Bürgerkrieg in Syrien: Rebellen melden neue Waffenlieferung

Syrische Aufständische in der Homs-Provinz (18. Juni): Zahlreiche neue Arten von Waffen Zur Großansicht
AP/ Lens Young Homsi

Syrische Aufständische in der Homs-Provinz (18. Juni): Zahlreiche neue Arten von Waffen

Immer wieder haben sie um Lieferungen aus dem Ausland gebeten - jetzt melden die syrischen Aufständischen die Ankunft neuer moderner Waffen. Woher sie stammen, ist unklar. Russlands Präsident Putin reagiert mit harscher Kritik.

Damaskus/St. Petersburg - Die aufständische Freie Syrische Armee (FSA) hat eigenen Angaben zufolge zahlreiche neue moderne Waffen bekommen. Dies melden übereinstimmend die Nachrichtenagenturen AFP und AP. FSA-Sprecher Louay Mukdad sagte am Freitag, die Waffen könnten den "Verlauf der Kämpfe verändern".

Die Waffen würden derzeit an die Kämpfer an der Front verteilt. Angaben zur genauen Art der Waffen machte Mukdad nicht. Er erinnerte aber daran, dass die Rebellen um "Abwehrwaffen" gebeten hatten.

Der SPIEGEL hatte berichtet, Saudi-Arabien wolle die bewaffnete Opposition mit sogenannten Man Pads des französischen Typs "Mistral" ausrüsten. Der Einsatz der tragbaren Flugabwehrraketen könnte erheblichen Einfluss auf das Kriegsgeschehen ausüben. Die militärische Überlegenheit der Armee von Präsident Baschar al-Assad beruht bisher vor allem auf ihrer Luftwaffe.

Der Kommandant der Rebellen, Salim Idris, wollte dem Sender al-Dschasira am Freitag keine Angaben darüber machen, woher die Waffen kommen. Er sagte nur: "Ich möchte den Brüdern und Freunden danken, die ich nicht nennen möchte." Auf die Frage, ob die Waffen aus den USA stammen, sagte Idris: "Wir warten und wir fordern sie auf, sich bei unserer Versorgung mit Waffen und Munition zu beeilen."

Geheime Stützpunkte in der Türkei und in Jordanien

In der vergangenen Woche hatte die US-Regierung erklärt, sie wolle den Rebellen "militärische Unterstützung" in ihrem blutigen Kampf gegen den syrischen Diktator Baschar al-Assad leisten. Begründet wurde dieser Strategieschwenk mit angeblichen Belegen darüber, dass Assads Truppen in dem Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt hätten, darunter den Kampfstoff Sarin. Nähere Angaben, was diese Unterstützung umfasst, machte Washington jedoch nicht.

Am Wochenende berichtete die "Washington Post", dass der Geheimdienst CIA offenbar den Start der geplanten Waffenlieferungen an die Aufständischen vorbereitet hat. Demnach will die CIA dafür bestehende geheime Stützpunkte in der Türkei und in Jordanien nutzen.

Die westlichen Staaten sind uneins, ob sie den Rebellen Waffen liefern sollen. Während Frankreich und Großbritannien darauf drängen, ist Deutschland skeptisch. Die Befürchtung besteht, dass die Waffen in die Hände radikaler Islamisten geraten könnten.

FSA-Sprecher Mukdad betonte, seine Armee werde dafür sorgen, dass die Waffen nach dem Ende des Konflikts wieder eingesammelt würden.

Kritik von Putin

Russlands Präsident Wladimir Putin kritisierte am Freitag mögliche Waffenlieferungen des Westens in das Bürgerkriegsland Syrien scharf: "Wenn die Vereinigten Staaten eine der wichtigsten syrischen Oppositionsgruppen, al-Nusra, als Terroristen ansehen, wie können sie dann Waffen liefern?", fragte Putin während des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnimmt. "Wohin werden die Waffen gelangen? Welche Rolle werden sie spielen?"

Gleichzeitig verteidigte er erneut die russischen Waffenverträge mit Präsident Assad. Der russische Präsident warnte vor einem Machtvakuum in Syrien nach einem Rücktritt von Assad. Möglicherweise würden dann Extremisten und Terrorgruppen die Lücke füllen, sagte er.

tob/heb/Reuters/AP/AFP

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insgesamt 183 Beiträge
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1. waffenlieferung?
gast2011 21.06.2013
ich tippe mal auf die usa. die brauchen kriege um ihre marode wirtschaft anzukurbeln. der nächste friedensnobelpreis geht sicher wieder dahin.
2. Schrecklich.
steinschlagx 21.06.2013
Die Unterstützung von den "Rebellen" (lies: Jihadisten aus der ganzen Welt) wird zu einem Völkermord an Christen und Alewiten führen. Die Zerstörung des zwar nicht demokratischen, aber friedlichen Staat Syrien und die 100.000 Tote dieses Konflikts haben Obama, Cameron, und Hollande & die Autokraten aus den Golfstaaten zu verantworten. Die stabile Regierung von Assad wird jetzt durch Chaos und Gewalt ersetzt. Schon jetzt kämpfen Jihadisten aus aller Welt in Syrien. Wenn die Al-Nusra Rebellen gewinnen, wird das grosse Schlachten beginnen. Es wird ein Taliban-Staat, es wird er Untergang der Zivilisation sein.
3.
haajan 21.06.2013
Zitat von sysopsoll mal schlicht die Klappe halten. Was die schon für Unheil und menschliches Leid durch ihre Machtpolitik und ihre Waffenlieferungen angerichtet haben, ist unfassbar. Und dann reissen sie die Klappe auf, wenn man es ihnen gleich macht. Unfassbar!
Als ob die USA in diesem Thema eine weiße Weste hätte. Hier unterstützt Russland einen Staat und die USA einen unkontrollierten Haufen von Terroristen und Rebellen mit der Begründung das es Beweise für einen Chemiewaffeneinsatz gäbe. Wer den USA das abkauft der schein unfähig zu sein aus der Geschichte zu lernen.
4.
CompressorBoy 21.06.2013
Zitat von sysopRussland soll mal schlicht die Klappe halten. Was die schon für Unheil und menschliches Leid durch ihre Machtpolitik und ihre Waffenlieferungen angerichtet haben, ist unfassbar. Und dann reissen sie die Klappe auf, wenn man es ihnen gleich macht. Unfassbar!
Wenn man "Russland" durch "USA" ersetzt, dann macht Ihr Beitrag Sinn.
5. da sitzt jemand wohl im falschen film?
viceman 21.06.2013
Zitat von sysopsoll mal schlicht die Klappe halten. Was die schon für Unheil und menschliches Leid durch ihre Machtpolitik und ihre Waffenlieferungen angerichtet haben, ist unfassbar. Und dann reissen sie die Klappe auf, wenn man es ihnen gleich macht. Unfassbar!
die größten waffenlieferanten weltweit sind wohl nicht die "bösen" russen, da müssen sie sich total vertan haben.und was kriege, das überfallen fremder länder und völker betrifft, da gibt es noch einige die lange vor den russen rangieren.... unfaßbar sind die waffenlieferungen an international dschihadisten , an alle möglichlich islamischen extremisten. es wird -mal wieder passieren, wie dem zauberlehrling .."die ich rief die geister..." - wetten !
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