Attentäter von Brüssel Belgischer Premier war möglicherweise Anschlagsziel

Ermittler haben auf einem Computer der Attentäter von Brüssel Pläne und Fotos gefunden. Sie offenbaren ein weiteres mutmaßliches Anschlagsziel: den belgischen Premier Michel.

Premier Charles Michel
AFP

Premier Charles Michel


Die Brüsseler Terrorzelle könnte laut belgischen Medienberichten auch ein Attentat auf Premierminister Charles Michel geplant haben. Auf der Festplatte eines sichergestellten Computers seien Pläne und Fotos vom Amtssitz und einer Wohnung des Regierungschefs entdeckt worden, berichteten mehrere belgische Zeitungen, darunter "De Tijd", "L'Echo" und "Le Soir".

Ein Regierungssprecher bestätigte lediglich, dass es für die Gebäude seit einiger Zeit besonders strenge Sicherheitsvorkehrungen gebe.

Der Computer mit den Fotos und Plänen war nach den Anschlägen am Dienstag vergangener Woche in einem Müllbehälter nahe einem Unterschlupf der Terrorzelle gefunden worden.

Bestätigt ist bereits, dass sich auf dem Rechner auch eine Art Testament des Selbstmordattentäters Ibrahim El Bakraoui befand. Er werde "überall gesucht", notierte Bakraoui den Ermittlern zufolge vor seiner Terrortat, und sei deshalb "in Eile".

Bei den Anschlägen in Brüssel waren am Dienstag vergangener Woche 32 Menschen getötet worden. Von Selbstmordattentätern ausgelöste Explosionen verwüsteten die Abflughalle des Brüsseler Flughafens. Ein weiterer Terrorist sprengte sich im EU-Viertel in einer Metro in die Luft.

Im Vorfeld der Terrorattacken soll es zu zahlreichen Ermittlungspannen gekommen sein. Bereits im März habe es Warnungen vor den Bakraoui-Brüdern gegeben, berichtete der niederländische Justizminister am Dienstag. Fehleinschätzungen und verloren gegangene Informationen ziehen sich durch die gesamten belgischen Ermittlungen zum islamistischen Terror.

sun/dpa

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