Einsatz in Belgien Verdächtiger bei Anti-Terror-Razzia in Brüssel getötet

Nach einer Razzia in Brüssel war ein Gesuchter zunächst auf der Flucht, dann wurde er bei einem Polizeieinsatz erschossen. Die Durchsuchung stand im Zusammenhang mit den Paris-Attentaten. Vier Polizisten wurden verletzt.

Polizeieinsatz in Brüssel
AFP

Polizeieinsatz in Brüssel


In Brüssel sind bei einem Anti-Terror-Einsatz im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris Medienberichten zufolge vier Polizisten verletzt und ein Verdächtiger getötet worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Identität des Toten war zunächst unklar.

Belgische und französische Polizisten wollten den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge eine Wohnung im Süden Brüssels durchsuchen. Einer oder mehrere Personen hätten unvermittelt das Feuer auf die Polizisten eröffnet, als diese die Tür öffneten. Zunächst war nur bekannt geworden, dass es bei einer Hausdurchsuchung in der Brüsseler Stadtgemeinde Forest zu einer Schießerei gekommen war.

Etwa fünf Stunden später sei die Wohnung gestürmt worden. Dabei sei ein mit einer Kalaschnikow bewaffneter Mann getötet worden. Über weiterer Personen machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Sie teilte am Abend lediglich mit, dass die Suche anhalte.

Im Laufe des Einsatzes seien vier Beamte, darunter eine französische Polizistin, leicht verletzt worden, teilte Ministerpräsident Charles Michel mit.

Der Tote ist laut Staatsanwalt nicht Salah Abdeslam

Die Razzia in einem Wohnhaus stand im Zusammenhang mit den Attentaten von Paris vom 13. November. Mehrere Straßen in dem südlichen Vorort der belgischen Hauptstadt wurden gesperrt, die Einsatzkräfte fahndeten nach mindestens einem Verdächtigen, der Schütze war zunächst auf der Flucht. Bei einer Großaktion hatte die Polizei nach ihm gesucht, meldete der belgische Generalstaatsanwalt.

Bei dem nun entdeckten Toten handele sich aber nicht um den 26 Jahre alten Franzosen Salah Abdeslam, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van Der Sypt, laut Nachrichtenagentur Belga.

Abdeslam steht im Verdacht, an den Pariser Anschlägen vom November vergangenen Jahres beteiligt gewesen zu sein. Er ist deswegeneiner der meistgesuchten Terroristen Europas.

Bei der Attentatsserie waren insgesamt 130 Menschen getötet worden. Zu der schwersten Anschlagsserie in der Geschichte Frankreichs bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat". Einige der Attentäter lebten vor den Anschlägen im Brüsseler Brennpunktviertel Molenbeek und waren den Sicherheitsbehörden bekannt.

vek/sun/AFP/Reuters/dpa



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