Brüssel Flughafen-Attentäter laut Medienberichten identifiziert

Die Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen sind laut Medienberichten identifiziert. Demnach handelt es sich um ein polizeibekanntes Brüderpaar.


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Der schnelle Überblick
Das ist passiert:
• Bei der Anschlagserie in der Abflughalle des Brüsseler Flughafens und in der U-Bahn wurden mindestens 31 Menschen getötet und mehr 300 verletzt.
• Zu den Attentätern gehört ein Brüderpaar: Ibrahim El Bakraoui, 29, sprengte sich am Flughafen in die Luft, sein Bruder Khalid, 27, in einem Metro-Waggon an der Station Maelbeek.
• Najim Laachraoui ist inzwischen als zweiter Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen identifiziert worden. Er soll ebenfalls im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris stehen.
• Ein dritter Haupttäter vom Flughafen soll sich auf der Flucht befinden. Nach ihm wird gefahndet.
• Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hat sich zu den Attacken bekannt.
• Belgien hat die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.
Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich am Dienstagmorgen im Flughafen in Brüssel in die Luft, ein dritter Mann ist flüchtig, das ist der Stand der Ermittlungen. Bei den toten Terroristen soll es sich um Brüder handeln, das berichtet der belgische Sender RTBF. Demnach sind sie der Polizei bekannt gewesen, hätten aber nicht unter Terrorverdacht gestanden.

Auch der dritte mutmaßliche Täter soll laut einem Bericht identifiziert sein. Wie die belgische Zeitung "DH" und der Sender RTBF berichten, geht es um Najim Laachraoui. Seine DNA soll auf Sprengstoff gefunden worden sein, der bei den Anschlägen vom 13. November in Paris benutzt wurde. Laut RTBF könnte er einer der Drahtzieher der Attentate in Paris mit 130 Toten sein. Der Mann ist demnach im Februar 2013 aus Syrien eingereist und wird seit dem 4. Dezember gesucht.

Najim Laachraoui
DPA/ Belgium Federal Police

Najim Laachraoui

Die belgischen Behörden haben eine Identifizierung der mutmaßlichen Täter bislang nicht bestätigt.

Laachraoui soll Anfang September unter falschem Namen an der österreichisch-ungarischen Grenze kontrolliert worden sein. An seiner Seite: Salah Abdeslam. Laachraoui soll auch unter dem falschen Namen ein Haus im zentralbelgischen Auvelais gemietet haben, wo die Attentate von Paris vorbereitet wurden.

Einer der toten Brüder soll laut dem Bericht unter falscher Identität auch eine Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest angemietet haben. Dabei soll es sich um eben jene Wohnung handeln, in der es am Dienstag vergangener Woche bei einer Hausdurchsuchung zu einer Schießerei mit der Polizei gekommen war. Ein mutmaßlicher Terrorist kam bei der Razzia ums Leben, zwei Verdächtige flüchteten.

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Nach Informationen der französischen Zeitung "Liberation" sind beide Brüder seit einer Schießerei am 15. März zur Fahndung ausgeschrieben. Der eine Bruder soll bereits vorbestraft sein. Im Jahr 2010 soll er laut "Liberation" nach einem Raubüberfall mit einer Kalaschnikow das Feuer auf die Polizei eröffnet haben.

Bei den Terroranschlägen in Brüssel starben am Dienstag mehr als 30 Menschen, 230 wurden verletzt. Zu den Taten bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Eine Stunde nach den Anschlägen am Flughafen kam es zu einer weiteren Explosion nahe der Metrostation Maelbeek. Wer hinter diesem Attentat steckt, ist weiter unklar.

Die Polizei fahndet nach dem dritten mutmaßlichen Täter. Ermittler hatten bis zum frühen Mittwochmorgen Spuren in einem Wohnhaus der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek gesichert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fanden sie dort eine Flagge der IS-Miliz, einen Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen.

SPIEGEL ONLINE

vek/Reuters

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