London-Heathrow Britische Polizei durchsucht russisches Flugzeug

"Offensichtliche Provokation" - Russland ist empört über Großbritannien. Der Grund: Die britischen Behörden haben eine Aeroflot-Maschine am Flughafen London-Heathrow durchsucht.

Ein Flugzeug von Aeroflot
REUTERS

Ein Flugzeug von Aeroflot


Die russische Aeroflot-Airline fliegt die Strecke zwischen Moskau und London eigentlich routinemäßig. Auch Grenz- und Zollkontrollen sind keine Seltenheit an Flughäfen. Am Freitag haben britische Behörden nun aber auf dem Londoner Flughafen Heathrow eine Aeroflot-Maschine durchsucht - und damit für Verstimmung in Moskau gesorgt.

Der Vorfall sei außergewöhnlich, erklärte die russische Botschaft in London. Die britischen Behörden hätten es abgelehnt, einen Grund dafür zu nennen. "Die Botschaft hat eine diplomatische Note gesandt, in der die britische Seite aufgefordert wird, den Vorfall zu erklären", hieß es in der Stellungnahme der russischen Botschaft. Weitere Einzelheiten lagen zunächst nicht vor.

Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland sind derzeit sehr angespannt. Die britische Regierung macht den russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter Julia im südenglischen Salisbury verantwortlich. Russland weist die Vorwürfe zurück.

Angespannte Beziehungen

In dem Streit haben Großbritannien, die USA und weitere westliche Staaten insgesamt rund 130 russische Diplomaten ausgewiesen. Russland reagierte am Freitag mit der Ausweisung von 59 Diplomaten aus 23 Ländern. Darunter sind vier Vertreter aus Deutschland. Bereits am Donnerstag hatte Russland 60 US-Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt und die Schließung des US-Konsulats in St. Petersburg angeordnet.

Die Tochter des früheren russischen Agenten Skripal ist mittlerweile offenbar außer Lebensgefahr. Julia Skripal befinde sich "nicht mehr in einem kritischen Zustand", teilte das sie behandelnde Hospital in Salisbury mit. Der Zustand der 33-Jährigen "verbessert sich zügig", hieß es.

dop/Reuters/dpa



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