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Protest gegen Gaza-Politik: Britische Außenstaatssekretärin Warsi tritt zurück

Staatssekretärin Sayeeda Warsi: "Mit tiefem Bedauern" Zur Großansicht
REUTERS

Staatssekretärin Sayeeda Warsi: "Mit tiefem Bedauern"

Sie kann die Gaza-Politik ihres Landes nicht länger unterstützen: Sayeeda Warsi, Staatssekretärin im britischen Außenministerium, gab ihren Rückzug bekannt - aus Protest gegen die eigene Regierung.

London - Sayeeda Warsi, bisherige Staatssekretärin, verlässt das Außenministerium Großbritanniens. Die 43-Jährige twitterte am Dienstag: "Mit tiefem Bedauern habe ich heute Morgen an den Premier geschrieben und meinen Rücktritt angeboten. Ich kann die Gaza-Politik der Regierung nicht mehr unterstützen."

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Warsi war die erste muslimische Frau auf einem Ministerposten in Großbritannien. Warsis Eltern stammen aus Pakistan, sie wuchs in Dewsbury, West Yorkshire, auf.

Von Mai 2010 bis September 2012 hatte sie gemeinsam mit Lord Feldman die Konservative Partei geleitet. Im Kabinett von David Cameron war die Juristin zunächst Ministerin ohne Geschäftsbereich. Im September 2012 stieg sie dann zur Staatssekretärin im Außenministerium auf, gehörte aber nicht mehr dem Kabinett an. Zusätzlich war sie für Kommunen und lokale Verwaltung zuständig.

Camerons Koalition sah sich zuletzt Kritik wegen ihrer Nahost-Politik ausgesetzt, darunter auch von der oppositionellen Labour-Partei. Kritisiert wurde, dass die Regierung keine härtere Linie gegenüber Israel vertritt.

Zwar hatte sich Cameron zuletzt der Haltung der Vereinten Nationen angeschlossen, die jüngste Bombardierung einer Uno-Schule im Gaza-Streifen mit zehn Toten zu verurteilen. Er äußerte sich aber nicht dazu, ob es sich dabei um eine Verletzung internationalen Rechts handelte. In der vergangenen Woche hatte Außenminister Philip Hammond gesagt, dass die Situation in Gaza "untragbar" geworden sei.

heb/Reuters/AFP

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