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Brief an Putin: Papst Franziskus fordert Friedenslösung für Syrien

Papst Franziskus: "Massaker verhindern" Zur Großansicht
REUTERS

Papst Franziskus: "Massaker verhindern"

Der Papst schaltet sich in den Syrien-Konflikt ein: In einem Brief an Russlands Staatschef Putin fordert er die G-20-Staaten dazu auf, "ein Massaker zu verhindern". Das Oberhaupt der katholischen Kirche lehnt einen Militärschlag kategorisch ab.

Rom - Papst Franziskus hat in einem Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Friedenslösung für Syrien gefordert. Die am Donnerstag und Freitag in St. Petersburg versammelten Vertreter der G-20-Staaten dürften nicht "untätig" bei der Suche nach einer Friedenslösung bleiben, um "ein Massaker zu verhindern", hieß es nach einer Mitteilung des Vatikans in dem Schreiben.

Es sei die "moralische Pflicht" der Staaten, mutig und entschlossen durch Dialog und Verhandlung eine friedliche Lösung des Konflikts zu suchen. In dem Brief wandte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche auch gegen jeglichen Militärschlag gegen Syrien. Dies sei ein aussichtsloses Unterfangen, heißt es in dem Schreiben, wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mitteilte.

Zu lange hätten einseitige Interessen verhindert, eine Lösung zu finden, um das stattfindende Massaker zu verhindern. Der Papst rief jeden Politiker der Staaten auf, Kompromisse in der Syrien-Frage zu finden.

Viele westliche Länder machen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad für den Einsatz von Chemiewaffen am 21. August nahe der Hauptstadt Damaskus verantwortlich. Die USA und Frankreich drohen mit einem Militärschlag. Besonders Russland stellt sich dagegen und blockiert eine einheitliche Haltung im Uno-Sicherheitsrat. Die Syrien-Krise steht im Mittelpunkt des G-20-Gipfels, der am Donnerstagnachmittag im russischen St. Petersburg beginnt.

Der Papst hat für Samstag auch zu einem Gebets- und Fastentag für den Frieden in Syrien und im gesamten Nahen Osten aufgerufen. Er hat eine regelrechte diplomatische Offensive im Syrien-Konflikt gestartet.

US-Präsident Barack Obama wird seinen russischen Kollegen Wladimir Putin vermutlich am Rande des G-20-Gipfels in St. Petersburg zu einem informellen Gespräch treffen. Die beiden Politiker hätten am Rande des zweitägigen Gipfels sicher die Möglichkeit zu "Interaktionen", sagte der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes am Donnerstag Journalisten auf dem Flug nach St. Petersburg. Es gebe keine Pläne für ein formelles Treffen. Hauptthema dürfte der von den USA geplante Militäreinsatz gegen Syrien sein, den Putin massiv ablehnt.

In Syrien haben Rebellen die historisch bedeutende christliche Kleinstadt Maalula eingenommen. Das geht aus verschiedenen Videos hervor, die Rebellen am Donnerstag im Internet veröffentlichten. Diese zeigen Kämpfer vor Kirchen und auf menschenleeren Straßen. Ihrem Dialekt nach zu urteilen, stammen sie aus dem Umland von Damaskus. Die Freie Syrische Armee (FSA) meldete, die Kämpfer hätten den Ort später wieder verlassen, um Vergeltungsangriffe der Regierungstruppen zu verhindern.

hmo/fab/dpa/AFP

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insgesamt 130 Beiträge
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1.
großonkel 05.09.2013
Na da hat Obama aber Glück gehabt, dass er nicht katholisch ist...
2. asd
erasmus89 05.09.2013
Der SPIEGEL sollte dringend sein Framing mal modifizieren. Russland blockiert nicht, und verweigert damit eine einheitliche Sicherheitsratshaltung. Russland blockiert, weil die NATO einen Krieg will und keine einheitliche Haltung zur einer friedlichen Lösung. Clinton und Genf I bleibt eine Zäsur, für die die USA die Verantwortung tragen
3. Jetzt
karlomari 05.09.2013
Zitat von sysopREUTERSDer Papst schaltet sich in den Syrien-Konflikt ein: In einem Brief an Russlands Staatschef Putin fordert er die G20-Staaten dazu auf, in der Syrienkrise "ein Massaker zu verhindern". Das Oberhaupt der katholischen Kirche lehnt einen Militärschlag kategorisch ab. http://www.spiegel.de/politik/ausland/brief-an-putin-papst-franziskus-fordert-friedensloesung-fuer-syrien-a-920605.html
...werden einige aber mit Inbrunst Papst Johannes Paul II. nachtrauern. Der wusste wo der "Feind" steht Bin schon gespannt ,wann der erste hier behauptet, der jetzige Papst wäre ein Kommunist und von den Russen gekauft. ;-)
4. Die ganze katholische Weltkirche hat sich eingeschalten
güti 05.09.2013
Zitat von sysopREUTERSDer Papst schaltet sich in den Syrien-Konflikt ein: In einem Brief an Russlands Staatschef Putin fordert er die G20-Staaten dazu auf, in der Syrienkrise "ein Massaker zu verhindern". Das Oberhaupt der katholischen Kirche lehnt einen Militärschlag kategorisch ab. http://www.spiegel.de/politik/ausland/brief-an-putin-papst-franziskus-fordert-friedensloesung-fuer-syrien-a-920605.html
Die katholischen Bischöfe in USA machen Druck auf die katholischen Kongressmitglieder gegen ein Eingreifen zu stimmen was zu einer Stärkung der islamischen Terroristen führen würde. (jenen die Christen mit Messern den Kopf abschneiden) Am Samstag hat der Papst die katholischen Christen der Welt zum Gebet und zum Fasten für den Frieden aufgerufen. Die deutsche Bischofskonferenz hat sich ebenfalls gegen einen Miliärschlag ausgesprochen.
5. warum
Meckerliese 05.09.2013
Hat er nicht auch an Obama geschrieben? Wer ist denn der Kriegstreiber?
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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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