Bruder von Boris Johnson Jo Johnson tritt als Staatssekretär zurück

Boris Johnson hat vor Monaten das Amt als britischer Außenminister niedergelegt. Nun räumt auch sein Bruder Jo Johnson seinen Posten in der Regierung. Beim Brexit sind die Geschwister sich allerdings uneinig.

Jo Johnson
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Sein Bruder Boris Johnson zählt zu den größten innerparteilichen Kritikern der britischen Premierministerin Theresa May. Nun hat auch Jo Johnson aus Protest über die Brexit-Strategie der Regierung sein Amt als Staatssekretär für Transport niedergelegt. Das teilte er in einem Video auf Twitter mit.

Die Kluft zwischen dem, was vor dem Referendum versprochen worden sei und dem, was Premierministerin May in den Gesprächen mit Brüssel ausgehandelt habe, ließen ihm keine andere Wahl, so Johnson. Das Land steuere auf einen inkonsequenten EU-Austritt zu, der es dauerhaft in eine untergeordnete Position gegenüber Brüssel bringe. Es sei nun zwingend, erneut die Bevölkerung zu befragen. Er bezeichnete die Verhandlungen um den geplanten Austritt der Briten aus der EU als "wahnhaft" und forderte von May eine Abstimmung über den endgültigen Deal.

Der frühere Außenminister Boris Johnson reagierte auf Twitter auf den Rücktritt seines jüngeren Bruders. Zwar seien sich beide uneinig über den Brexit gewesen, doch das Entsetzen über die unvertretbare Politik des Vereinten Königreichs würde sie nun einigen, schrieb Boris Johnson. Er hatte 2016 die Vote-Leave-Kampagne vor dem Referendum der Briten geleitet. Sein Bruder setzte sich hingegen für einen Verbleib Großbritanniens in der EU ein.

Bereits im Juli hatte Boris Johnson im Streit um die Brexit-Strategie der Regierung sein Amt als Außenminister niederlegt. Premierministerin May hofft derzeit auf einen baldigen Durchbruch bei den Austrittsgesprächen in Brüssel. Unklar ist aber, ob sie im Parlament eine Mehrheit dafür bekommen wird. Am 29. März 2019 scheidet Großbritannien aus der EU aus, sollte bis dahin kein Abkommen zustande kommen, drohen Chaos in vielen Lebensbereichen und erhebliche Schäden für die Wirtschaft zu beiden Seiten des Ärmelkanals.

May bekräftigte am Freitag, dass es "unter keinen Umständen" ein zweites Brexit-Referendum geben werde.

asc/Reuters/dpa



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