Bündnis ohne die USA: Amerikanische Staaten demonstrieren Einheit

Mit dem neuen Staatenbündnis Celac beschwören Lateinamerika und die Karibik ihre Einheit. Beim Gründungsgipfel betonten sie ihre Unabhängigkeit von den USA und Kanada - die Länder gehören der Organisation nicht an.

Kubas Präsident Raul Castro (rechts): Grüße an Venezuelas Präsident Hugo Chávez Zur Großansicht
REUTERS

Kubas Präsident Raul Castro (rechts): Grüße an Venezuelas Präsident Hugo Chávez

Caracas - Schulterschluss in Lateinamerika: Mit der Gründung eines neuen Staatenbundes haben die Länder der Region eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinbart. Der Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños (Celac) solle mehr Einheit in die Region bringen, sagte Venezuelas Staatschef und Gastgeber Hugo Chávez beim Auftaktgipfel in Caracas.

Chávez sagte, mit der Celac könne zugleich der US-Einfluss zurückgedrängt werden - anders als in der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sind die USA und Kanada nicht mit dabei. 33 Länder mit insgesamt rund 550 Millionen Einwohnern haben sich der Celac angeschlossen.

Lateinamerika und die Karibik verfügten über ein enormes Potential in einer von großen Unsicherheiten geplagten Weltwirtschaft, erklärte der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos. Auch mehrere weitere Staats- und Regierungschefs sprachen sich bei dem zweitägigen formellen Gründungstreffen ausdrücklich für eine Förderung lokaler Betriebe und eine Ankurbelung des Handels innerhalb der Region aus.

Die Gründung der Celac war bereits im Februar 2010 in Mexiko beschlossen worden. Bei dem jetzigen Gipfel feilten die Delegationen an der Abschlussdeklaration. Mexikos Präsident Felipe Calderón betonte, dass die Werte der Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie Fundament der neuen Organisation sein müssten.

Für Gastgeber Chávez hatte der Gipfel auch eine persönliche Bedeutung: Mit einer mehr als einstündigen Rede demonstrierte der 57-Jährige, dass er nach mehreren Chemotherapien wieder voll einsatzfähig ist. In seiner Ansprache prognostizierte er dem Bündnis eine bedeutende Zukunft: "Es ist die Zeit Lateinamerikas und der Karibik." Mit dem Verbund könne der Einfluss der USA in der Region zurückgedrängt werden.

irb/dapd/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Selbstbewust und gerecht
puqio 04.12.2011
Es bereitet mit große Freude zu sehen, dass diese jahrhundertelang - erst von Spanien und Portugal und dann von den USA - unterdrückten, entrechteten und ausgebeuteten Länder ein Selbstbewusstssein wiedererlangt haben. Und es geht nur gemeinsam im friedlichen Widerstand gegen die USA. Militärisch sind die USA haushoch überlegen. Aber eben nur militärisch und nicht moralisch, nicht gesellschaftlich, nicht kulturell. Viva America!
2. Bin mal gespannt
mimas101 04.12.2011
wie lange das neue Staatenbündnis überleben wird. Es muß eigentlich gerade für die USA ein Alptraum und eine an sie gerichtete "Erklärung eines Wirtschaftskrieges (US-Lesart)" sein wenn die USA nicht mehr Märkte in ihrem Hinterhof kontrollieren und ggfls. auch ruinieren können.
3.
Hape1 04.12.2011
Zitat von puqioEs bereitet mit große Freude zu sehen, dass diese jahrhundertelang - erst von Spanien und Portugal und dann von den USA - unterdrückten, entrechteten und ausgebeuteten Länder ein Selbstbewusstssein wiedererlangt haben. Und es geht nur gemeinsam im friedlichen Widerstand gegen die USA. Militärisch sind die USA haushoch überlegen. Aber eben nur militärisch und nicht moralisch, nicht gesellschaftlich, nicht kulturell. Viva America!
Schöner Beitrag von Ihnen. Ergänzen möchte ich vielleicht noch das neben der moralischen-gesellschaftlichen und kultrellen Unterlegenheit der VSA sowie Canada mittlerweile auch der wirtschaftliche Aspekt nicht zu vernachlässigen ist. Hier haben die Südamerikaner zum Teil stark aufgeholt bzw. die VSA stark nachgelassen. Es sind tatsächlich A L L E Länder Mittel und Südamerikas Mitglied.....eben nur nicht Canada und die VSA. http://de.wikipedia.org/wiki/CELAC Bin mal gespannt, ob bald ein "Südamerikanischer Frühling" von der CIA inzeniert wird... :-))
4. Irgendwann entlaedt sich das
ofelas 04.12.2011
Zitat von puqioEs bereitet mit große Freude zu sehen, dass diese jahrhundertelang - erst von Spanien und Portugal und dann von den USA - unterdrückten, entrechteten und ausgebeuteten Länder ein Selbstbewusstssein wiedererlangt haben. Und es geht nur gemeinsam im friedlichen Widerstand gegen die USA. Militärisch sind die USA haushoch überlegen. Aber eben nur militärisch und nicht moralisch, nicht gesellschaftlich, nicht kulturell. Viva America!
Und muessen diese Staaten die "innere" Unterdrueckung ueberwinden. In dieser Region werden die Ureinwohner, oder Schwarze ganz offen von Arbeitsplaetzen ausgeschlossen. Wo die Hautfarbe eine Rolle spielt welche anderswo seit 40 Jahren zumindest offiziel ueberwunden wurde, schmerzt es mich wenn "weisse" Lateinamerikaner immer wieder Indios, Schwarze und Personen von gemischten Rassen offen als zweit und drittklassig behandeln. Solange weisse Lateinamerikaner Europa und Nord Amerika als ihr Ideal sehen wird es mit der inneren Unterdrueckung nicht besser.
5. Wichtig ? für wen ?
bicho 04.12.2011
Da der Comandante die Quatschrunde bezahlt bestimmt er auch die Musik.Und die lautet für die Zukunft: UNO ablösen durch die von Venezuela allein bezahlte Kontraorganisation um die DH in eigener Regie zu verteidigen. Von diesen antigringogrmien gibt es schon einige- mit welchem Erfolg? Der Castrocommunist von Cubazuela ruft permanent zum Kampf gegen USA auf ist es da nicht merkwürdig dass USA der grösste handelnpartner vür Cubazuela ist und die bösen Gringos der grösste Kunde von Cubazuela ? Warum nahmen Argentinien, Brazilk und Chile nicht an der Quatschrunde teil und nur an einer Begrüssungsschow? Chiles Präsi kam nur schnell weil er zum Quatschrundenpräsi ernannt wurde. Komisch finde ich auch dass ein " Präsident " Raul Castro teilnahm...Präsident ? wer hat denn Raul gewählt dass er sich Präsident nennt ?
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