Fall Skripal Britische Botschaft in Moskau muss 50 Stellen streichen

Moskau verschärft den Druck auf London: Nachdem am Freitag mehrere britische Diplomaten des Landes verwiesen wurden, muss die dortige Botschaft ihr Personal nun drastisch reduzieren.

Britische Botschaft
AP

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Der Fall des vergifteten russischen Ex-Agenten Sergej Skripal hat eine diplomatische Krise ausgelöst: Die russische Regierung verschärft ihre Sanktionen gegen Großbritannien. Die britische Botschaft müsse ihr Personal um mehr als 50 Diplomaten reduzieren, teilte das russische Außenministerium mit.

Mit der Maßnahme solle "Gleichheit" hergestellt werden, sagte eine Sprecherin des russischen Außenamts. Erreicht werden solle, dass Großbritannien und Russland die gleiche Zahl von Diplomaten im jeweils anderen Land hätten. Derzeit habe "die britische Seite noch über 50 Leute mehr", sagte die Sprecherin.

Die Anordnung steht in Zusammenhang mit dem Streit um den Giftgasanschlag in Salisbury, für den Großbritannien und seine Verbündeten Russland verantwortlich machen. Russland freilich bestreitet jegliche Beteiligung. Der Streit hatte sich in den letzte Tagen hochgeschaukelt, Russland und die westlichen Staaten wiesen gegenseitig Diplomaten aus.

Am Freitag haben britische Behörden zudem auf dem Londoner Flughafen Heathrow eine Aeroflot-Maschine durchsucht - und damit für Verstimmung in Moskau gesorgt.

Der Vorfall sei außergewöhnlich, erklärte die russische Botschaft in London. Die britischen Behörden hätten es abgelehnt, einen Grund dafür zu nennen. "Die Botschaft hat eine diplomatische Note gesandt, in der die britische Seite aufgefordert wird, den Vorfall zu erklären", hieß es in der Stellungnahme der russischen Botschaft. Weitere Einzelheiten lagen zunächst nicht vor.

dop/AFP



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