Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Angst vor Anschlägen: Brüssel sagt Silvesterfeuerwerk ab

Seit Wochen ist die Lage in Brüssel angespannt. Nun wurde das Feuerwerk zum Jahreswechsel in der belgischen Hauptstadt aus Angst vor einem Terroranschlag abgesagt. In Berlin verstärkt die Polizei zur Silvesterfeier ihr Aufgebot.

Das Silvesterfeuerwerk in der belgischen Hauptstadt Brüssel fällt wegen Terrordrohungen aus. Das sagte Bürgermeister Yvan Mayeur am Mittwochabend. "Es ist besser, wenn wir keine Risiken eingehen", sagte Mayeur. Die Lage werde weiter geprüft. Premierminister Charles Michel sagte im Sender RTBF, er halte die Entscheidung in der gegenwärtigen "unsicheren Situation" für gerechtfertigt.

Die Behörden hatten Anschlagspläne für die Silvesternacht aufgedeckt und zwei Männer in Haft genommen. Daraufhin hatte die Polizei in der belgischen Hauptstadt ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Zunächst ließ Brüssels Bürgermeister noch offen, ob die geplanten Feierlichkeiten zum Jahreswechsel stattfinden werden. Aus Angst vor Anschlägen wurde das Silvesterfeuerwerk nun jedoch offiziell abgesagt.

Allein zu den geplanten Feierlichkeiten auf dem Platz De Brouckère in der Innenstadt waren mindestens 50.000 Menschen erwartet worden. Doch solche Massenansammlungen seien nicht zu kontrollieren, sagte Mayeur. Gemeinsam mit Innenminister Jan Jambon habe er deswegen die Entscheidung getroffen, "die Feiern am Donnerstagabend nicht zu organisieren".

Die Absage ist ein weiterer Tiefschlag für die belgische Hauptstadt, in der die EU-Institutionen und die Nato ihren Sitz haben. Aus dem Brüsseler Problemviertel Molenbeek waren auch mehrere der Attentäter von Paris gekommen.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen in Großstädten

Angesichts der gewachsenen Terrorgefahr wollen auch andere Metropolen mit einem Großaufgebot der Polizei und strikten Zugangskontrollen für Sicherheit bei Neujahrsfeiern sorgen. Zugleich wurde am Mittwoch aber in mehreren europäischen Metropolen betont, dass es keine konkreten Hinweise auf islamistische Anschläge gebe.

In Frankreich herrscht seit den Anschlägen vom 13. November Ausnahmezustand. Nun sollen landesweit rund 60.000 Polizisten und Militärs die Nacht ins neue Jahr absichern. Am Silvesterabend ist das offizielle Feuerwerk in Paris abgesagt, private Böller und Raketen sind dort zu Silvester ohnehin immer verboten. Die Bereiche um den Champs-Élysées und den Eiffelturm sind zu Silvester stets weiträumig abgesperrt und kontrolliert. In diesem Jahr soll alles ohne große Show eher ruhig und nüchtern ablaufen.

Auch in Berlin findet die größte Open-Air-Silvesterparty Deutschlands unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen statt. Mehrere Hunderttausend Menschen werden in der deutschen Hauptstadt auf einer rund zwei Kilometer langen Feiermeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule erwartet. Zwar gibt es keine Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen in der Hauptstadt, wie ein Polizeisprecher sagte. Es herrsche aber eine hohe abstrakte Gefährdung. Mehr Polizisten seien im Einsatz als im Vorjahr - insbesondere rund um die große Outdoor-Feier. Dort sollen 900 Beamte für Sicherheit sorgen, 150 mehr als vergangenes Silvester.

asc/dpa/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL.TV
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: