Bürgerkrieg in Syrien Obama stationiert US-Truppen in Jordanien

Die Truppen kamen zu Manövern, 700 US-Soldaten bleiben jetzt im syrischen Nachbarland Jordanien. Dies gab US-Präsident Obama bekannt. Laut "Los Angeles Times" bilden Spezialkräfte und Geheimdienstagenten schon jetzt dort syrische Rebellen aus.

Obama am Freitag in Washington: Militärübung in Syriens Nachbarland Jordanien
AFP

Obama am Freitag in Washington: Militärübung in Syriens Nachbarland Jordanien


Washington/Hamburg - Es ist ein deutliches Warnsignal an das Regime von Baschar al-Assad: Die USA belassen nach Manövern in Syriens Nachbarland Jordanien einen Teil der Truppen dort, teilte US-Präsident Barack Obama am Freitag mit. Die jordanische Regierung habe darum gebeten.

Beide Länder seien sehr wachsam und behielten Syrien im Auge, heißt es in einem Brief des Präsidenten an den Kongress der Vereinigten Staaten: 700 Soldaten verblieben im Land, bis die Sicherheitslage vor Ort sich so verändere, dass diese nicht länger gebraucht würden, erklärte Obama. Die Truppenpräsenz in dem Nachbarland Syriens sei damit auf das Vierfache des bisherigen Bestands aufgestockt worden, sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums am Freitag.

Die US-Einheiten in Jordanien verfügen unter anderem über Panzer- und Luftabwehrsysteme. Laut Nachrichtenagentur AP verlautet außerdem aus offiziellen Kreisen des US-Militärs, dass dieser Einsatz als Signal an Syrien verstanden werden sollte: Der Bürgerkrieg müsse innerhalb der syrischen Grenzen bleiben. Die US-Truppen in Jordanien seien allerdings kein Schritt in Richtung einer Flugverbotszone um Syrien.

Heimliches Training für syrische Rebellen?

Nach Informationen der Zeitung "Los Angeles Times" bilden militärische Spezialkräfte sowie der US-Geheimdienst bereits seit vergangenem Jahr in der Region heimlich syrische Rebellen aus. Das jeweils zweiwöchige Training erfolge angeblich auf Stützpunkten in Jordanien und der Türkei. Die Rebellen würden unter anderem ebenfalls im Umgang mit Panzer- und Luftabwehrraketen geschult, berichtete die Zeitung am Freitag unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten und einen syrischen Rebellen-Kommandeur.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, wollte sich vor Journalisten weder zu dem Bericht noch darüber äußern, welche Waffen die USA an die Rebellen liefern wollen. Obama hatte kürzlich erstmals militärische Unterstützung für die syrische Opposition in Aussicht gestellt. "Ich kann Ihnen nicht alle Elemente dieser Unterstützung auflisten", sagte Carney lediglich.

Syrische Rebellen hatten am Freitag die Ankunft neuer moderner Waffen gemeldet. Diese würden derzeit an die Kämpfer an der Front verteilt. Woher die Waffen stammen, ist unklar.

bos/AP/Reuters/dpa/AFP

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