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Terror in Brüssel: Die Suche nach dem dritten Mann

Die Ermittler haben neue Bilder der mutmaßlichen Attentäter von Brüssel veröffentlicht. Die Kameras am Flughafen zeichneten zudem auf, wie einer der Männer seine Bombe deponierte und davonlief.

Der schnelle Überblick
Das ist passiert:
• Bei der Anschlagserie in der Abflughalle des Brüsseler Flughafens und in der U-Bahn wurden mindestens 31 Menschen getötet und mehr 300 verletzt.
• Zu den Attentätern gehört ein Brüderpaar: Ibrahim El Bakraoui, 29, sprengte sich am Flughafen in die Luft, sein Bruder Khalid, 27, in einem Metro-Waggon an der Station Maelbeek.
• Najim Laachraoui ist inzwischen als zweiter Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen identifiziert worden. Er soll ebenfalls im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris stehen.
• Ein dritter Haupttäter vom Flughafen soll sich auf der Flucht befinden. Nach ihm wird gefahndet.
• Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hat sich zu den Attacken bekannt.
• Belgien hat die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.
Die Polizei hat nach den Anschlägen von Brüssel neue Bilder einer Überwachungskamera veröffentlicht, die am 22. März im Flughafen von Brüssel aufgenommen wurden. Drei Männer sind zu sehen, mutmaßlich die Attentäter, einer trägt einen Hut und eine helle Jacke, die beiden anderen zeigen ihr Gesicht offen, sie tragen schwarze Oberteile.

Kameras haben die Männer im Visier, als sie gemeinsam aus einem Taxi steigen, als sie ihre Gepäckwagen durch das Terminal schieben. Und als sie sich aufteilen und sich an mehreren Stellen in der Abflughalle positionieren. Wenig später explodieren zwei Bomben.

Hier die Bilder der Männer:

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Zwei der Männer sprengten sich nach Angaben des belgischen Innenministers Jan Jambon in die Luft. Die Bombe des dritten Mannes explodierte nicht. Nach ihm werde gefahndet, sagte Jambon dem US-Sender CNN.

Den Behörden zufolge zeigt die Videoüberwachung auch, wie einer der Verdächtigen einen Gepäckwagen in der Ankunftshalle plötzlich stehen lässt und wegläuft.

Der Taxifahrer, der die drei Männer in der Gemeinde Schaerbeek abgeholt und zum Airport gebracht hatte, meldete sich nach den Anschlägen bei der Polizei: Ihm war aufgefallen, dass die Fahrgäste sich nicht mit dem Gepäck helfen lassen wollten. Tatsächlich entdeckten die Fahnder in der Wohnung eine Flagge der Terrormiliz IS sowie einen Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen (hier mehr zum Fund der Ermittler).

Die Bomben, die im Flughafen gezündet wurden, waren offenbar auch mit Metallstücken präpariert. Das Röntgenbild eines Opfers zeigt eine riesige Schraube oder einen Nagel im Oberkörper. Die Verletzten werden im Militärkrankenhaus Neder-over-Heembeeck behandelt.

Röntgenbild eines Terroropfers Zur Großansicht
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Röntgenbild eines Terroropfers

Noch ist nicht klar, ob der Anschlag in der U-Bahn-Station Maelbeek ebenfalls ein Selbstmordattentat war. Auch über die Täter dort ist noch nichts bekannt.

Der IS hat sich zu den drei Anschlägen bekannt, bei denen am Dienstag mindestens 34 Menschen getötet und etwa 230 weitere verletzt wurden.

Eine eindeutige Verbindung zu den Terroranschlägen vom 13. November in Paris konnten die belgischen Ermittler zunächst nicht herstellen, das werde noch geprüft, hieß es. Erst am Freitag war in Brüssel Salah Abdeslam festgenommen worden. Er soll an der Pariser Anschlagsserie mit 130 Toten maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Der Flugverkehr von und nach Brüssel soll frühestens am morgigen Donnerstag wieder aufgenommen werden, der Zugverkehr schon heute.

Video: Augenzeuge filmte im Flughafen kurz nach Explosion

Reuters/RTL Belgium
Fotostrecke

41  Bilder
Anschläge in Brüssel: Momente des Terrors, Stunden des Zusammenhalts

jul/dpa

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