Unicef Mehr als 1500 Kinder starben durch Bürgerkrieg im Jemen

Die Situation im Jemen ist desolat: Die Uno hat nun auf die besonders schwierige Lage für Kinder im Bürgerkrieg hingewiesen. Neben Hunger und Krankheiten starben allein 1500 Kinder durch die Kämpfe im Land.

Schuhe von Opfern in der Nähe von Sanaa im Jemen nach einem Luftschlag von Saudi-Arabien (Archiv)
DPA

Schuhe von Opfern in der Nähe von Sanaa im Jemen nach einem Luftschlag von Saudi-Arabien (Archiv)


Mehr als 1500 Kinder sollen während des zweijährigen Konflikts im Jemen getötet worden sein. Weitere 2450 Kinder seien infolge der Kämpfe verstümmelt worden. Das teilten die Vereinten Nationen mit.

In dem Land kämpfen seit September 2014 Truppen des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi gegen die von Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen sowie andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Unter den getöteten Kindern befinden sich laut Uno-Kinderhilfswerk Unicef 1022 Jungen, 478 Mädchen und 46 weitere Opfer, deren Geschlecht nicht bestimmt werden konnte. Außerdem zählte die Organisation 1572 männliche Kindersoldaten.

Die Rekrutierung von minderjährigen Soldaten wird von der Uno scharf kritisiert. Betroffene Familien sprächen aus Furcht vor Repressalien nicht über die Rekrutierung ihrer Kinder, rund 70 Prozent seien in den Reihen der schiitischen Huthi-Miliz, die gegen die Truppen der sunnitischen Regierung kämpft.

Der Konflikt im Jemen hat sich verschärft, seit im März 2015 eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen der Rebellen fliegt. Dschihadisten-Gruppen wie al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap) und der "Islamische Staat" machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht in dem Land auszuweiten.

Die Lage in dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel sei desolat, sagte vor Kurzem ein Sprecher des Uno-Kinderhilfswerks Unicef. "Alle zehn Minuten stirbt im Jemen ein Kind unter fünf Jahren an einer Krankheit, die leicht zu behandeln wäre, zum Beispiel Durchfall, Lungenentzündung oder Masern." Die Familien könnten keine Behandlung organisieren. "50 Prozent der Gesundheitszentren sind außer Betrieb", so Christophe Boulierac. 2,2 Millionen Kinder seien unterernährt.

In dem Konflikt wurden nach Uno-Angaben bereits fast 7700 Menschen getötet und mehr als 42.000 weitere verletzt.

mho/AFP



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