchen kommt, ist fraglich. "Wir können nicht zulassen, dass diese Meinungsverschiedenheit die Aussicht auf ein gutes Abkommen zerstört und uns nur noch der Ausstieg ohne Deal bleibt", sagte May im britischen Parlament.

Großbritannien tritt am 29. März aus der EU aus. Sollte bis dahin kein Abkommen unter Dach und Fach sein, droht ein ungeregelter Austritt mit drastischen Folgen für die Wirtschaft und Chaos in vielen Lebensbereichen.

Tusk hält Brexit ohne Abkommen für "wahrscheinlicher denn je"

Weniger optimistisch als May zeigte sich EU-Ratspräsident Donald Tusk. Er halte einen Brexit ohne Abkommen für "wahrscheinlicher denn je", schrieb Tusk in seinem Einladungsschreiben für den anstehenden EU-Gipfel an die 28 Staats- und Regierungschefs in Brüssel, der am Mittwoch mit einer Debatte über den EU-Austritt Großbritanniens beginnt.

Eine Einigung zu finden, habe sich als "komplizierter herausgestellt, als Einige erwartet haben", schrieb Tusk. Trotzdem sollte die Hoffnung nicht aufgegeben werden. Es gebe auf beiden Seiten guten Willen, die Gespräche fortzuführen.

asa/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
sikasuu 15.10.2018
1. Geordneter Austritt GBs = EU Verträge wegwerfen!
Weil, anderes kommt in Westminster nicht durch... . GB hat sich willentlich & grob fahrlässig in diese Situation hinein geritten. Die Unlösbarkeit der NO-Irlandfrage war von Anfang an klar. Das diese Thema jetzt sogar von den Abgeordneten aus diesem Bereich abhängt,war eine "Strategische Meisterleistung":-( . Die EU kann sich nur dann bewegen & GB entgegenkommen, wenn sie ihre Fundamente preisgibt, das ist allen Beteiligten bekannt. . Für den BREXIT gibt es so wenig eine Kompromisslösung wie für die "Todesstrafe". Nur halb hängen oder Köpfen geht nicht! . Für die, die Fakten & Möglichkeiten rational durchdenken liegt das klar auf der Hand. . Klar wird ein ungeregelter Brexit auch die EU was kosten, doch die wird nicht daran zu Grunde gehen. Über GB mache ich mir hier keine Gedanken, bin aber fest davon überzeugt, dass das Vereinigte Königreich komplett oder in Teilen nach einem Austritt gerne wieder von der EU aufgenommen wird, wenn es nach Art 49 EU-Vert. so etwas wünscht.
wahrsager23 15.10.2018
2.
Zitat von sikasuuWeil, anderes kommt in Westminster nicht durch... . GB hat sich willentlich & grob fahrlässig in diese Situation hinein geritten. Die Unlösbarkeit der NO-Irlandfrage war von Anfang an klar. Das diese Thema jetzt sogar von den Abgeordneten aus diesem Bereich abhängt,war eine "Strategische Meisterleistung":-( . Die EU kann sich nur dann bewegen & GB entgegenkommen, wenn sie ihre Fundamente preisgibt, das ist allen Beteiligten bekannt. . Für den BREXIT gibt es so wenig eine Kompromisslösung wie für die "Todesstrafe". Nur halb hängen oder Köpfen geht nicht! . Für die, die Fakten & Möglichkeiten rational durchdenken liegt das klar auf der Hand. . Klar wird ein ungeregelter Brexit auch die EU was kosten, doch die wird nicht daran zu Grunde gehen. Über GB mache ich mir hier keine Gedanken, bin aber fest davon überzeugt, dass das Vereinigte Königreich komplett oder in Teilen nach einem Austritt gerne wieder von der EU aufgenommen wird, wenn es nach Art 49 EU-Vert. so etwas wünscht.
Aber erstmal heißt es für GB schön Federn lassen. Ich habe gerade von meiner britischen Lebensversicherung ein Schreiben erhalten, dass sie das EU-Geschäft komplett nach Irland verlagern. Laut den Brexiteers ist das natürlich ein Klacks (circa 700.000 Kunden, bei circa 18 Mrd. Pfund) und das ist nur eines von vielen Unternehmen, die ihre EU-Geschäfte eilig verlagern werden. Da werden einigen Briten die Augen ganz weit aufgehen. Nach blühenden britischen Landschaften sieht es derzeit ganz und gar nicht aus.
gammoncrack 15.10.2018
3. Ich kann diese Trumpschen Begriffe nicht mehr lesen noch hören.
Vielleicht kann sich SPON einmal dazu aufraffen, den Begriff "Deal" durch das Wort "Vertrag" oder "Akommen" zu ersetzen.
bert1966 15.10.2018
4.
Wenn die EU plant, bei den Verhandlungen eines ihrer Hauptprinzipien, die Freizügigkeit aller EU-Bürger, auf dem Altar der Wirtschaft und Zollunion zu opfern (und so sieht es aus), dann kann sie sich gleich selbst auflösen. Das sage ich ohne alle voyeuristische Sensationslust, denn der Brexit ist ein ganz furchtbares Menetekel für die gesamte EU und er wird alle EU-Bürger und nicht nur die von einer gierigen und gewissenlosen Politcamorra über das Ohr gehauenen Briten treffen.
kurtbär 15.10.2018
5. die einigung mit dem united kingdom...
wäre ein disaster für die eu. soll das uk doch mit einem harten brexit aus der eu scheiden. recht so! das wäre das konsequente ergebnis ihrer brexit-entscheidung.
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