"Islamischer Staat" Brüssel-Attentäter soll Geiseln in Syrien gefoltert haben

Ein französischer Journalist will in einem der mutmaßlichen Attentäter von Brüssel einen Gefängniswärter aus Syrien wiedererkannt haben. Die Geiseln hatten zuvor berichtet, mehrere französische Wärter gehabt zu haben.

Gerichtszeichnung von Mehdi Nemmouche: Der mutmaßliche Attentäter soll in Syrien Geiseln gefoltert haben
AFP

Gerichtszeichnung von Mehdi Nemmouche: Der mutmaßliche Attentäter soll in Syrien Geiseln gefoltert haben


Paris - Der mutmaßliche Attentäter von Brüssel soll als Gefängniswärter in Syrien Gefangene gefoltert haben. Dies berichtete die frühere französische Geisel Nicolas Hénin auf der Webseite des Magazins "Le Point". Bis zum Morgengrauen habe er oft Schreie der Opfer gehört: "Wenn er nicht sang, dann folterte er."

Der Journalist Hénin war von Juni 2013 bis April 2014 in der Hand der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien. Er berichtet, er habe Mehdi Nemmouche als einen seiner Geiselnehmer wiedererkannt. Nemmouche habe zu einer kleinen Gruppe französischsprachiger IS-Mitglieder gehört, die regelmäßig einige syrische Gefangene in Aleppo gefoltert hätten.

Auch der französische Geheimdienst DGSI geht laut "Le Monde", davon aus, dass Nemmouche sich zu dieser Zeit in Syrien aufhielt. Die Behörde beruft sich dabei auf Zeugenaussagen der früheren Geiseln.

Nemmouche soll laut Anklage am 24. Mai im Jüdischen Museum in Brüssel ein israelisches Touristenpaar, eine Französin und einen Belgier erschossen haben. Er selbst weist die Vorwürfe zurück. Bei seiner Festnahme am 30. Mai in Frankreich hatte er eine Kalaschnikow dabei, die in die Flagge der Terrorgruppe IS eingehüllt war.

isa/dpa

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